Der Abschluss von Versicherungen über das Internet hat sich in Deutschland inzwischen fest etabliert. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage haben bereits 89 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal eine Versicherung online abgeschlossen. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 83 Prozent.
Besonders stark verbreitet ist der digitale Versicherungsabschluss bei jüngeren und mittleren Altersgruppen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Versicherungsarten und den bevorzugten Abschlusswegen.
Jüngere Generationen setzen fast vollständig auf Online-Abschlüsse
Vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher unter 65 Jahren nutzen digitale Versicherungsangebote inzwischen nahezu flächendeckend. In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren haben bereits 96 Prozent Erfahrungen mit Online-Versicherungen gesammelt. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 98 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen bei 99 Prozent.
Deutlich zurückhaltender agieren ältere Menschen. In der Altersgruppe ab 65 Jahren haben zwar ebenfalls die meisten bereits eine Versicherung online abgeschlossen, der Anteil liegt mit 64 Prozent jedoch klar niedriger.
Nach Einschätzung des Digitalverbands Bitkom hat sich der Online-Abschluss vor allem durch einfachere Vergleichsmöglichkeiten und höhere Transparenz etabliert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Vergleichsportale dominieren den digitalen Abschluss
Besonders häufig nutzen Verbraucher Vergleichsplattformen wie Check24 oder Verivox für den Abschluss von Versicherungen. 57 Prozent der Befragten mit Online-Erfahrung gaben an, ihre Police über entsprechende Portale abgeschlossen zu haben.
Fast ebenso wichtig bleibt der direkte Abschluss beim Versicherer selbst. Knapp die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer entschied sich dafür, Versicherungen unmittelbar über die Webseiten der Anbieter abzuschließen.
Darüber hinaus gewinnen Versicherungen als Zusatzangebote im Online-Handel an Bedeutung. 43 Prozent haben Versicherungen direkt beim Kauf von Reisen oder technischen Geräten online abgeschlossen. Weitere digitale Abschlusswege sind Versicherungsvertreter, Makler oder Banken.
Reise- und Tierversicherungen besonders digital
Je nach Versicherungsart unterscheiden sich die Online-Anteile deutlich. Besonders häufig werden Tierversicherungen digital abgeschlossen. Hier entschieden sich zuletzt 61 Prozent für einen Online-Abschluss.
Auch Reiserücktrittsversicherungen gehören zu den besonders stark digitalisierten Versicherungssegmenten. 58 Prozent schlossen diese zuletzt online ab. Bei Kfz-Versicherungen liegt der Anteil bei 50 Prozent.
Weniger verbreitet sind digitale Abschlüsse dagegen bei komplexeren Versicherungsprodukten. So wurden Berufsunfähigkeitsversicherungen nur von 35 Prozent zuletzt online abgeschlossen. Bei privater Altersvorsorge liegt der Anteil bei 34 Prozent.
Klassische Policen bleiben teilweise stationär geprägt
Vor allem traditionelle Versicherungen werden weiterhin häufig offline abgeschlossen. Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen wurden jeweils nur von 23 Prozent zuletzt digital abgeschlossen.
Auch bei Unfallversicherungen sowie regulären Krankenversicherungen bleibt der persönliche Beratungsbedarf vergleichsweise hoch. Hier dominieren weiterhin klassische Vertriebswege.
Die Bitkom-Studie zeigt insgesamt jedoch, dass sich der Online-Abschluss zunehmend zum Standard entwickelt. Digitale Plattformen und vereinfachte Vergleichsmöglichkeiten verändern den Versicherungsmarkt nachhaltig und stärken den Wettbewerb zwischen den Anbietern.




