US-Präsident Donald Trump bleibt sich auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos treu. In seiner Rede erklärte er, dass die USA Grönland übernehmen sollten – jedoch auf friedlichem Weg. Eine militärische Eskalation, so Trump, komme nicht infrage. Stattdessen forderte er „sofortige Verhandlungen“ über eine Eingliederung der arktischen Insel in die Vereinigten Staaten.
Die Begründung: Nur die USA könnten Grönland glaubwürdig schützen, was letztlich auch Europa zugutekäme. Trump bezeichnete Grönland dabei als „ein Stück Eis, kalt und schlecht gelegen“, stellte seine Forderung gleichzeitig aber in einen größeren Kontext – als Ausgleich für das, was die USA seit Jahrzehnten für die NATO leisten würden. Seine Botschaft an die Bündnispartner war deutlich: Wer zustimme, könne auf Wohlwollen hoffen. Wer nicht, müsse mit Konsequenzen rechnen.
EU reagiert mit Zoll-Blockade
Parallel zum Forum in Davos stoppte das EU-Parlament die Umsetzung des in 2025 geschlossenen Zollabkommens mit den USA. Damit reagierten die Abgeordneten direkt auf Trumps Grönland-Drohung, die vielen in Brüssel als Affront galt und heute breit in einer Plenartagunsdebatte thematisiert wurde.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten gravierend sein. Sollte das Abkommen nicht wie geplant in Kraft treten, drohen ab dem 6. Februar zusätzliche Zölle auf US-Produkte im Umfang von rund 93 Milliarden Euro. Gleichzeitig hatte Trump zuvor selbst angekündigt, Strafzölle auf Waren aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Staaten zu verhängen – ebenfalls wegen des Streits um Grönland.
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Politischer Affront mit wirtschaftlichem Risiko
Trumps Worte sind damit weit mehr als reine Symbolpolitik. Sie bringen ein fragiles transatlantisches Verhältnis ins Wanken, das durch das geplante Zollabkommen eigentlich stabilisiert werden sollte. Die Forderung nach einer Übernahme Grönlands ist zwar nicht neu, erhält durch die Drohkulisse jedoch eine neue Eskalationsstufe – mit wirtschaftlichen wie geopolitischen Risiken, die Stand heute noch schwer vorhersehbar sind.


