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Neue bevh-Zahlen: E-Commerce in Deutschland wächst – doch eine Gruppe verliert

Deutschland Flagge und rote E Commerce Taste auf einem Keyboard
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Der deutsche E-Commerce legte 2025 wieder kräftig zu. Mit 83,1 Mrd. Euro stieg der Warenumsatz um 3,2 %. Treiber waren erneut vor allem Marktplätze und die neue Konkurrenz aus China. Multichannel-Händler zählen dagegen erneut zu den Verlierern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der deutsche E-Commerce hat im Jahr 2025 einen deutlichen Aufschwung erlebt. Nach zwei Jahren mit schwächerem Wachstum konnte der Onlinehandel mit Waren in allen Quartalen zulegen und erreichte laut Berechnungen des E-Commerce-Verbands bevh einen Bruttoumsatz von 83,1 Milliarden Euro – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf die Branche nicht nur ihre eigene Prognose von 2,5 Prozent, sondern entwickelte sich auch deutlich dynamischer als der stationäre Einzelhandel. Die Umsätze digitaler Dienstleistungen stiegen sogar um 7,3 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Zusammengenommen kratzt der Onlinehandel mit Waren und Services somit wieder an der symbolträchtigen Marke von 100 Milliarden Euro.

Stabile Kundenbasis und höhere Ausgaben pro Bestellung

Auch unter herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt der Onlinehandel ein Wachstumsmotor. Die Konsumfreude im Netz hält an: Ein Drittel der Kunden (34,2 Prozent) bestellt mindestens zweimal pro Woche online. Der durchschnittliche Warenkorbwert stieg leicht auf 146,19 Euro. Die Zufriedenheit liegt stabil bei über 96 Prozent. Auffällig ist zudem, dass der Anteil der Konsumenten, die ihre Online-Ausgaben reduzieren wollen, mit 24,6 Prozent so niedrig ist wie seit vier Jahren nicht mehr.

Ein genauer Blick auf die einzelnen Warengruppen zeigt: Besonders dynamisch entwickelten sich der Verkauf von Medikamenten (+6,0 %), Lebensmitteln (+5,5 %) und Tierbedarf (+5,0 %). Auch klassische Warengruppen wie Haushaltswaren (+4,8 %), Heimtextilien (+4,6 %) oder Möbel und Dekoration (+3,3 %) konnten zulegen. Der Elektronikhandel wuchs mit 1,4 % unterdurchschnittlich, nachdem er im Vorjahr noch rückläufig war. Nur die Auto-Kategorie verzeichnet mit -0,3% eine leichte Delle.

Die Relevanz von Online-Marktplätzen bleibt hoch: Diese steigerten, wie auch in den Vorjahren, überproportional ihren Umsatz um 4,9 % auf 46,2 Milliarden Euro und verantworten mittlerweile mehr als die Hälfte des gesamten E-Commerce mit Waren. Plattformen aus China – allen voran Shein, Temu und AliExpress – trugen trotz ihres niedrigen Umsatzniveaus mit 30 Prozent zum gesamten Wachstum des Onlinehandels bei. Ihr gemeinsamer Umsatz stieg um 27,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.

Mit einem Minus von -1,1% entwickelte sich einzig die Händler-Kategorie „Multichannel“, zu denen neben den großen Händlern wie MediaMarktSaturn, Douglas oder Breuninger auch beispielsweise zahlreiche Mode-Boutiquen mit eigenen Online-Shops zählen. Da in dieser Kategorie die Mehrheit der großen Händler weiterhin ein Online-Wachstums verzeichnet, leiden folglich vor allem die vielen kleinen Multichannel-Online-Händler, die zunehmend Schwierigkeiten haben, mit den großen und neuen Playern mitzuhalten.

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Re-Commerce boomt, KI-Shopping noch zurückhaltend genutzt

Auch der Secondhand-Markt profitiert laut bevh erneut Der gewerbliche Re-Commerce – also der professionelle Handel mit gebrauchten Waren – legte 2025 um bemerkenswerte 21,8 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro zu. Voraussetzung für eine weiterhin positive Entwicklung sei laut bevh, dass regulatorische Rahmenbedingungen stärker auf die Besonderheiten des Handels mit gebrauchten Waren eingehen.

Zukunftsweisend, aber noch nicht durchgesetzt ist das KI-basierte Einkaufen. Zwar verspricht der Einsatz künstlicher Intelligenz neue Shopping-Erlebnisse, doch nutzen bislang nur 6,3 Prozent der Kunden vollständig automatisierte Einkaufsprozesse. 91,7 Prozent lehnen dies derzeit noch ab – das Vertrauen in die Technologie fehlt. Laut bevh ist hier nicht nur die Branche, sondern auch der Gesetzgeber gefragt: Nur durch klare Regeln, Transparenz der KI-Algorithmen und faire Marktbedingungen könne verhindert werden, dass KI-Plattformen zu übermächtigen Gatekeepern im digitalen Handel werden.

Fazit: Schwung zurück, aber nicht für alle ein Gewinnt

Die aktuellen Zahlen zeigen: Der deutsche E-Commerce hat seine Wachstumsschwäche überwunden und gewinnt wieder an Dynamik. Doch nicht alle Marktakteure profitieren gleichermaßen von diesem Aufschwung. Während Online-Marktplätze überdurchschnittlich zulegen und Plattformen aus Asien wie Temu oder Shein mit zweistelligen Wachstumsraten auffallen, verlieren klassische Multichannel-Händler als einzige Versendergruppe Umsatz – ein klares Signal für verschärften Wettbewerb.

Der zunehmende Erfolg großer Plattformanbieter und wachstumsstarker Nischen wie Re-Commerce führt zu einer leichten Marktverengung. Die Konzentration im E-Commerce nimmt zu – eine Entwicklung, die vor allem kleinere Händler künftig vor Herausforderungen stellen dürfte.

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