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Wirtschaftsmotor E-Commerce: Digitale Händler trotzen laut bevh der Krise

Frau mit Kreditkarte und Laptop beim Online Shopping
Foto: Kaboompics.com / Pexels

Key takeaways

Eine neue Studie im Auftrag des bevh zeigt: Der E-Commerce ist zu einem tragenden Wirtschaftsfaktor geworden. Mit über 140.000 Unternehmen, 2,94 Millionen gesicherten Arbeitsplätzen und 7,1 % Anteil am BIP wächst die Branche weit über dem Durchschnitt. Plattformen spielen dabei eine zentrale Rolle – besonders für den Mittelstand.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der E-Commerce hat sich in den vergangenen Jahren zu einer tragenden Säule der deutschen Wirtschaft entwickelt. Wie eine neue Studie von Oxford Economics im Auftrag des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) zeigt, ist die volkswirtschaftliche Bedeutung des digitalen Handels erheblich gestiegen – sowohl hinsichtlich der Unternehmenszahlen, des Beschäftigungsniveaus als auch des Beitrags zum Bruttoinlandsprodukt.

Beschäftigung und Wertschöpfung über Branchengrenzen hinweg

Laut Studie existierten im Jahr 2024 rund 140.000 digitale Handelsunternehmen in Deutschland, die gemeinsam einen Umsatz von 650 Milliarden Euro erwirtschafteten. Der größte Teil davon entfiel mit 530 Milliarden Euro auf den B2B-Sektor. Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung der Bruttowertschöpfung: Seit 2019 wuchs sie um 81 Prozent und damit fast viermal so stark wie das deutsche BIP insgesamt, das im gleichen Zeitraum um 22 Prozent zunahm.

Der Beitrag der E-Commerce-Branche zur Gesamtwirtschaft ist beachtlich: 308 Milliarden Euro betrug der volkswirtschaftliche Gesamtbeitrag im Jahr 2024 – das entspricht 7,1 Prozent des deutschen BIP. Der direkte Anteil lag bei 3 Prozent. Gleichzeitig ist der digitale Handel ein bedeutender Arbeitgeber: Knapp eine Million Menschen waren direkt in der Branche beschäftigt – mehr als in der Automobilindustrie. Rechnet man indirekt betroffene Branchen wie Logistik und IT hinzu, sichert der E-Commerce insgesamt rund 2,94 Millionen Arbeitsplätze.

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Plattformen als Innovations- und Wachstumstreiber

Ein zentraler Wachstumstreiber ist die zunehmende Bedeutung digitaler Plattformen. Diese bündeln Angebot und Nachfrage und schaffen datenbasierte Grundlagen für neue Geschäftsmodelle – auch in Nischenmärkten. Die Studie zeigt, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren: Zwei Drittel von ihnen nutzen Marktplätze für den Vertrieb, während dies bei großen Unternehmen nur auf 40 Prozent zutrifft. Insgesamt erwirtschaften KMU mittlerweile ein Viertel ihres Umsatzes über digitale Kanäle.

Auch im B2C-Segment dominiert der Plattformhandel. Marktplätze stehen für mehr als die Hälfte des gesamten Onlineumsatzes. Die wachsende Relevanz spiegelt sich auch in der Börsenlandschaft wider: Zuletzt verdrängte die Scout24 AG die Porsche AG aus dem deutschen Leitindex DAX.

Politische Weichenstellungen entscheiden über weiteres Wachstum

Trotz dieser positiven Entwicklung warnt der bevh vor politischen Hürden. Die wirtschaftliche Stärke des E-Commerce dürfe nicht durch überbordende Regulierung gefährdet werden. Besonders kritisch sieht der Verband die nationale Übererfüllung europäischer Vorgaben. Stattdessen fordert er eine unternehmensfreundliche Umsetzung auf EU-Ebene sowie fairen Wettbewerb gegenüber Plattformen aus Drittstaaten. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen sei es zudem essenziell, den europäischen Binnenmarkt zu stärken und bürokratische Hemmnisse abzubauen.

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