Der deutsche Einzelhandel hat im Jahr 2025 real 2,4 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Nominal lag das Plus bei 3,6 Prozent. Das geht aus einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders stark war die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr, das ein preisbereinigtes Wachstum von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete. Im zweiten Halbjahr schwächte sich das Wachstum jedoch auf 1,1 Prozent ab.
Sondereffekt im Onlinehandel stärkt Gesamtentwicklung
Ein Treiber dieser Entwicklung war eine Umstrukturierung im Internet- und Versandhandel im August 2024. Dadurch flossen seither zusätzliche Umsätze in die deutsche Statistik ein, die zuvor nicht erfasst worden waren. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich auf Basis der verfügbaren Daten für Januar bis November sowie einer Schätzung für Dezember ein realer Umsatzzuwachs von 2,3 bis 2,6 Prozent. Nominal liegt das geschätzte Plus bei 3,5 bis 3,8 Prozent.
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Rückgang im November, aber positives Jahresbild
Im November 2025 sank der kalender- und saisonbereinigte Umsatz im Einzelhandel im Vergleich zum Oktober um 0,6 Prozent (real) bzw. 1,1 Prozent (nominal). Verglichen mit dem Vorjahresmonat ergab sich jedoch ein reales Umsatzplus von 1,1 Prozent und ein nominales Plus von 1,9 Prozent. Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung nach Warengruppen: Während der Lebensmitteleinzelhandel im Vergleich zum Oktober 1,9 Prozent (real) einbüßte, legte der Nicht-Lebensmittelbereich leicht um 0,3 Prozent zu.
Der Internet- und Versandhandel zeigte sich im November erneut als stabile Wachstumsquelle mit einem realen Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem kräftigen Zuwachs von 5,9 Prozent im Jahresvergleich.
Neue Stichprobe wirkt sich auf Vergleichswerte aus
Im Oktober 2025 wurde eine neue Stichprobe bei den meldepflichtigen Einzelhandelsunternehmen eingeführt, die rückwirkend ab Januar 2024 gilt. Diese Umstellung führte zu deutlichen Revisionen früherer Werte und erschwert die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren. Das Statistische Bundesamt setzt hier auf sogenannte vorwärts verkettete Messzahlen, um Kontinuität in den Zeitreihen zu gewährleisten.


