IKEA baut sein Filialnetz weiter aus und setzt dabei verstärkt auf kleinere Store-Formate. Der größte IKEA-Einzelhändler Ingka Group kündigte an, innerhalb der kommenden sechs Monate rund 20 neue kompakte Filialen in Europa und Nordamerika zu eröffnen. Ziel ist es, Kunden auch in kleineren Städten und Vororten besser zu erreichen und das bestehende Omnichannel-Angebot auszubauen.
Die jüngste Ankündigung führt die Expansion von IKEA der letztes Jahres konsequent fort: Im Geschäftsjahr 2025 wurden insgesamt 54 neue Standorte eröffnet, darunter eine City-Filiale in London, Seoul und ein multifunktionales Zentrum in Shanghai.
Neue Store-Formate für mehr Kundennähe
Mit den neuen kleineren Standorten, die seit letztem Sommer sogar in New York City in Soho zu finden sind, verfolgt IKEA eine Strategie, die über das klassische Konzept großer Möbelhäuser am Stadtrand hinausgeht. Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits stärker in Innenstadtlagen expandiert hatte, richtet sich der Fokus nun verstärkt auf Regionen, in denen IKEA bisher nicht präsent war.
So plant IKEA beispielsweise in Frankreich einen ersten kompakten Store mit rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Limoges. Auch Portugal erhält mit Coimbra einen Standort des neuen Formats, der mehr als 4.000 Quadratmeter umfassen soll. In Polen wird zudem ein weiterer IKEA-Standort in Białystok entstehen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Ergänzung zu klassischen Einrichtungshäusern
Die neuen kleineren Stores sollen die traditionellen IKEA-Einrichtungshäuser ergänzen und stärker in den Alltag der Kundinnen und Kunden integriert werden. Neben einem ausgewählten Sortiment an Möbeln und Wohnaccessoires bieten sie auch Planungsservices, Beratung durch Mitarbeitende sowie ein ausgewähltes Lebensmittelangebot.
Im Fokus stehen dabei vor allem Alltagsprodukte und Wohnaccessoires. Rund 2.000 Artikel sollen direkt vor Ort verfügbar sein, während das vollständige Sortiment über Abhol- oder Lieferoptionen bestellt werden kann.
Schnellere Expansion durch kompakte Flächen
Ein Vorteil des neuen Formats liegt laut Ingka Group in der deutlich schnelleren Umsetzung neuer Standorte. Die kleineren Verkaufsflächen lassen sich kosteneffizienter realisieren und schneller eröffnen als klassische IKEA-Märkte.
Die Filialen werden gezielt in Lagen platziert, die bereits Teil des täglichen Einkaufsumfelds vieler Menschen sind – etwa in Einkaufszentren oder stark frequentierten Handelslagen.
Teil einer milliardenschweren Investitionsstrategie
Die Expansion ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms der Ingka Group. Insgesamt plant das Unternehmen, innerhalb von drei Jahren rund fünf Milliarden Euro in neue Standorte sowie in die Modernisierung bestehender Filialen zu investieren.
Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2026 will IKEA die Entwicklung der neuen kompakten Filialen auswerten und über weitere Expansionen entscheiden.


