Ströer hat im Geschäftsjahr 2025 ein Rekordergebnis erzielt und gleichzeitig zentrale Weichen für den strategischen Wandel zu einem KI-getriebenen Plattformanbieter gestellt. Der Konzern erreichte laut vorläufigem Jahresbericht einen Umsatz von 2,075 Milliarden Euro und steigerte das adjusted EBITDA auf 626 Millionen Euro. Dass diese Entwicklung in einem volatilen Marktumfeld gelingt, wertet das Unternehmen als Beleg für die Stärke seiner datenbasierten Vermarktungsarchitektur und die wachsende Bedeutung digitaler Außenwerbung.
Starkes OOH-Wachstum und Rekordergebnisse im DOOH
Im Kerngeschäft OOH-Media erzielte Ströer mit 989 Millionen Euro einen neuen Höchstwert. Eine wesentliche Rolle spielte das digitale Inventar, das rund 400 Millionen Euro Umsatz generierte und seinen Anteil am Gesamterlös weiter ausbaute. Der OOH-Marktanteil des Unternehmens stieg auf 10 Prozent, während der digitale Anteil innerhalb des OOH-Segements erstmals die Marke von 40 Prozent überschritt.
Besonders dynamisch entwickelte sich das programmatische DOOH-Geschäft, das erneut zweistellig wuchs. Ein sichtbares Zeichen der technologischen Ausrichtung ist der neue LED-Screen „The Whale“ in Hamburg, der als größter LED-Screen Europas ein neues Premiumformat im deutschen Werbemarkt etabliert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
t-online baut Reichweite trotz KI-Druck weiter aus
Auch im Digitalgeschäft zeigt Ströer Stärke. t-online behauptete seine führende Marktstellung und übertraf im Januar und Februar 2026 trotz Googles vollständig ausgerollter KI-Zusammenfassungen die Reichweitenwerte aus den Vergleichsmonaten von 2024 um zweistellige Prozentwerte. Die Kombination aus hochwertigem Inhalt, einer großen Markenbekanntheit und der Ausspielung über Desktop, Mobile und DOOH bildet ein europaweit einzigartiges Reichweitenmodell und stärkt die Wettbewerbsposition des Konzerns zusätzlich.
KI als Kern der neuen Unternehmensstrategie
2025 markiert für Ströer den Beginn einer tiefgreifenden strategischen Neuorientierung. Künstliche Intelligenz wird zum zentralen Motor eines Plattformmodells, das die verschiedenen Vermarktungssäulen des Unternehmens zusammenführt. Durch die Verbindung von Infrastruktur, Daten, Reichweite und Kundenbeziehungen sollen künftig integrierte, individuell konfigurierbare Werbelösungen entstehen. Mit dem „Ströer Ad Manager“ entwickelt das Unternehmen ein System, das automatisiert maßgeschneiderte Kampagnenangebote erstellt, die sich konsequent an den Kommunikationszielen der Kundschaft orientieren.
Ergänzend dazu wird das KI-gestützte Analysesystem „Public Mind“ die Wirksamkeit von Außenwerbung anhand klar definierter KPIs planbar und transparent machen. Für die technische Umsetzung der neuen Plattformlogik wurde erstmals ein CTO für den Gesamtkonzern berufen.
Effizienz, Skalierung und wachsender Free Cashflow
Ströer erwartet, dass der Übergang vom klassischen Vermarktungsmodell zu einem KI-gestützten Plattformgeschäft die Hebelwirkung im Unternehmen deutlich verändert. Künftiges Umsatzwachstum soll weniger personalintensiv sein und stärker von strukturellen Effizienzgewinnen profitieren. Das Management sieht in den kommenden Jahren erhebliches Potenzial für steigende Margen, höhere Kapitaleffizienz und eine verbesserte Free-Cash-Flow-Conversion.
Diese Erwartungen spiegeln sich auch in den Segmententwicklungen wider: Digital & Dialog Media erreichte 892 Millionen Euro Umsatz und festigte seinen Stellenwert als Premium-Digitalumfeld. Statista wuchs trotz Transformationsphase auf 165 Millionen Euro und positionierte sich mit dem neuen MCP-Server als Datenpartner für KI-Ökosysteme. AsamBeauty behauptete sich in einem schwierigen Konsumumfeld und hielt seine Position im Handel stabil, trotz rückläufiger TV-Verkäufe.


