Die Zahlungsbedingungen im deutschen B2B-Geschäft haben sich im ersten Halbjahr 2026 weiter verschoben. Unternehmen gewähren ihren Kunden zunehmend längere Zahlungsziele, während sich gleichzeitig die Unterschiede zwischen großen und kleineren Betrieben verstärken. Der aktuelle Zahlungsindikator von Creditreform zeigt damit eine wachsende Zweiteilung im Unternehmenssektor.
Zahlungsziele erreichen Höchststand seit Jahren
Lieferanten und Kreditgeber räumten ihren Kunden im Durchschnitt ein Zahlungsziel von 32,21 Tagen ein. Damit wurde der höchste Wert seit 2019 erreicht. Hintergrund sind vor allem wirtschaftliche Belastungen wie steigende Kosten für Energie, Material und Logistik, die viele Unternehmen zu flexibleren Zahlungsbedingungen zwingen.
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Großunternehmen profitieren deutlich stärker
Von den längeren Fristen profitieren vor allem große Unternehmen. Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten erhielten im Schnitt mehr als 35 Tage Zeit zur Begleichung ihrer Rechnungen. Kleine Unternehmen hingegen mussten mit deutlich kürzeren Fristen auskommen, was ihre Liquidität zusätzlich belastet und ihre Verhandlungsposition schwächt.
Zahlungsverzug bei KMU nimmt zu
Parallel dazu steigt der Zahlungsverzug insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Während Großunternehmen ihre Rechnungen vergleichsweise pünktlich begleichen, verlängern sich die Verzögerungen im Mittelstand spürbar. Für Gläubiger erhöht sich dadurch das Risiko von Zahlungsausfällen.
Forderungsvolumen und Transaktionen rückläufig
Das durchschnittliche Forderungsvolumen je Schuldner ist gesunken, ebenso die durchschnittlichen Rechnungswerte. Diese Entwicklung deutet auf ein insgesamt geringeres Geschäftsvolumen hin und spiegelt die schwache konjunkturelle Lage wider. Gleichzeitig zeigt sich ein vorsichtigeres Risikomanagement vieler Unternehmen.
Längere Wartezeiten auf Zahlungseingänge
Die durchschnittliche Forderungslaufzeit stieg auf über 40 Tage. Lieferanten müssen damit länger auf ihr Geld warten, insbesondere in Branchen wie Bau, Dienstleistungen und Einzelhandel. Trotz der aktuellen Stabilität könnte sich die Situation weiter verschärfen, sollte die wirtschaftliche Erholung ausbleiben.




