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Adyen wächst im dritten Quartal kräftig und investiert nach Übernahmen

Büro von Adyen
Foto: Adyen

Key takeaways

➟ Adyen steigert im dritten Quartal 2026 den Nettoumsatz um 23 Prozent auf 738,1 Millionen Euro. Das Plattformgeschäft wächst besonders stark, während zusätzliche Investitionen die EBITDA-Margenerwartung beeinflussen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat seinen Nettoumsatz im dritten Quartal 2026 um 23 Prozent auf 738,1 Millionen Euro gesteigert. Das abgewickelte Zahlungsvolumen erhöhte sich um 30 Prozent auf 451,1 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Plattformgeschäft, während auch die Bereiche Digital und Unified Commerce zweistellige Zuwächse erzielten. Gleichzeitig beschleunigt Adyen seine Investitionen nach den Übernahmen von Talon.One und Orb und erwartet deshalb für 2026 eine EBITDA-Marge von 50 Prozent.

Adyen verarbeitet Zahlungen über 451 Milliarden Euro

Das Zahlungsvolumen stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 30 Prozent. Die Zahl der aktiven Zahlungsterminals erhöhte sich um 25 Prozent auf 878.000.

Währungsbereinigt wuchs der Nettoumsatz um 22 Prozent. Adyen führt die Entwicklung auf höhere Zahlungsvolumina bestehender Großkunden, neue Unternehmenskunden und die erstmalige Einbeziehung der übernommenen Unternehmen zurück.

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Digitalgeschäft wächst um 16 Prozent

Im Geschäftsbereich Digital erzielte Adyen einen Nettoumsatz von 387,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent beziehungsweise 14 Prozent ohne Wechselkurseffekte.

Das verarbeitete Zahlungsvolumen nahm um 28 Prozent zu. Besonders Reise- und Mobilitätsanbieter sowie Unternehmen aus den Bereichen digitale Inhalte und Abonnements trugen zum Wachstum bei.

Adyen profitierte zudem davon, dass große Bestandskunden einen höheren Anteil ihrer Zahlungen über die Plattform abwickelten. Die gestaffelte Preisstruktur soll zusätzliche Transaktionsvolumina fördern.

Unified Commerce erreicht 250,5 Millionen Euro Umsatz

Der Geschäftsbereich Unified Commerce steigerte seine Nettoerlöse um 29 Prozent auf 250,5 Millionen Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 27 Prozent.

Das Zahlungsvolumen erhöhte sich um 22 Prozent. Trotz eines verhaltenen Einzelhandelsumfelds konnte Adyen das Geschäft mit internationalen Handelsunternehmen ausbauen.

Inzwischen nutzen 499 größere Kunden die Zahlungsplattform in relevantem Umfang sowohl stationär als auch online. Zum Umsatzwachstum trug erstmals auch Talon.One bei.

Plattformgeschäft legt um 46 Prozent zu

Das stärkste Wachstum verzeichnete Adyen im Segment Platforms. Der Nettoumsatz erhöhte sich um 46 Prozent auf 100,2 Millionen Euro.

Das abgewickelte Zahlungsvolumen stieg um 55 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Zahl der aktiven Geschäftskunden um 48 Prozent auf 312.000.

Mittlerweile erreichen 46 Plattformkunden ein jährliches Zahlungsvolumen von jeweils mehr als einer Milliarde Euro. Im Vorquartal waren es 37 und ein Jahr zuvor 31 Kunden.

Adyen gewinnt insbesondere bei Softwareplattformen sowie in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Versicherungen Marktanteile. Über diese Partner bietet das Unternehmen kleineren Händlern Zahlungs- und Finanzdienstleistungen an.

Talon.One und Orb erweitern das Produktangebot

Mit den Übernahmen von Talon.One und Orb baut Adyen seine Leistungen über die reine Zahlungsabwicklung hinaus aus. Die Kombination umfasst künftig auch Kundenbindungsprogramme, nutzungsabhängige Abrechnung und zusätzliche Finanzprodukte.

Orb ermöglicht Adyen einen besseren Zugang zu wachstumsstarken Unternehmen mit KI-basierten Geschäftsmodellen. Seit der Übernahme konnte der Zahlungsdienstleister unter anderem Route und Wasabi Technologies als Kunden für seine Zahlungsabwicklung gewinnen.

Talon.One ergänzt die Plattform um Funktionen für Kundenbindung und personalisierte Angebote. Besonders die Verbindung von stationären und digitalen Treueprogrammen stößt nach Unternehmensangaben auf großes Interesse.

Adyen beschleunigt Personalaufbau

Aufgrund der Nachfrage nach den erweiterten Dienstleistungen erhöht Adyen seine Investitionen in Personal und Produktentwicklung. Neue Stellen entstehen vor allem in technischen Funktionen und im Vertrieb, insbesondere in den USA.

Im dritten Quartal kamen 177 Mitarbeiter auf organischer Basis hinzu. Durch die Übernahmen von Talon.One und Orb erhöhte sich der Personalbestand zusätzlich um 399 Beschäftigte.

Insgesamt beschäftigte Adyen zum Quartalsende 5.596 Vollzeitkräfte. Für 2026 plant das Unternehmen nun einen Nettozuwachs von 1.000 bis 1.100 Stellen einschließlich der übernommenen Teams.

Umsatzprognose bestätigt, EBITDA-Marge angepasst

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Adyen weiterhin ein währungsbereinigtes Nettoumsatzwachstum zwischen 21 und 23 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt damit unverändert.

Die verstärkten Investitionen wirken sich allerdings auf die kurzfristige Profitabilität aus. Adyen rechnet nun mit einer EBITDA-Marge von 50 Prozent.

Zugleich streicht das Unternehmen sein bisheriges mittelfristiges EBITDA-Margenziel, um bei künftigen Investitionen flexibler zu bleiben. An den langfristigen Skaleneffekten seines Geschäftsmodells hält das Management fest.

Investitionsquote soll nach 2026 wieder sinken

Die Investitionsausgaben sollen im laufenden Jahr rund sieben Prozent des Nettoumsatzes erreichen. Nach 2026 erwartet Adyen eine Rückkehr zu niedrigeren, historisch üblichen Investitionsquoten.

Die finanziellen Ziele für 2027 will das Unternehmen im Februar 2027 gemeinsam mit den Ergebnissen für das zweite Halbjahr 2026 vorstellen. Bis dahin liegt der Schwerpunkt auf der Integration der Übernahmen und dem Ausbau des kombinierten Produktangebots.

Mit der Erweiterung um Loyalty-, Billing- und Finanzlösungen will Adyen zusätzliche Umsatzpotenziale bei bestehenden und neuen Kunden erschließen. Die höheren Investitionen sollen dafür die Grundlage schaffen.

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