Die südkoreanische E-Commerce-Plattform Coupang sieht sich in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert. Hintergrund ist ein massiver Cyberangriff, bei dem persönliche Daten von mehr als 33 Millionen Kunden kompromittiert wurden. Investoren werfen dem Unternehmen vor, Sicherheitsrisiken verschwiegen und zu spät auf die Datenpanne reagiert zu haben.
Klage richtet sich auch gegen die Führungsspitze
Die Sammelklage wurde laut Reuters vergangene Woche bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht. Neben dem Unternehmen selbst sind auch CEO Bom Kim und Finanzchef Gaurav Anand persönlich betroffen. Die Kläger machen geltend, dass Coupang in öffentlichen Mitteilungen seine Cybersicherheitsvorkehrungen beschönigt und regulatorische Pflichten zur Offenlegung verletzt habe.
Coupang hatte erst Mitte Dezember öffentlich gemacht, dass ein ehemaliger Mitarbeiter über Monate hinweg unbefugt Zugriff auf interne Systeme hatte. Dabei wurden unter anderem Namen, E-Mail-Adressen, Lieferadressen und Bestellhistorien entwendet. Zahlungsdaten und Zugangsdaten seien nach Unternehmensangaben hingegen nicht betroffen gewesen.
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Reaktion, Rücktritte und Folgen
Die Enthüllung führte nicht nur zu öffentlichen Entschuldigungen durch das Unternehmen, sondern auch zum Rücktritt von Park Dae-jun, dem CEO der Coupang-Tochter Coupang Corp. Das Unternehmen kündigte an, seine Sicherheitsstrukturen zu verbessern, um künftige Vorfälle zu verhindern.
Coupang mit Hauptsitz in Seoul und Standorten unter anderem in Kalifornien dominiert den südkoreanischen Onlinehandel und bietet neben E-Commerce auch Video- und Essenslieferdienste an. Die Datenpanne zieht inzwischen auch Untersuchungen durch südkoreanische Behörden nach sich. Die Klage betrifft Anleger, die zwischen dem 6. August und dem 16. Dezember Wertpapiere von Coupang erworben haben.




