Nach einer Phase sinkender Preise ziehen die Kraftstoffkosten in Deutschland wieder deutlich an. Innerhalb weniger Tage haben sich die Preise für Benzin und Diesel spürbar erhöht und markieren eine Trendwende. Parallel zum beschlossenen Tankrabatt sorgt die neue 12-Uhr-Preisregelung für Diskussionen über steigende Gewinnmargen im Tankstellengeschäft.
Deutlicher Preisanstieg bei Benzin und Diesel
Die Preise an den Zapfsäulen sind zuletzt kontinuierlich gestiegen. Super E10 überschritt im Tagesdurchschnitt erneut die Marke von über zwei Euro pro Liter. Auch Diesel verteuerte sich innerhalb weniger Tage deutlich stärker. Damit endet eine Phase rückläufiger Preise, die noch wenige Tage zuvor zu beobachten war.
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Neue Tankregel verändert Preisstruktur
Seit Anfang April gilt eine neue Regelung zur Preisgestaltung im Tagesverlauf. Statt mehrerer Preisspitzen gibt es nun eine zentrale Preissteigerung rund um die Mittagszeit. Dadurch sind günstige Tankzeiten zwar klarer erkennbar, gleichzeitig steigen die Preise in den Stunden danach spürbar an.
Studie sieht steigende Gewinnmargen
Eine Analyse von Wirtschaftsforschern des ZEW zeigt, dass sich die Margen für Benzin seit Einführung der Regelung erhöht haben. Im Schnitt liegen die Aufschläge bei mehreren Cent pro Liter. Besonders kleinere Anbieter sollen ihre Preise stärker angehoben haben als große Ketten. Für Diesel ist die Entwicklung weniger eindeutig, da internationale Marktpreise stärker schwanken.
Kritik an begrenzter Wirkung der Maßnahmen
Die ursprüngliche Zielsetzung, die Preise für Verbraucher zu senken, wird bislang nicht erreicht. Stattdessen zeigt sich, dass die neue Struktur vor allem die Preisbildung verändert, ohne das allgemeine Niveau nachhaltig zu reduzieren. Für Autofahrer bedeutet das weiterhin hohe Kosten, insbesondere in den Nachmittagsstunden.


