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EU-Konsum verursacht weltweit Kahlschlag: 50 Mio. Bäume pro Jahr

Bauer mit gelber Kakaofrucht
Gelbe Kakaofrucht, Symbolbild / Foto: Pexels

Key takeaways

Eine WWF-Analyse zeigt: Der Konsum in der EU führt jährlich zur Abholzung von 50 Millionen Bäumen. Haupttreiber sind Kakao, Rind und Soja. Deutschland trägt die größte Einzelverantwortung. Der WWF fordert, die geplante EU-Waldschutzverordnung (EUDR) wie vorgesehen umzusetzen – ohne Aufweichungen oder Verzögerungen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Zwischen 2021 und 2023 wurden weltweit rund 149 Millionen Bäume gefällt, um den Rohstoffbedarf der EU zu decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse des WWF, die den Zusammenhang zwischen europäischem Konsum und globaler Entwaldung aufzeigt. Demnach werden jährlich etwa 50 Millionen Bäume – umgerechnet rund 100 pro Minute – für Produkte des täglichen Bedarfs vernichtet.

Kakao, Rind und Leder als Hauptverursacher

Besonders gravierend ist der Einfluss des Schokoladenkonsums in der EU: Über zehn Millionen Bäume fallen jährlich dem Bedarf an Kakao zum Opfer. Rind- und Lederprodukte verursachen eine ähnlich hohe Entwaldung. Auch der Einsatz von Soja zur Futtermittelproduktion, Palmöl, Kaffee und Holz trägt signifikant zum Baumverlust bei.

Soja steht mit 6,4 Millionen Bäumen pro Jahr an dritter Stelle der problematischsten Rohstoffe. Das meiste davon wird nicht direkt konsumiert, sondern als Tierfutter verwendet. Palmöl schlägt mit sechs Millionen und Kaffee mit drei Millionen Bäumen zu Buche. Die indirekte Verbindung vieler Alltagsprodukte zu großflächiger Abholzung ist laut WWF alarmierend.

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Deutschland führend bei Entwaldungs-Fußabdruck

Im EU-Vergleich trägt Deutschland die größte Verantwortung: Pro Jahr gehen 13 Millionen Bäume auf das Konto deutscher Konsumenten – der höchste Einzelwert innerhalb der EU. Auf den Plätzen folgen Spanien (6,5 Millionen) und Frankreich (6,3 Millionen). Gemessen an der Einwohnerzahl führen jedoch die Niederlande mit 272 gefällten Bäumen pro 1.000 Menschen das Pro-Kopf-Ranking an. Deutschland liegt mit 156 Bäumen ebenfalls in der Spitzengruppe.

WWF fordert Umsetzung der EU-Waldschutzverordnung

Angesichts der dramatischen Zahlen fordert der WWF ein entschlossenes Handeln. Die EU-Waldschutzverordnung (EUDR), die Ende des Jahres in Kraft treten soll, müsse ohne weitere Verzögerung oder Abschwächung umgesetzt werden. Johannes Zahnen, Forstpolitikexperte beim WWF Deutschland, bezeichnet die EUDR als „wichtigstes Instrument“ für den europäischen Beitrag zum globalen Waldschutz.

Doch die Umsetzung gerät zunehmend unter politischen Druck. Laut Zahnen sabotiert insbesondere Deutschland die Verordnung, obwohl auf internationaler Bühne – etwa bei der Klimakonferenz in Belém – Bekenntnisse zum Waldschutz abgegeben werden. „Weitere Verschiebungen würden Europas Glaubwürdigkeit massiv beschädigen“, warnt Zahnen. Auch Unternehmen, die sich längst auf die neue Regulierung eingestellt haben, seien durch politische Unsicherheiten zunehmend verunsichert.

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