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Telemedizin bei Kaufland: Pilotprojekt mit Sana gestartet

S Medical Room bei Kaufland
Foto: Schwarz-Gruppe / Kaufland

Key takeaways

Kaufland und der Klinikbetreiber Sana starten in Mosbach ein Pilotprojekt zur Telemedizin: Kunden können im „S Medical Room“ hausärztliche Videosprechstunden wahrnehmen. Unterstützt durch medizinische Fachkräfte und als Teil eines bestehenden MVZ bietet das Modell Potenzial für die Versorgung in strukturschwachen Regionen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Kaufland geht einen neuen Schritt in Richtung Gesundheitsversorgung: In Zusammenarbeit mit dem Klinikbetreiber Sana wurde im Kaufland-Center Mosbach der erste „S Medical Room“ eröffnet. Kundenerwartungen an moderne Gesundheitsangebote sollen durch eine Kombination aus digitaler Sprechstunde und persönlicher Betreuung vor Ort erfüllt werden. Die Kaufland-Kunden sollen im Idealfall ihren Arzttermin im Medical Room wahrnehmen und anschließend ihren Einkauf erledigen – bequem und zeitsparend in einem Besuch.

Videosprechstunde zwischen Lebensmitteleinkauf und Check-up

Wie Apotheke Adhoc berichtet, können Kaufland-Kunden in dem neu eingerichteten Medical Room telemedizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Unterstützt werden sie dabei von medizinischen Fachangestellten (MFA), die vor Ort einfache Check-ups für Selbstzahler übernehmen. Die hausärztlichen Videosprechstunden werden vom Sana-Verbund angeboten, der als größter privater Klinikbetreiber Deutschlands gilt. Ursprünglich war auch von Blutabnahmen und EKGs die Rede, diese seien laut Sana jedoch nur mit einem anwesenden Arzt durchführbar.

Kaufland stellt lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung, die als Außenstelle eines bereits bestehenden Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) von Sana fungieren. Dieses MVZ wurde Anfang des Jahres an der Schwarz-Zentrale in Neckarsulm gegründet und betreut dort bereits Mitarbeitende medizinisch.

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Pilotprojekt mit Skalierungspotenzial

Das Angebot richtet sich an alle Versicherten – gesetzlich, privat oder als Selbstzahler. Ergänzend buchbar sind laut BILD optionale Leistungen wie eine Körperanalyse oder ein Lifestyle-Check-up. Eine medizinische Fachangestellte berät vor Ort, bei Bedarf erfolgt eine Überweisung in eine nahegelegene Praxis oder Klinik. Die 54 Quadratmeter große Einheit bietet mit Schall- und Sichtschutz nahezu Praxischarakter. Geöffnet ist die Anlaufstelle von Montag bis Samstag, jeweils von 8 bis 19 Uhr.

Der Standort Mosbach wurde bewusst gewählt, da hier eine erkennbare medizinische Versorgungslücke besteht. Laut Sana besteht grundsätzlich in vielen Regionen – auch solchen, in denen Kaufland präsent ist – ein Mangel an Hausärzten. Durch die bestehende Infrastruktur und die digitalen Möglichkeiten bietet sich ein schneller Ausbau an. Ob und wie es zu einer Ausweitung des Angebots kommt, soll auf Basis der Pilotphase entschieden werden. Die Technik sei bereits auf Skalierbarkeit ausgelegt.

Sana fordert strukturellen Wandel im Gesundheitswesen

Sana-CEO Thomas Lemke plädiert in diesem Zusammenhang für einen grundlegenden Wandel im deutschen Gesundheitswesen. Statt mit weiteren Sanktionen oder Vorgaben sollten Anreize und mehr Freiraum für Innovationen geschaffen werden. Besonders die medizinische Versorgung im ländlichen Raum müsse verbessert werden. Die Initiative in Mosbach gilt als Beispiel dafür, wie durch kreative Lösungen Versorgungslücken geschlossen werden können – mit Beteiligung großer Handels- und Gesundheitsakteure.

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