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Apothekerschaft ruft zu bundesweitem Protesttag im März auf

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Foto: BPI/Shutterstock_gerd-harder

Key takeaways

Die ABDA ruft für den 23. März 2026 zu bundesweiten Apothekenschließungen auf, um eine Honorarerhöhung durchzusetzen. An diesem Tag sollen "möglichst alle" Apotheken geschlossen werden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Apothekerschaft verschärft ihren Protest gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Finanzierung der öffentlichen Apotheken. Die Mitgliederversammlung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat einen bundesweiten Protesttag für den 23. März 2026 beschlossen. An diesem Tag sollen laut Pressemitteilung möglichst alle Apotheken geschlossen bleiben, die Versorgung wird ausschließlich über Notdienst-Apotheken sichergestellt.

Forderung nach höherer Vergütung

Nach Angaben der ABDA sind die Betriebskosten der Apotheken in den vergangenen 13 Jahren um rund 65 Prozent gestiegen, während die Vergütung weitgehend stagniert habe. Seit 2013 hätten fast 20 Prozent der Apotheken bundesweit schließen müssen. Ein Ende dieser Entwicklung sei derzeit nicht absehbar.

Das packungsbezogene Honorar wird gesetzlich festgelegt. Der Koalitionsvertrag sieht eine Erhöhung von 8,35 auf 9,50 Euro pro abgegebener Packung vor. Die Apothekerschaft fordert die Bundesregierung auf, diese Zusage umzusetzen.

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Kritik am Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz

Neben der Honorardebatte richtet sich der Protest auch gegen geplante Änderungen im Apothekenrecht. Im Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG), das in dieser Woche erstmals im Bundestag beraten wird, ist vorgesehen, dass Apotheken zeitweise ohne ständig anwesende Apothekerin oder Apotheker betrieben werden können.

Die ABDA lehnt dieses Modell strikt ab und warnt vor Risiken für die Arzneimitteltherapiesicherheit. Eine Apotheke ohne dauerhaft präsente pharmazeutische Leitung gefährde aus Sicht der Standesvertretung die Versorgungsqualität.

Weitere Protestmaßnahmen angelaufen

Der geplante Protesttag ist Teil einer breiter angelegten Kampagne. Bereits Ende Januar startete die Initiative „Uns gibt es nicht zum Nulltarif!“, mit der in Apotheken und auf Werbeflächen auf die wirtschaftliche Situation aufmerksam gemacht wird. Zudem wurde eine bundesweite Online-Petition ins Leben gerufen, um politische Unterstützung für die Forderungen der Branche zu mobilisieren.

Mit dem Protest will die Apothekerschaft ein Signal setzen, dass die wirtschaftliche Stabilität der Vor-Ort-Apotheken eine zentrale Voraussetzung für eine sichere Arzneimittelversorgung bleibt – insbesondere mit Blick auf demografischen Wandel und mögliche Krisenszenarien.

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