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Luxusmarke Mulberry wächst kräftig: USA und Europa treiben den Umsatz

Drei Models einer Mulberry Kampagne
Foto: Mulberry

Key takeaways

➟ Mulberry steigert den Halbjahresumsatz um 18,1 Prozent. Besonders die USA und Europa treiben das Wachstum. Weniger Rabatte und eine starke Nachfrage nach Handtaschen sollen die Profitabilität verbessern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der britische Luxuslederwarenhersteller Mulberry hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres 2026/27 ein deutliches Umsatzwachstum erzielt. In den 26 Wochen bis zum 26. September 2026 stiegen die Konzernerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,1 Prozent. Besonders die Nachfrage nach klassischen Handtaschenmodellen und neuen Kollektionen sowie ein höherer Anteil regulärer Verkäufe unterstützten die Entwicklung. Die Aktie legte nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen im frühen Handel um knapp vier Prozent zu.

USA und Europa verzeichnen besonders starkes Wachstum

Die höchsten Zuwächse erzielte Mulberry im amerikanischen Markt. Dort stieg der Umsatz um 28 Prozent, während das flächenbereinigte Wachstum bei 34 Prozent lag. Unterstützt wurde die Entwicklung durch eine höhere Nachfrage, das Onlinegeschäft und den Ausbau des Großhandelsvertriebs.

Auch das europäische Geschäft außerhalb Großbritanniens entwickelte sich positiv. Die Umsätze erhöhten sich um 23 Prozent, auf vergleichbarer Fläche betrug der Anstieg 21 Prozent.

Im britischen Heimatmarkt verbuchte Mulberry ein Plus von zehn Prozent beziehungsweise neun Prozent auf vergleichbarer Basis. Im asiatisch-pazifischen Raum stiegen die Gesamterlöse um fünf Prozent, während die vergleichbaren Umsätze um 24 Prozent zulegten.

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Klassische Handtaschen und neue Kollektionen gefragt

Die Umsatzentwicklung wurde sowohl von etablierten Produkten als auch von neuen Modellen getragen. Besonders gefragt blieben die bekannten Handtaschenlinien Bayswater und Lily, die seit Jahren zu den wichtigsten Produkten der Marke gehören.

Gleichzeitig erzielte Mulberry mit neueren Kollektionen wie Stevie, Raffia, Crochet und Darley Camera Bag eine positive Resonanz. Die Kombination aus traditionellen Designs und neuen Produktangeboten soll zusätzliche Kundengruppen erschließen.

Für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte zudem die Präsentation von Mulberry by Christopher Kane während der London Fashion Week. Nach Unternehmensangaben stärkte der Auftritt die Markenwahrnehmung und erhöhte das Kundeninteresse im stationären Handel sowie auf digitalen Vertriebskanälen.

Weniger Rabatte sollen Bruttomarge verbessern

Ein zentraler Bestandteil der laufenden Neuausrichtung ist die konsequentere Durchsetzung regulärer Verkaufspreise. Mulberry verzichtete nach eigenen Angaben verstärkt auf Preisnachlässe und konnte dadurch den Anteil der Vollpreisverkäufe erhöhen.

Ohne klassische Schlussverkaufsaktionen lag der Umsatzanteil sonstiger Promotions drei Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung soll die Bruttomarge unterstützen und die Positionierung im gehobenen Marktsegment festigen.

Die Maßnahmen sind Teil der Unternehmensstrategie „Back to the Mulberry Spirit“. Mit ihr will CEO Andrea Baldo die Marke stärker auf ihre Produkte, ihre britische Herkunft und eine wirtschaftlich tragfähige Vertriebsstruktur ausrichten.

Großhandel wächst um 52 Prozent

Neben dem eigenen Einzelhandel gewann das Geschäft mit Vertriebspartnern an Bedeutung. Die Umsätze im Franchise- und Großhandelssegment erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 52 Prozent.

Der Anteil des Großhandels am gesamten Konzernumsatz stieg von 16 auf 17 Prozent. Besonders die Erweiterung der Vertriebspartnerschaften in wichtigen Märkten trug zu dieser Entwicklung bei.

In den USA profitierte Mulberry unter anderem vom Start auf dem digitalen Marktplatz des Warenhausunternehmens Bloomingdale’s. Der Ausbau externer Vertriebskanäle ergänzt damit die eigenen Geschäfte und den Direktvertrieb über digitale Plattformen.

Mulberry strebt mehr als 200 Millionen Pfund Jahresumsatz an

Trotz des deutlichen Wachstums befindet sich der britische Modeanbieter weiterhin in einer Phase der wirtschaftlichen Neuausrichtung. Das Unternehmen arbeitet daran, seine Bruttomarge zu verbessern und dauerhaft in die Gewinnzone zurückzukehren.

Mittelfristig strebt Mulberry einen Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen britischen Pfund an. Gleichzeitig soll eine bereinigte EBIT-Marge von 15 Prozent erreicht werden. Einen konkreten Zeitpunkt für die Erfüllung dieser Ziele nannte das Unternehmen nicht.

Für das zweite Halbjahr setzt Mulberry auf weitere Produktneuheiten und eine konsequente Vollpreisstrategie. Zu den jüngsten Sortimentserweiterungen gehören die Linie Delilah sowie neue Farbvarianten in Oxblood und Vintage Oak.

Vollständige Halbjahreszahlen folgen im November

Die veröffentlichten Angaben zeigen eine positive Umsatzentwicklung in sämtlichen regionalen Geschäftsbereichen. Insbesondere das Wachstum in Nordamerika und Europa sowie der geringere Einsatz von Verkaufsaktionen sprechen aus Unternehmenssicht für Fortschritte bei der Neupositionierung.

Ob sich diese Entwicklung bereits in einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung niederschlägt, wird sich anhand der vollständigen Finanzkennzahlen beurteilen lassen. Mulberry will seinen Halbjahresbericht am 19. November 2026 veröffentlichen.

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