Im November 2025 verharrte die jährliche Inflationsrate im Euroraum bei 2,1 Prozent und blieb damit auf dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Teuerungsrate noch bei 2,2 Prozent lag, zeigt sich eine weitgehende Stabilisierung. Die Europäische Union insgesamt verzeichnete im gleichen Zeitraum einen leichten Rückgang der Inflationsrate von 2,5 auf 2,4 Prozent. Diese Zahlen stammen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.
Große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten
Während die durchschnittlichen Werte für den Euroraum relativ stabil erscheinen, offenbart ein Blick auf die einzelnen Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede: Die niedrigsten Inflationsraten meldeten Zypern (0,1 %), Frankreich (0,8 %) und Italien (1,1 %). Am oberen Ende der Skala lagen Rumänien mit 8,6 Prozent, Estland mit 4,7 Prozent und Kroatien mit 4,3 Prozent. In zwölf Ländern sank die Inflationsrate gegenüber Oktober, in fünf blieb sie gleich, in zehn stieg sie an.
Deutschland lag mit 2,6 Prozent über dem Durchschnitt des Euroraums. Besonders auffällig ist der Rückgang in Malta, wo die Inflationsrate um 3,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent sank. Auch in den Niederlanden wurde mit -1,4 Prozentpunkten ein spürbarer Rückgang registriert.
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Dienstleistungen als Haupttreiber der Inflation
Nach Warengruppen betrachtet, kamen im November die stärksten Preisanstiege im Euroraum aus dem Dienstleistungsbereich, der mit +1,58 Prozentpunkten zum Gesamtergebnis beitrug. Danach folgen Lebensmittel, Alkohol und Tabak (+0,46 Pp.) sowie Industriegüter ohne Energie (+0,14 Pp.). Energie wirkte hingegen leicht preisdämpfend und trug mit -0,04 Pp. negativ zur Gesamtinflation bei.
Auf Monatssicht ging die Inflationsrate im Euroraum um 0,3 Prozent zurück. Auch die Kerninflation, also die Preisentwicklung ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und unverarbeitete Lebensmittel, blieb im November bei 2,4 Prozent. Der Anteil der Energiepreise am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) ist mit einem Gewicht von 94 von 1000 Promille vergleichsweise gering, zeigte jedoch im November mit +0,9 Prozent erstmals seit Monaten einen leichten Anstieg.
Methodenwechsel im Februar 2026 angekündigt
Eurostat kündigte zudem methodische Änderungen an, die ab dem 4. Februar 2026 in Kraft treten sollen. Der HVPI wird künftig auf Basis der neuen Europäischen Klassifikation der Konsumausgaben (ECOICOP Version 2) berechnet, die an die UN-COICOP 2018 angelehnt ist. Auch der Bezugszeitraum des Indexes wird auf das Jahr 2025 aktualisiert. Erstmals werden Glücksspiele explizit als Bestandteil der Freizeitdienstleistungen in der Abteilung Freizeit und Kultur erfasst.


