Die Intershop Communications AG baut ihre KI-Strategie im B2B-Commerce weiter aus. Mit dem neuen Spring-2026-Release erweitert der Softwareanbieter seine Commerce-Plattform um zusätzliche KI-Funktionen für Einkauf, Produktmanagement und operative Handelsprozesse. Im Fokus stehen vorkonfigurierte Copiloten und Agenten, die Unternehmen den Einstieg in sogenannte Agentic-Commerce-Anwendungen erleichtern sollen.
Nach Angaben des Unternehmens richten sich die neuen Funktionen insbesondere an Hersteller, Großhändler und Holding-Strukturen, die KI schrittweise in bestehende Geschäftsprozesse integrieren möchten. Gleichzeitig führt Intershop ein einheitliches, Credit-basiertes Preismodell für sämtliche KI-Funktionen ein.
Copilot for Buyers erweitert Aftersales-Prozesse
Der KI-basierte „Copilot for Buyers“ unterstützt künftig zusätzliche Aftersales- und Service-Szenarien. Dafür verarbeitet das System kontextbezogene Daten wie Informationen zu installierten Maschinen, technische Produktspezifikationen oder Kundendaten aus der bisherigen Nutzungshistorie.
Zu den neuen Funktionen zählen automatisierte Wartungserinnerungen sowie die Anbindung an Herstellersysteme zur Identifikation wartungsbedürftiger Maschinen. Ergänzt wird das Angebot durch einen sogenannten Visual Product Finder, der beschädigte oder verschmutzte Ersatzteile erkennen und identifizieren kann.
Intershop sieht darin insbesondere Potenzial für industrielle Ersatzteilprozesse und komplexe Serviceumgebungen im B2B-Handel.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Neue KI-Agenten für Händler und Produktdaten
Parallel dazu erweitert Intershop den „Copilot for Merchants“, der nach einer Beta-Phase nun offiziell verfügbar ist. Die Plattform enthält zusätzliche KI-Agenten zur Unterstützung operativer Commerce-Aufgaben und zur Automatisierung wiederkehrender Prozesse.
Neu hinzu kommen proaktive Agenten-Workflows, zentrale Aufgabenübersichten sowie ein „Competitive Intelligence Agent“, der Markt- und Wettbewerbsdaten analysiert und Handlungsempfehlungen ableitet.
Im Bereich Product Discovery setzt Intershop verstärkt auf KI-gestützte Auffindbarkeit von Produktdaten. Über sogenannte ACP Product Feeds sollen Produktkataloge künftig für LLM-basierte Suchumgebungen wie ChatGPT optimiert werden. Ergänzend erstellt ein Product Content Agent automatisch generative Produktbeschreibungen zur besseren Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen.
Sprachsteuerung soll Backoffice-Prozesse vereinfachen
Intershop baut den Copilot for Merchants zugleich als zentrale Benutzeroberfläche für die Commerce-Plattform aus. Künftig sollen Anwender zahlreiche Funktionen per Spracheingabe steuern können, statt klassische Backoffice-Menüs zu nutzen.
Das Unternehmen verfolgt damit das Ziel, operative Abläufe zu vereinfachen und die Produktivität von Commerce-Teams zu erhöhen. Besonders in wirtschaftlich angespannten Marktphasen rücke die Automatisierung alltäglicher Prozesse stärker in den Fokus vieler B2B-Unternehmen.
Neues Preismodell soll KI-Einstieg erleichtern
Mit dem Spring-2026-Release führt Intershop zudem ein neues einheitliches KI-Preismodell ein. Kunden erhalten über Credit-basierte Abonnements Zugriff auf sämtliche Copiloten und KI-Agenten der Plattform, ohne einzelne Anwendungen separat lizenzieren zu müssen.
Nach Unternehmensangaben sollen Unternehmen dadurch kleinere KI-Projekte einfacher testen und ihre Nutzung flexibel ausbauen können. Intershop betont dabei insbesondere die Kostenkontrolle und die schrittweise Skalierbarkeit der KI-Anwendungen.




