Tchibo erweitert seine Nachhaltigkeitsstrategie um einen digitalen Reparaturservice für Textilien und will damit ein klares Zeichen für mehr Kreislaufwirtschaft im Handel setzen. Gemeinsam mit spezialisierten Partnern startet das Unternehmen einen Pilotversuch, der Reparaturen erstmals systematisch in den Einkaufsprozess integriert und die Lebensdauer von Kleidung verlängern soll.
Digitaler Reparaturservice als Pilotprojekt
Im Rahmen des Projekts „Trag Gutes Weiter“ können Kunden ausgewählte Kleidungsstücke online zur Reparatur anmelden. Nach dem Einsenden werden die Artikel professionell instand gesetzt und innerhalb von rund zwei Wochen zurückgeschickt. Der laut Tchibo auf sechs Monate angelegte Test wird zunächst ausschließlich in Deutschland durchgeführt und dient dazu, die Nachfrage sowie die Wirtschaftlichkeit des Angebots zu evaluieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern
Das Modell basiert auf einer klaren Aufgabenverteilung zwischen drei Akteuren. Tchibo übernimmt die Kundenansprache und die Integration in die eigenen Vertriebskanäle. Die Abwicklung organisiert das Startup Repair Rebels, das den gesamten digitalen Prozess steuert. Für die handwerkliche Umsetzung ist die Upcycling-Manufaktur Bridge&Tunnel verantwortlich, die ihre Erfahrung in der Verarbeitung und Wiederverwertung von Textilien einbringt.
Fokus auf alltagsrelevante Reparaturen
Der Service konzentriert sich auf Kleidungsstücke und Produkte mit hohem Nutzwert. Dazu zählen unter anderem Hosen, Jacken, Kleider sowie Rucksäcke und Kinderbekleidung. Die Preise richten sich nach Art und Umfang der Reparatur und liegen im mittleren zweistelligen Bereich. Kleinere Arbeiten wie das Annähen von Knöpfen werden bewusst ausgeklammert und stattdessen durch digitale Anleitungen ergänzt.
Kreislaufwirtschaft wird strategischer Baustein
Mit dem Reparaturservice baut Tchibo seine Circular-Economy-Strategie weiter aus. Ziel ist es, Produkte länger im Nutzungskreislauf zu halten und Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen auf veränderte Konsumentenbedürfnisse sowie auf zunehmende regulatorische Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und Produktverantwortung. Der Pilot dient dabei auch als Testfeld, um langfristige Geschäftsmodelle im Bereich Reparatur und Wiederverwendung zu entwickeln.





