Der Stuttgarter B2B-Spezialversandhändler TAKKT hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatzrückgang stabilisiert. Nach neun Monaten erreichte der Stuttgarter Konzern Erlöse von 685,6 Millionen Euro, nach 736,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Organisch sank der Umsatz um 5,1 Prozent, im dritten Quartal betrug das Minus 4,3 Prozent. Ein Cyberangriff nach Quartalsende beeinträchtigt inzwischen wichtige Geschäftsprozesse und erhöht die Risiken für die Jahresprognose.
TAKKT verzeichnet weiterhin rückläufige Nachfrage
Die Investitionsbereitschaft vieler Geschäftskunden blieb im dritten Quartal verhalten. Dennoch entwickelte sich der organische Umsatzrückgang nahezu unverändert gegenüber dem Vorquartal.
Im Geschäftsbereich Industrial & Packaging stabilisierte sich die Entwicklung ebenfalls. In Deutschland verringerte sich der Umsatzrückgang, blieb jedoch etwas stärker als in anderen Regionen.
Mit dem Transformationsprogramm TAKKT Forward will das Unternehmen den Vertrieb stärken, den direkten Kundenkontakt ausbauen und seine Marketingkanäle besser verzahnen.
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US-Möbelgeschäft profitiert von Behördenaufträgen
In der Division Office Furniture & Displays entwickelte sich die Nachfrage beim US-Anbieter National Business Furniture positiv. Insbesondere Bundesbehörden bestellten zum Ende ihres Haushaltsjahres im September verstärkt.
Wetterbedingte Verzögerungen bei Containertransporten verhinderten allerdings die rechtzeitige Auslieferung einiger Produkte. Dadurch erhöhte sich der Auftragsbestand zum Quartalsende.
Das Displays-Geschäft blieb leicht rückläufig. Im Bereich Foodservices zeigten sich dagegen erste Fortschritte nach einem schwachen ersten Halbjahr.
Foodservices zeigt erste Erholungstendenzen
Bei der Marke Hubert entwickelte sich das Geschäft mit Großkunden leicht positiv. Gleichzeitig gewinnt die gezielte Ansprache kleinerer, wachsender Restaurantketten an Bedeutung.
TAKKT setzt die Neuausrichtung seines Portfolios fort. Bereits eingestellt wurden unter anderem unprofitable Projektaktivitäten bei Foodservices sowie die Geschäfte von Mydisplays und XXLhoreca.
Weitere Anpassungen werden geprüft. Strategisch konzentriert sich der Konzern zunehmend auf sein europäisches Kerngeschäft Industrial & Packaging.
Rohertragsmarge steigt trotz höherer Frachtkosten
Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten erhöhten insbesondere in Europa die Transportkosten. TAKKT reagierte mit einer angepassten Preisgestaltung und verbesserten Einkaufskonditionen.
Die Rohertragsmarge erreichte nach neun Monaten 39,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte sie bei 39,0 Prozent gelegen.
Damit konnte der Konzern seine Handelsspanne trotz des schwierigen Marktumfelds leicht verbessern. Die rückläufigen Umsätze belasteten jedoch weiterhin das operative Ergebnis.
EBITDA sinkt auf 14,5 Millionen Euro
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verringerte sich in den ersten neun Monaten auf 14,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte TAKKT noch 27,3 Millionen Euro erzielt.
Enthalten waren einmalige Aufwendungen von 7,3 Millionen Euro, insbesondere für Personalmaßnahmen und die Einführung neuer Organisationsstrukturen. Die bereinigte EBITDA-Marge sank von 4,3 auf 3,2 Prozent.
Durch vereinfachte Abläufe, Automatisierung und organisatorische Veränderungen reduzierte TAKKT seine Kostenbasis um rund neun Millionen Euro. Zusätzlich belastete eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von etwa 19 Millionen Euro im Foodservices-Geschäft das operative Ergebnis nach Abschreibungen.
Cyberangriff beeinträchtigt Bestellungen und Auslieferungen
Nach Ende des dritten Quartals wurde TAKKT Ziel eines Cyberangriffs. Besonders betroffen sind Industrial & Packaging in Europa sowie Foodservices in Nordamerika.
Nach Unternehmensangaben ist der Angriff inzwischen eingedämmt. Die Wiederherstellung der betroffenen IT-Systeme erfolgt gemeinsam mit externen Spezialisten.
Die meisten Webshops und Kommunikationskanäle funktionieren weiterhin. Allerdings sind Auftragsbearbeitung, Warenauslieferung und Rechnungsstellung eingeschränkt, während wichtige Prozesse schrittweise wieder anlaufen.
TAKKT sieht erhöhte Risiken für Jahresziele
Vor dem Cyberangriff entsprach die Geschäftsentwicklung den bisherigen Erwartungen. Nun rechnet TAKKT mit spürbaren Belastungen für Umsatz, Ergebnis und Liquidität im vierten Quartal.
Bislang prognostiziert der Konzern ein organisches Umsatzwachstum zwischen minus sieben und plus drei Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von zwei bis fünf Prozent. Inzwischen steigt das Risiko, lediglich den unteren Bereich dieser Spannen zu erreichen.
Abhängig von der Dauer der IT-Störungen sind auch schlechtere Ergebnisse möglich. Eine zuverlässige Einschätzung der finanziellen Auswirkungen ist derzeit noch nicht möglich.
Negativer Free Cashflow für 2026 möglich
Der freie Cashflow lag nach neun Monaten bei minus 12,7 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte TAKKT einen Mittelabfluss von 1,7 Millionen Euro verzeichnet.
Das geringere operative Ergebnis belastete die Liquiditätsentwicklung. Durch den Cyberangriff hat sich zusätzlich das Risiko erhöht, dass der Free Cashflow auch im Gesamtjahr negativ ausfällt.
Entscheidend sind nun die Wiederherstellung der Geschäftsprozesse und der weitere Abbau des gebundenen Umlaufvermögens. TAKKT erwartet in den kommenden Wochen schrittweise operative Verbesserungen.




