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DHL stärkt Healthcare-Logistik zwischen Europa, Nordamerika und Asien

DHL Mitarbeiter mit Coldchain Frachtware
Foto: DHL Group

Key takeaways

➟ Neue spezialisierte Luftfrachtverbindungen sollen den internationalen Transport empfindlicher Pharmaprodukte verbessern. Der Logistikkonzern stärkt dafür wichtige Drehkreuze in Asien und Nordamerika.

Lesezeit ca. 3 Minuten

DHL Global Forwarding erweitert sein internationales Kühlkettennetzwerk für die Pharma- und Gesundheitsindustrie um sechs spezialisierte Luftfrachtverbindungen. Die neuen Routen verbinden wichtige Produktions-, Forschungs- und Distributionsstandorte in Europa und Nordamerika mit asiatischen Pharmamärkten. Ziel ist es, temperatursensible Arzneimittel und medizinische Produkte zuverlässiger zu transportieren.

Die heute angekündigte Erweiterung ist Teil des DHL Health Logistics Cold Chain Network. Durch zusätzliche Transportkapazitäten und stärker kontrollierte Abläufe will der Logistikkonzern Risiken bei internationalen Pharmalieferungen reduzieren.

Sechs neue Luftfrachtkorridore verbinden wichtige Pharmastandorte

Die neuen Verbindungen führen von Lüttich und Brüssel nach Shanghai sowie von Brüssel nach Singapur. Drei weitere Routen verbinden das amerikanische Luftfrachtdrehkreuz Cincinnati mit Singapur, Tokio-Narita und Seoul-Incheon.

Damit verbessert DHL die Anbindung bedeutender Standorte der pharmazeutischen Industrie in Asien. Kunden sollen von zusätzlichen Transportalternativen, temperaturkontrollierten Kapazitäten und besser planbaren Lieferzeiten profitieren.

Die Erweiterung folgt auf die Anfang 2026 eingeführte Verbindung zwischen Brüssel und Cincinnati. DHL baut damit schrittweise ein Netzwerk spezialisierter Luftfrachtstrecken für den internationalen Healthcare-Markt auf.

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Boeing 777 ermöglicht unterschiedliche Temperaturbereiche

Die neuen Transportkorridore werden überwiegend innerhalb des eigenen DHL-Netzwerks betrieben. Der Großteil der Sendungen soll mit Frachtflugzeugen des Konzerns transportiert werden.

Durch weniger Übergaben zwischen verschiedenen Dienstleistern will DHL die Kontrolle über die Waren während des gesamten Transportprozesses verbessern. Besonders bei Arzneimitteln und biopharmazeutischen Produkten können Temperaturabweichungen die Qualität beeinträchtigen.

Zum Einsatz kommen Boeing-777-Frachtflugzeuge mit drei getrennten Frachträumen, deren Temperaturen unterschiedlich eingestellt werden können. Ergänzend nutzt DHL spezielle Thermodecken und geprüfte Abfertigungsprozesse, um empfindliche Sendungen während des Transports und bei Umladevorgängen zu schützen.

Singapur gewinnt als Healthcare-Drehkreuz an Bedeutung

Mit den Verbindungen aus Brüssel und Cincinnati stärkt DHL insbesondere Singapur als Standort innerhalb seines asiatisch-pazifischen Logistiknetzwerks.

Dort plant das Unternehmen den DHL Singapore Cold Chain Hub. Die Anlage soll spezialisierte Lager- und Abfertigungsflächen für zwei Temperaturbereiche bieten: 2 bis 8 Grad Celsius sowie 15 bis 25 Grad Celsius.

Ein direkter Zugang zum Flughafenvorfeld soll die Abfertigung beschleunigen und Transportwege zwischen Lagerung und Flugzeug verkürzen.

Die Investitionen sollen Singapurs Rolle als Umschlagplatz für Arzneimittel, Impfstoffe und weitere temperatursensible Gesundheitsprodukte ausbauen.

DHL investiert auch in Healthcare-Standorte in den USA

Neben den asiatischen Verbindungen erweitert DHL seine Infrastruktur in Nordamerika. Cincinnati übernimmt dabei die Funktion eines zentralen Luftfracht-Gateways für Transporte zwischen den USA und wichtigen asiatischen Pharmamärkten.

Geplant sind zusätzliche temperaturkontrollierte Lager- und Abfertigungskapazitäten am Flughafen sowie an weiteren Standorten.

Auch die spezialisierte Life-Sciences- und Healthcare-Anlage in Indianapolis wird erweitert. Dort entstehen zusätzliche Flächen für die Lagerung und Bearbeitung von Paletten bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad Celsius.

Indianapolis liegt rund zweieinhalb Autostunden vom Luftfrachtdrehkreuz Cincinnati entfernt und ergänzt damit die regionalen Logistikkapazitäten.

DHL setzt auf integrierte Kühlketten für Pharmaprodukte

Die neuen Verbindungen sind Bestandteil der Strategie, ein durchgängiges temperaturkontrolliertes Transportnetz für die Gesundheitsindustrie aufzubauen.

DHL richtet sich damit an Hersteller und Distributoren von Arzneimitteln, Biopharmazeutika, Impfstoffen sowie Materialien für klinische Studien. Neben spezialisierten Luftfrachtrouten umfasst das Konzept kontrollierte Abfertigungsprozesse und geeignete Kühltechnologien.

Henk Venema, Global Head of Air Freight bei DHL Global Forwarding, verweist auf die steigende Nachfrage nach verlässlichen Transportverbindungen zwischen internationalen Pharmastandorten.

Mit der Erweiterung will DHL die Transportqualität entlang wichtiger Handelsrouten verbessern und seinen Geschäftsbereich für temperaturgeführte Healthcare-Logistik weiter ausbauen.

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