Der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen hat 2025 einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnet. Nach einem schwachen Start ins Jahr stieg der Flächenumsatz kontinuierlich an und erreichte rund 6,1 Millionen Quadratmeter – ein Zuwachs von knapp 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da sie in einem konjunkturell angespannten Umfeld stattfand. Dennoch bleibt das Ergebnis 13 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt, wie eine Analyse von BNP Paribas Real Estate zeigt.
Großverträge und E-Commerce treiben Wachstum
Auffällig ist die starke Zunahme großflächiger Vertragsabschlüsse ab 20.000 Quadratmeter, die im Vergleich zu 2024 um 30 Prozent zunahmen. Logistikdienstleister trugen maßgeblich dazu bei und waren für fast die Hälfte des Umsatzes in diesem Segment verantwortlich – ein klarer Beleg für ihre zentrale Rolle in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld. Auch E-Commerce-Unternehmen zeigten sich wieder aktiver, wobei sie ihre Logistik häufig an Dienstleister auslagerten.
Die großen Logistikregionen wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München legten im Schnitt um rund 15 Prozent zu. Dennoch verfehlten sie mit zusammen gut 2,2 Millionen Quadratmetern den Zehnjahresschnitt um 12 Prozent. Frankfurt führte das Feld mit 464.000 Quadratmetern an, gefolgt von Berlin und Düsseldorf. Während Leipzig und München zweistellig zulegten, musste Köln ein Minus von 33 Prozent hinnehmen – bedingt durch das knappe Flächenangebot. Im Ruhrgebiet stieg der Flächenumsatz sogar um 78 Prozent auf 637.000 Quadratmeter.
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Branchenranking, Mieten und Ausblick
Mit einem Anteil von 41 Prozent stehen Logistikdienstleister unangefochten an der Spitze der nachfragestärksten Branchen. Sie steigerten ihren Flächenumsatz um 55 Prozent und erzielten damit ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis. Produzierende Unternehmen lagen bei rund 27 Prozent, der Handel trug etwa 23 Prozent bei.
Auch die Mietpreise zogen vielerorts an. Spitzenmieten in den Top-Märkten stiegen durchschnittlich um 3,8 Prozent. München bleibt mit 11,25 Euro pro Quadratmeter der teuerste Standort, Frankfurt folgt mit 8,80 Euro, während Leipzig mit 5,70 Euro als günstigster Markt gilt. Auch die Durchschnittsmieten legten im Mittel um 5,7 Prozent zu.
Für 2026 zeichnet sich ein stabiler Verlauf ab, auch wenn geopolitische Unsicherheiten und die US-Handelspolitik Risiken darstellen. Auf nationaler Ebene dürften Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung neue Impulse geben. Besonders das Segment Rüstung zeigt bereits eine steigende Nachfrage, die sich im weiteren Jahresverlauf verstärken könnte. Insgesamt rechnet BNP Paribas mit einer stabilen bis positiven Entwicklung, die jedoch in einigen Regionen durch das begrenzte Flächenangebot gebremst werden könnte.


