Nachdem gestern die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht wurden, sorgt ein neuer Teilaspekt für Aufsehen: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Deutschland ist erneut auf über eine Million gestiegen. Besonders auffällig: Der Anteil von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit wächst stark – insbesondere aus sogenannten Asylherkunftsländern, wie BILD heute berichtet.
Die aktuellen Regierungszahlen werfen ein Schlaglicht auf tieferliegende strukturelle Probleme am deutschen Arbeitsmarkt. Erst im Dezember hatte BA-Chefin Andrea Nahles (SPD) vor einer dramatischen Lage am Jobmarkt gewarnt.
Über eine Million Menschen dauerhaft ohne Arbeit
Im November 2025 waren laut Bundesagentur für Arbeit 1.042.517 Personen seit mindestens zwölf Monaten arbeitslos. Damit gilt mehr als jeder dritte Arbeitslose (36,1 Prozent) als langzeitarbeitslos. Besonders besorgniserregend ist, dass über die Hälfte dieser Menschen bereits seit mehr als zwei Jahren ohne Beschäftigung ist, rund ein Fünftel sogar seit mehr als fünf Jahren. Dies deutet auf eine zunehmende Verfestigung von Arbeitslosigkeit hin.
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Ausländeranteil wächst überproportional
Ein Drittel der Langzeitarbeitslosen hat keinen deutschen Pass – 317.377 Menschen im Jahr 2025, gegenüber 196.122 im Jahr 2014. Besonders markant ist der Anstieg bei Personen aus Fluchtländern: Ihre Zahl stieg von 19.053 auf 92.244, also fast um das Fünffache. Diese Entwicklung stellt die Integrationsfähigkeit des Arbeitsmarkts vor erhebliche Herausforderungen – zumal sie sich in einem Umfeld zunehmenden Fachkräftemangels vollzieht.
Milliardenkosten für den Staat, fehlende Gesamtrechnung
Die fiskalischen Auswirkungen sind enorm. Allein im Jahr 2024 flossen 9,9 Milliarden Euro an Langzeitarbeitslose, davon 3,26 Milliarden Euro an Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Doch laut Bundesregierung liegt keine vollständige Kostenrechnung vor: Wohnkosten, medizinische Versorgung und Integrationsleistungen bleiben unberücksichtigt. Für die Gesamtbelastung durch Arbeitslosigkeit rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit Kosten von rund 76,6 Milliarden Euro.
Geringe Qualifikation erschwert Arbeitsmarktintegration
Ein zentrales Problem bleibt der Bildungsstand: Nur 5,7 Prozent der Langzeitarbeitslosen haben eine Ausbildung in einem Engpassberuf. Über 60 Prozent verfügen über keinen Berufsabschluss, fast ein Viertel nicht einmal über einen Hauptschulabschluss. Entsprechend gering sind die Chancen auf einen regulären Arbeitsplatz. 2024 gelang nur 155.000 Langzeitarbeitslosen der Wiedereinstieg in Beschäftigung – davon lediglich 115.000 ohne staatliche Förderung.
Soziale Folgeeffekte: Hunderttausende Kinder betroffen
Die langfristigen sozialen Auswirkungen sind erheblich. Knapp eine halbe Million Kinder leben in Haushalten mit mindestens einem langzeitarbeitslosen Elternteil. Besonders hoch ist die Betroffenheit unter Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Das birgt Risiken für die Bildungsbiografie und langfristige Integration.
Politischer Streit über Ursachen und Verantwortung
Veröffentlicht wurden die Daten durch eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Feser. Er kritisiert insbesondere die Wirkungslosigkeit des Bürgergelds sowie die Migrationspolitik der Bundesregierung. Unabhängig von parteipolitischen Bewertungen verdeutlichen die Zahlen jedoch vor allem eines: Langzeitarbeitslosigkeit ist längst ein strukturelles Problem – mit weitreichenden Folgen für Staatshaushalt und Gesellschaft.


