Mehr als vier von zehn Verbrauchern in Deutschland (45 Prozent) müssen sich aufgrund gestiegener Lebensmittelpreise beim Einkauf einschränken. Das geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der Betroffenen um sechs Prozentpunkte erhöht – ein deutliches Signal für die wachsende Belastung privater Haushalte.
Auch der Blick in die Zukunft fällt düster aus: 52 Prozent der Befragten blicken eher negativ auf das Jahr 2026, wenn sie ihre persönliche wirtschaftliche Situation einschätzen. Besonders Menschen mit geringem Einkommen trifft die Preisentwicklung hart. Eine gesunde Ernährung sei zunehmend vom Einkommen abhängig, warnt der vzbv – eine Entwicklung, die aus Sicht des Verbands nicht akzeptabel ist.
Forderung nach staatlicher Preisbeobachtung
Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise um mehr als 35 Prozent gestiegen. Für den vzbv reicht der Hinweis auf höhere Produktionskosten nicht aus, um diesen Preissprung zu rechtfertigen. Ramona Pop, Vorständin des vzbv, fordert deshalb die Einrichtung einer Preisbeobachtungsstelle, die die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette analysiert. Nur so könnten strukturelle Ungleichgewichte und potenzielle Preistreiber sichtbar gemacht werden.
Pop kritisiert auch die von der Bundesregierung geplante Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie. Diese werde kaum bei den Verbrauchern ankommen, sondern vor allem Fast-Food-Ketten zugutekommen. Eine Entlastung der Haushalte sei auf diesem Weg nicht zu erwarten.
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Politik muss Alltagsprobleme ernst nehmen
Die wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung ist für den vzbv ein Alarmsignal. Wenn über die Hälfte der Menschen mit Sorge ins neue Jahr blickt, müsse die Politik dringend handeln, so Pop. Es brauche konkrete Maßnahmen, um die Menschen im Alltag zu entlasten – insbesondere beim Lebensmitteleinkauf, einem der zentralen Ausgabeposten privater Haushalte.


