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KI und Cloud treiben Alibaba-Wachstum – doch Investition senken Profitabilität

Logo der Alibaba Gruppe auf einem Gebaeude
Foto: Alibaba Group

Key takeaways

Massive Investitionen in KI, Cloud-Infrastruktur und Quick Commerce belasten bei Alibaba die Profitabilität. Gleichzeitig wächst das Cloud-Geschäft kräftig, während KI-Produkte und neue Qwen-Anwendungen zunehmend zum strategischen Zentrum werden.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der chinesische Konzern Alibaba hat für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 ein moderates Umsatzwachstum gemeldet, zugleich aber massiv in Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Quick-Commerce investiert. Während insbesondere die Cloud-Sparte stark zulegte, belasteten hohe Ausgaben für Technologie, Nutzergewinnung und Logistik die operative Profitabilität des Konzerns deutlich.

Cloud- und KI-Geschäft werden zentraler Wachstumstreiber

Im Quartal zum 31. März 2026 steigerte Alibaba den Konzernumsatz um drei Prozent auf 243,4 Milliarden RMB (ca. 29,8 Milliarden Euro). Bereinigt um veräußerte Geschäftsbereiche wie Sun Art und Intime hätte das Wachstum laut Unternehmen elf Prozent betragen.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Cloud Intelligence Group. Der Bereich erhöhte seinen Umsatz um 38 Prozent auf 41,6 Milliarden RMB (ca. 5,1 Milliarden Euro). Das Geschäft mit externen Kunden wuchs sogar um 40 Prozent. KI-bezogene Produkte machten inzwischen rund 30 Prozent des Cloud-Umsatzes aus.

Alibaba-Chef Eddie Wu betonte, die bisherigen KI-Investitionen hätten den Übergang von der Entwicklungsphase zur großflächigen Kommerzialisierung geschafft. Im Fokus stehen dabei die hauseigenen Qwen-Modelle, neue Video- und World-Model-Systeme sowie KI-Agenten für Büro- und Programmieranwendungen.

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Hohe Investitionen drücken operative Gewinne

Trotz steigender Umsätze geriet die operative Profitabilität erheblich unter Druck. Der operative Gewinn drehte im Quartal von plus 28,5 Milliarden RMB (ca. 3,5 Milliarden Euro) im Vorjahreszeitraum auf einen Verlust von 848 Millionen RMB (ca. 104 Millionen Euro).

Das bereinigte EBITA brach um 84 Prozent auf 5,1 Milliarden RMB (ca. 625 Millionen Euro) ein. Hauptgründe waren steigende Ausgaben für Technologie, den Ausbau des Quick-Commerce-Geschäfts sowie Investitionen in Nutzererlebnis und Kundenakquise rund um die Qwen-App.

Auch der freie Cashflow entwickelte sich negativ. Nach einem positiven Wert im Vorjahr verzeichnete Alibaba nun einen Mittelabfluss von 17,3 Milliarden RMB (ca. 2,1 Milliarden Euro). Gleichzeitig erhöhte der Konzern seine Investitionen in Cloud-Infrastruktur und Rechenkapazitäten deutlich.

E-Commerce bleibt stabil, Quick Commerce wächst kräftig

Im chinesischen Kerngeschäft blieb die Entwicklung insgesamt stabil. Die Erlöse aus Kundenmanagementdiensten legten – bereinigt um neue Förderprogramme für Händler – um acht Prozent zu.

Das Quick-Commerce-Geschäft entwickelte sich besonders dynamisch. Die Umsätze stiegen im Quartal um 57 Prozent auf knapp 20 Milliarden RMB (ca. 2,5 Milliarden Euro). Wachstumstreiber war vor allem der Ausbau von „Taobao Instant Commerce“, das Ende April 2025 eingeführt wurde.

Alibaba integriert zunehmend KI-Funktionen direkt in seine Handelsplattformen. Die Qwen-App wurde mit Taobao- und Tmall-Funktionen verknüpft. Zusätzlich startete das Unternehmen mit dem „Qwen Shopping Assistant“ einen KI-Agenten für Produktsuche, Kaufberatung und Bestellmanagement.

Jahresgewinn sinkt trotz positiver Bewertungseffekte

Im gesamten Geschäftsjahr 2026 erhöhte Alibaba den Umsatz um drei Prozent auf rund 1,02 Billionen RMB (ca. 125 Milliarden Euro). Der operative Gewinn sank dagegen um 64 Prozent auf 50,2 Milliarden RMB (ca. 6,2 Milliarden Euro).

Der Nettogewinn verringerte sich um 19 Prozent auf 102,1 Milliarden RMB (ca. 12,5 Milliarden Euro). Positive Bewertungseffekte aus Beteiligungen sowie Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche konnten den Rückgang der operativen Ergebnisse nur teilweise kompensieren.

Die Cloud-Sparte blieb auch auf Jahressicht der wichtigste Wachstumsmotor. Der Umsatz des Segments stieg um 34 Prozent auf 158,1 Milliarden RMB (ca. 19,4 Milliarden Euro). Parallel investiert Alibaba weiter in eigene KI-Chips, multimodale Modelle und Plattformdienste für Entwickler und Unternehmen.

Für das Geschäftsjahr 2026 kündigte der Konzern zudem eine Dividende von 1,05 US-Dollar je ADS (ca. 0,97 Euro) an. Insgesamt sollen rund 2,5 Milliarden US-Dollar (ca. 2,3 Milliarden Euro) an Aktionäre ausgeschüttet werden.

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