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Warum Siri AI auf deutschen iPhones vorerst gesperrt bleibt

SiriAI E Mail Draft auf einem iPhone
Foto: Apple

Key takeaways

➟ Die neue Siri-Generation ist in der EU nur eingeschränkt verfügbar. Apple macht DMA-Vorgaben verantwortlich, während die EU-Kommission fehlende Interoperabilität mit konkurrierenden KI-Assistenten kritisiert.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Apple hat mit iOS 27 eine neue Generation seines Sprachassistenten gestartet, doch Nutzer in der Europäischen Union können Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch zunächst nicht verwenden. Auf kompatiblen Macs und der Vision Pro ist der Dienst dagegen verfügbar, sofern eine unterstützte Sprache eingestellt ist.

Apple macht für die Einschränkung die Interoperabilitätsvorgaben des Digital Markets Act verantwortlich. Die EU-Kommission widerspricht dieser Darstellung: Der DMA verbiete Siri AI nicht, sondern verlange lediglich, dass konkurrierende Anbieter vergleichbaren Zugang zu relevanten Betriebssystemfunktionen erhalten.

Streitpunkt ist der Zugang zu iOS-Funktionen

Siri AI ist deutlich tiefer in Apples Betriebssysteme integriert als die bisherige Siri. Der Assistent kann persönlichen Kontext berücksichtigen, Bildschirminhalte verstehen und Aktionen in Apps ausführen. Genau solche privilegierten Zugriffe stehen im Zentrum von Artikel 6 Absatz 7 des DMA.

Danach müssen Gatekeeper Drittanbietern Zugang zu denselben Hardware- und Softwarefunktionen ermöglichen, die sie für eigene Dienste nutzen. Die Kommission will damit verhindern, dass Apple konkurrierende KI-Assistenten strukturell benachteiligt.

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Apple warnt vor Datenschutzrisiken

Apple argumentiert schon länger, ein weitreichender Zugriff externer KI-Assistenten auf Nachrichten, Dateien, Apps und persönliche Daten könne zusätzliche Sicherheitsrisiken verursachen. Das Unternehmen entwickelte deshalb einen sogenannten Trusted System Agent, der Drittanbieter kontrolliert auf bestimmte Funktionen zugreifen lassen sollte.

Apple wollte diese technische Zwischenlösung über einen Zeitraum von 18 Monaten ausbauen und Siri AI parallel früher freigeben. Die Kommission akzeptierte diesen Ansatz nicht und erklärt, Apple habe bislang keinen ausreichenden Vorschlag für eine DMA-konforme Interoperabilität vorgelegt.

Mac und Vision Pro sind nicht gleichermaßen betroffen

Dass Siri AI auf Macs und der Vision Pro innerhalb der EU angeboten wird, hängt mit dem regulatorischen Zuschnitt zusammen. Die aktuellen Vorgaben betreffen insbesondere iOS und iPadOS, während macOS und visionOS bei dieser konkreten Siri-Frage nicht denselben Einschränkungen unterliegen.

Zum Start spricht Siri AI allerdings nur Englisch. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch sollen im Oktober folgen. Für Deutsch nennt Apple bislang keinen konkreten Termin. Apple Intelligence selbst unterstützt Deutsch bereits.

Nutzungslimits und Bezahlmodell kommen hinzu

Auch außerhalb der EU ist Siri AI nicht uneingeschränkt verfügbar. Unterstützt werden laut Apple unter anderem iPhone 15 Pro und neuere geeignete Modelle sowie Macs mit Apple Silicon ab M1. Siri AI startet zudem als Beta.

Für Funktionen, die serverseitige Modelle verwenden, führt Apple tägliche Nutzungslimits ein. Dazu gehört ausdrücklich Siri AI. Die konkreten Grenzen veröffentlicht das Unternehmen nicht; zusätzlicher Zugriff soll künftig gegen Bezahlung angeboten werden.

Zeitpunkt für EU-Start bleibt offen

Einen Termin für Siri AI auf iPhones und iPads in der Europäischen Union nennt Apple derzeit nicht. Das Unternehmen erklärt, weiter an einer Lösung zu arbeiten, die aus seiner Sicht Datenschutz und Sicherheit wahrt. Die Kommission hält dagegen, dass Interoperabilität und Sicherheit miteinander vereinbar sein müssen.

Für deutsche Nutzer ergibt sich damit vorerst eine ungewöhnliche Situation: Apple Intelligence funktioniert auf unterstützten Geräten und bietet deutsche Sprachunterstützung, während die neue Siri-Generation ausgerechnet auf iPhone und iPad nicht verfügbar ist.

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