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Amazon zahlt 510 Millionen Euro im italienischen Steuerstreit

Rückseite eines Amazon Tablets
Foto: Kasra Askari / Pexels

Key takeaways

Amazon zahlt 510 Millionen Euro zur Beilegung eines Steuerstreits in Italien. Trotz der Einigung setzt die Staatsanwaltschaft in Mailand die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung fort. Weitere Verfahren betreffen Vorwürfe aus den Jahren 2021–2024 sowie mögliche Zollverstöße im Zusammenhang mit Importen aus China.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Amazon hat sich bereit erklärt, im Rahmen eines Steuerverfahrens in Italien eine Zahlung in Höhe von 510 Millionen Euro (rund 582 Millionen US-Dollar) zu leisten. Dies bestätigte der Konzern am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Einigung mit der italienischen Steuerbehörde betrifft mutmaßliche Unregelmäßigkeiten in den Jahren 2019 bis 2021.

Streit trotz Einigung nicht beendet

Die Strafverfolger in Mailand zeigen sich jedoch unzufrieden mit dem ausgehandelten Deal. Sie wollen die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Amazon fortsetzen, wie zwei mit dem Verfahren vertraute Quellen berichten. Die Ermittler verdächtigen das Unternehmen, Steuern in Höhe von insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro hinterzogen zu haben. Eine Anklageerhebung könnte Anfang 2026 folgen.

Amazon wies in einer Stellungnahme die Vorwürfe zurück und übte scharfe Kritik am regulatorischen Umfeld in Italien. Man werde sich „mit Nachdruck gegen die unbegründete strafrechtliche Untersuchung verteidigen“. Zugleich bemängelte der Konzern die „unvorhersehbare Regulierung, überzogene Strafen und langwierige Verfahren“, die Italiens Attraktivität als Investitionsstandort zunehmend beeinträchtigten.

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Weitere Verfahren gegen Amazon in Italien

Neben dem laufenden Hauptverfahren führen italienische Behörden zwei weitere Ermittlungen gegen Amazon. Eine betrifft angebliche Steuervergehen zwischen 2021 und 2024, die andere dreht sich um mutmaßliche Zoll- und Steuervergehen im Zusammenhang mit Importen aus China.

Bereits zuvor hatte eine italienische Amazon-Tochtergesellschaft ein separates Verfahren beigelegt: Sie zahlte rund 180 Millionen Euro (etwa 210 Millionen US-Dollar) und schaffte ein umstrittenes Überwachungssystem für Lieferpersonal ab. In diesem Zusammenhang ging es um mutmaßliche Steuerhinterziehung und illegale Arbeitspraktiken. Insgesamt haben in den vergangenen zwei Jahren über 30 Unternehmen ähnliche Vergleiche mit den italienischen Behörden abgeschlossen.

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