Die Konsumlaune der Deutschen bleibt getrübt. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Mollie will ein Drittel der Befragten für den Rest des Jahres größere Ausgaben vermeiden. Besonders betroffen: die jüngeren Generationen.
Sparmodus nach dem Sommerurlaub
28 Prozent der Befragten kämpfen nach der Urlaubszeit mit finanziellen Engpässen – bei Gen Z und Millennials ist dieser Wert mit jeweils 35 Prozent sogar noch höher. Auch wenn sich 33 Prozent nach eigenen Angaben keine Einschränkungen leisten müssen, zeigt die Erhebung, dass sich ein nicht unerheblicher Teil der Haushalte in finanzieller Schieflage befindet. Erstaunlich ist dabei, dass immerhin 37 Prozent dieses Jahr ganz auf einen klassischen Sommerurlaub verzichtet haben – möglicherweise ein Frühindikator für die Konsumzurückhaltung im zweiten Halbjahr.
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Generationen im Vergleich: Gen Z spart, gönnt sich aber auch
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen die ambivalente Haltung der Gen Z: Einerseits will mehr als ein Drittel (35 Prozent) nur das Nötigste kaufen, andererseits gibt fast die Hälfte (45 Prozent) an, sich zwischendurch etwas gönnen zu wollen. Im Gegensatz dazu geben sich die Babyboomer vergleichsweise stabil: Nur 20 Prozent mussten nach dem Urlaub ihre Ausgaben einschränken, bei der Gen Z sind es mehr als ein Drittel. Zudem erklärten 22 Prozent der Boomer, ihr Konsumverhalten überhaupt nicht ändern zu müssen – bei den Jüngeren sind es lediglich 8 bis 10 Prozent.
Rabatte, Limits und der Blick aufs Konto
Wie Verbraucher ihre Haushaltsbudgets konkret planen, zeigt ein differenziertes Bild: 47 Prozent achten gezielt auf Sonderangebote, 30 Prozent kaufen bewusst nur das Nötigste, ein Drittel verzichtet vollständig auf größere Anschaffungen. Gleichzeitig wollen 35 Prozent sich gelegentlich trotzdem etwas gönnen.
Obwohl 76 Prozent der Befragten ihr eigenes Finanzmanagement als gut bewerten, nutzen nur wenige technische Hilfsmittel. Der klassische Blick aufs Konto bleibt mit 55 Prozent das Mittel der Wahl. Dennoch setzen 20 Prozent mittlerweile monatliche Ausgabelimits, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen.
Digitale Tools zur Ausgabenkontrolle sind vor allem bei Gen Z und Millennials verbreitet: 19 Prozent nutzen Budgetplanungs-Apps, 15 bis 19 Prozent aktivieren Benachrichtigungen über ihre Bank-App. Bei den älteren Generationen sind diese Werte deutlich niedriger.
Händler müssen sich anpassen
Für den Handel ergibt sich daraus eine klare Botschaft. Annett Polaszewski-Plath, Managing Director DACH bei Mollie, empfiehlt, auf preisbewusste Kunden mit gezielten Angeboten zu reagieren. Besonders saisonale Kampagnen sollten nicht nur emotional ansprechen, sondern auch finanziell entlasten. Der Handel profitiert davon, wenn Kunden ihre Budgets kennen – denn dann sind sie empfänglicher für individuell passende Angebote und Beratung.
Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt die Konsumbereitschaft vorhanden – vorausgesetzt, Preis, Relevanz und Timing stimmen.


