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Händlerbund-Studie: Bürokratie bremst Online-Handel massiv aus

Mehrere Aktenordner als Symbol für Bürokratie
Foto: Jana Schneider / Pixabay

Key takeaways

Eine Händlerbund-Studie zeigt: 89 Prozent der Online-Händler leiden stark unter Bürokratie. Besonders Produktsicherheit, Kennzeichnungspflichten und rechtliche Risiken belasten die Branche. Viele Unternehmen fordern praxisnahe Gesetze und weniger häufige Änderungen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die bürokratischen Anforderungen im Online-Handel nehmen weiter zu und stellen Händler vor erhebliche Herausforderungen. Eine aktuelle Studie des Händlerbundes zeigt, dass nahezu alle befragten Unternehmen unter der wachsenden Regulierungsdichte leiden – mit spürbaren Folgen für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Bürokratiebelastung auf hohem Niveau

Laut Studie empfinden 89 Prozent der Online-Händler die bürokratischen Anforderungen als starke oder sehr starke Belastung. Sämtliche Teilnehmenden gaben an, sich durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt zu fühlen. Der administrative Aufwand bindet Ressourcen, die insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen an anderer Stelle fehlen.

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Produktsicherheit und Kennzeichnung als größte Hürden

Besonders herausfordernd sind für Händler die Anforderungen rund um Produktsicherheit, Produktkennzeichnung und das Verpackungsgesetz. Jeweils 76 Prozent der Befragten nennen diese Themen als zentrale Belastungsfaktoren. Hinzu kommen komplexe Regelungen im Bereich Datenschutz (54 Prozent), Nachhaltigkeits- und Berichtspflichten (52 Prozent) sowie steuerliche Vorgaben (46 Prozent).

Rechtliche Unsicherheit wächst

Ein wesentlicher Aspekt ist die Angst vor rechtlichen Konsequenzen: 32 Prozent der Händler befürchten Abmahnungen oder andere Sanktionen bei Fehlern oder Regelverstößen. Diese Unsicherheit verstärkt den Druck auf Unternehmen zusätzlich und führt zu erhöhtem Prüf- und Dokumentationsaufwand.

Zusätzliche Belastungen durch Dokumentationspflichten

Neben den gesetzlichen Vorgaben stellen auch umfangreiche Nachweis- und Dokumentationspflichten eine Herausforderung dar. Viele Händler sehen sich mit wachsendem Zeit- und Kostenaufwand konfrontiert. Gleichzeitig berichten einige Unternehmen von Wettbewerbsnachteilen gegenüber Anbietern aus Drittstaaten, die weniger strengen Regelungen unterliegen.

Forderung nach praxisnaher Regulierung

Die Branche fordert daher klare Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen. 77 Prozent der Händler wünschen sich verständlichere und praxisnähere Gesetze. Zudem sprechen sich 66 Prozent für seltener wechselnde Vorschriften aus, während 62 Prozent vereinfachte Prozesse und Formulare fordern.

Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit

Aus Sicht des Händlerbundes besteht akuter Handlungsbedarf. Die aktuelle Regulierung könne die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Online-Handels nachhaltig beeinträchtigen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen laufen Gefahr, durch die zunehmende Bürokratie überfordert zu werden.

Balance zwischen Regulierung und Praxis nötig

Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass eine stärkere Ausrichtung der Regulierung an der unternehmerischen Praxis notwendig ist. Ziel müsse es sein, Verbraucherschutz und Marktregeln mit praktikablen Anforderungen in Einklang zu bringen, um die Zukunftsfähigkeit des E-Commerce zu sichern.

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