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Von Shopify zum Studiobetreiber: Gymshark eröffnet Fitnessstudio in Miami

Sportler in mit Gymshark Bekleidung beim Trainieren
Foto: Gymshark

Key takeaways

Die Fitnessmarke Gymshark eröffnet dieses Jahr ihr erstes eigenes Studio in Miami. Mit dem „Lifting Club“ erweitert das Unternehmen sein Geschäftsmodell – vom Onlinehändler hin zum Erlebnisanbieter mit starker Community-Fokussierung.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Gymshark wird zum Studiobetreiber: Mit dem „Lifting Club“ wagt die Kultmarke den Schritt ins stationäre Fitnessgeschäft. Vom Online-Phänomen zur physischen Trainingsstätte erweitert die britische Fitnessmarke ihr Geschäftsmodell und eröffnet im Sommer 2026 ihr erstes eigenes Fitnessstudio. Der „Gymshark Lifting Club“ entsteht im trendgeprägten Stadtteil Wynwood in Miami – ein strategischer Schritt, der deutlich über ein reines Marketing-Statement hinausgeht.

Damit vollzieht das 2012 gegründete Unternehmen einen bemerkenswerten Wandel: vom reinen Onlinehändler über Flagship-Stores hin zum Betreiber eigener Trainingsflächen. Für CEO und Gründer Ben Francis ist dies die konsequente Weiterentwicklung einer Marke, die sich seit jeher als „Gym Brand“ versteht und in 2025 stolze 646 Millionen Pfund Umsatz erzielen konnte.

Vom Shopify-Startup zur globalen Community-Marke

Gymshark wurde 2012 im englischen Solihull gegründet – zunächst als reiner E-Commerce-Anbieter für Fitnessbekleidung. Früh setzte das Unternehmen auf Influencer-Marketing, Social Media und konsequenten Community-Aufbau. Dieser Ansatz zahlte sich aus: Heute zählt die Marke nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Follower und Mitglieder in 230 Ländern.

Lange blieb das Geschäftsmodell strikt digital. Erst 2022 eröffnete Gymshark sein erstes stationäres Geschäft in der Londoner Regent Street. Es folgten weitere Stores in Manchester, Amsterdam und Dubai. Im Dezember 2025 debütierte das Unternehmen schließlich mit einem rund 13.000 Quadratmeter großen Flagship-Store in New York – dem ersten Standort in den USA.

Parallel dazu wagte Gymshark im Oktober 2025 den Einstieg in den US-Großhandel: Zwölf Filialen von Dick’s Sporting Goods nahmen Produkte der Marke ins Sortiment auf. Damit diversifizierte das Unternehmen seine Vertriebsstrategie deutlich – weg von der reinen Direktkundenausrichtung hin zu einem hybriden Modell aus D2C, Wholesale und stationärem Handel.

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Miami als strategischer Testmarkt

Die Wahl von Miami ist kein Zufall. Die Stadt gilt als Hotspot der internationalen Fitness- und Bodybuilding-Szene. Besonders das Viertel Wynwood steht für eine Mischung aus urbaner Kreativkultur, Lifestyle und leistungsorientiertem Training. Neben klassischen Powerlifting-Gyms existieren dort hochpreisige Boutique-Studios und zahlreiche Outdoor-Workout-Communities entlang der Strände.

Gymshark hat in Miami bereits mehrere Großevents mit bis zu 20.000 Teilnehmern veranstaltet. Diese starke lokale Community dürfte nun als Fundament für den Studiostart dienen. Anders als bei klassischen Fitnessketten geht es dem Unternehmen nicht primär um schnelle Flächenexpansion, sondern um Markeninszenierung und nachhaltige Community-Bindung.

Branchenbeobachter sehen in dem Schritt ein strategisches Labor: Der „Lifting Club“ kann als Testplattform für neue Produkte, Trainingskonzepte, Events und Content-Formate dienen. Gleichzeitig liefert ein eigenes Studio wertvolle Einblicke in Trainingsgewohnheiten, Produktnutzung und Community-Interaktion – Daten, die für die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts besonders relevant sind.

Vertikale Integration oder Markeninszenierung?

Mit dem Einstieg in den Studiobetrieb erweitert Gymshark seine Wertschöpfungskette erstmals substanziell. Während viele Sportartikelhersteller auf Kooperationen mit Fitnessketten setzen, geht Gymshark zumindest punktuell den Weg der vertikalen Integration.

Gleichzeitig spricht vieles dafür, dass es sich weniger um den Aufbau einer klassischen Studiokette als um ein strategisches Marken-Statement handelt. CEO Ben Francis betonte mehrfach, dass die Community seit Jahren nach einem eigenen Gym gefragt habe. Die Eröffnung ist daher auch als emotionales Signal zu verstehen: Die Marke lebt nicht nur vom Training – sie betreibt es nun selbst.

Entscheidend wird sein, ob sich das Konzept skalieren lässt. Sollte sich der Standort in Miami wirtschaftlich tragen und zugleich eine starke mediale Wirkung entfalten, könnten weitere Metropolen folgen. Denkbar wären Fitness-Hubs in Städten wie London, New York oder Los Angeles, eng verzahnt mit Retail, Events und Content-Produktion.

Ein neuer Wettbewerb im Fitnessmarkt?

Der globale Fitnessmarkt hat sich nach der Pandemie deutlich erholt. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch Boutique-Studios, digitale Trainingsplattformen und Lifestyle-Marken, die Fitness als Teil eines ganzheitlichen Lebensstils inszenieren. Gymshark positioniert sich genau in diesem Spannungsfeld.

Mit dem eigenen Studio entwickelt sich die Marke vom reinen Ausrüster hin zum Erlebnisanbieter. Damit tritt sie nicht nur gegen etablierte Fitnessketten an, sondern auch gegen neue Player, die Community, Content und Commerce miteinander verbinden.

Ob der „Gymshark Lifting Club“ den Beginn einer neuen Geschäftssäule markiert oder als strategischer Markenleuchtturm bestehen bleibt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist jedoch: Gymshark entwickelt sich zunehmend vom Bekleidungsunternehmen zur ganzheitlichen Fitnessplattform.

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