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Kennzeichnung von Tierhaltung: Gesetzesreform verzögert sich bis 2027

Supermarkt Kunde vor dem Fleischregal
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Die Einführung der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung wird auf 2027 verschoben. Während der Gesetzgeber mehr Zeit für eine Reform fordert, zeigt eine Umfrage: 70 Prozent der Verbraucher wünschen sich ein einheitliches staatliches Label – auch in Restaurants.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Umsetzung der verpflichtenden staatlichen Tierhaltungskennzeichnung wird verschoben: Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat empfiehlt eine Änderung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, wonach die Kennzeichnungspflicht erst ab dem 1. Januar 2027 gelten soll. CDU/CSU, SPD und Die Linke stimmten für den Vorschlag, die Grünen lehnten ihn ab, die AfD enthielt sich.

Die Begründung: Für die im Koalitionsvertrag vorgesehene umfassende Reform des Gesetzes reiche die Zeit bis März 2026 nicht aus. Die Verschiebung soll Raum für eine grundlegende Überarbeitung schaffen. Ursprünglich war das Gesetz bereits für 2025 geplant gewesen.

Mehrheit wünscht klare und staatliche Kennzeichnung

Parallel dazu zeigt eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beauftragte Umfrage ein deutliches Meinungsbild in der Bevölkerung: 70 Prozent der Befragten befürworten ein einheitliches staatliches Kennzeichen für Tierhaltungsbedingungen. Besonders junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren äußern Misstrauen gegenüber den aktuell existierenden Labeln – nur 16 Prozent dieser Altersgruppe halten diese für vertrauenswürdig.

BUND-Vorsitzender Olaf Bandt kritisiert die Bundesregierung deutlich: „Die Regierung verschleppt die Umsetzung eines längst beschlossenen Gesetzes. Dabei wünschen sich die Verbraucher eine verlässliche, transparente Kennzeichnung – auch in der Gastronomie.“ Laut Bandt ist es dringend erforderlich, alle Konsumkanäle vom Supermarkt bis zur Kantine abzudecken.

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Labelvielfalt sorgt für Verwirrung

Obwohl der Lebensmitteleinzelhandel mit dem System „Haltungsform“ eine freiwillige Lösung eingeführt hat, existieren weiterhin Hunderte private Label und Siegel. Diese Vielfalt führt zu Verunsicherung bei den Konsumenten und untergräbt das Vertrauen in die Kennzeichnung. Die geplante staatliche Regelung könnte hier für einheitliche Standards sorgen – vorausgesetzt, sie wird nicht weiter verzögert.

Der BUND fordert einen zügigen, EU-konformen Gesetzentwurf, um die Einführung 2027 nicht erneut zu gefährden. Bandt appelliert an die Politik, zumindest einfach umsetzbare Maßnahmen bereits jetzt zu realisieren, um den Erwartungen der Verbraucher zeitnah zu begegnen. Auch eine Ausweitung der Kennzeichnung auf Restaurants und Außer-Haus-Verpflegung müsse vorbereitet werden.

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