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Tankrabatt-Monitor: Entlastung an Tankstellen nimmt bereits wieder ab

Mann an einer Zapfsäule an einer Tankstelle
Foto: ClickerHappy / Pexels

Key takeaways

➟ Laut DIW erreichen nur 67 Prozent des Tankrabatts die Verbraucher. Der Preisvorteil gegenüber Frankreich nimmt bereits ab. Das Institut sieht Hinweise auf Wettbewerbsprobleme im Kraftstoffgroßhandel.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Zwei Wochen nach Einführung des Tankrabatts am 1. Oktober 2026 fällt die Zwischenbilanz des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verhalten aus. Nach Berechnungen des Instituts erreichen bislang nur rund 67 Prozent der Steuerentlastung die Verbraucher. Von der vorgesehenen Senkung um 16,7 Cent je Liter kommen demnach durchschnittlich zehn bis elf Cent an den Tankstellen an. Grundlage ist ein Vergleich der Kraftstoffpreisentwicklung in Deutschland und Frankreich, wo kein entsprechender Rabatt eingeführt wurde.

Preisvorteil seit Anfang Oktober geschrumpft

Der DIW-Tankrabatt-Monitor zeigt, dass die Entlastung unmittelbar nach Einführung der Maßnahme zunächst höher ausfiel. In den ersten Oktobertagen gingen die deutschen Kraftstoffpreise gegenüber Frankreich um rund zwölf Cent je Liter stärker zurück. Beim Diesel erreichte der Unterschied zeitweise sogar 13,6 Cent.

Seit dem 8. Oktober hat sich dieser Effekt allerdings abgeschwächt. Nach Angaben des DIW beträgt die zusätzliche Preissenkung gegenüber Frankreich inzwischen durchschnittlich nur noch etwa neun Cent je Liter. Damit wird ein zunehmend kleinerer Teil der steuerlichen Entlastung an die Autofahrer weitergegeben.

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Berechnung hängt vom Vergleichsdatum ab

DIW-Wettbewerbsexperte Tomaso Duso weist darauf hin, dass die Höhe der ermittelten Weitergabequote auch vom gewählten Ausgangszeitpunkt abhängt. Wird der 27. September statt des 30. September als Vergleichstag verwendet, liegt der Anteil der weitergegebenen Entlastung bei mehr als 80 Prozent.

Der Unterschied entsteht, weil die Kraftstoffpreise in Deutschland bereits vor Beginn des Tankrabatts stärker gesunken waren als in Frankreich. An der Entwicklung seit dem 1. Oktober ändert dies nach Einschätzung des DIW jedoch nichts. Die Weitergabe der Steuersenkung hat im bisherigen Beobachtungszeitraum nachgelassen.

DIW sieht Wettbewerbsprobleme im Großhandel

Als mögliche Ursache nennt Duso die Marktbedingungen bei Raffinerien und Kraftstoffgroßhändlern. Die steuerliche Entlastung erreicht zunächst diese vorgelagerten Handelsstufen. Ob und in welchem Umfang niedrigere Kosten anschließend an Tankstellen und Verbraucher weitergegeben werden, hängt nach Einschätzung des Ökonomen wesentlich vom Wettbewerb ab.

Das DIW sieht Hinweise darauf, dass dieser Wettbewerb nicht ausreichend funktioniert. Duso fordert deshalb, dass das Bundeskartellamt seine Untersuchungen auf Raffinerie- und Großhandelsebene konsequent fortsetzt. Die strukturellen Probleme bestünden nach seiner Einschätzung unabhängig von zeitlich begrenzten Steuerentlastungen.

Frühere Erfahrungen zeigen ähnliche Entwicklung

Bereits bei einem früheren Tankrabatt im Frühjahr hatte das DIW beobachtet, dass die Weitergabe der Steuersenkung im Verlauf der Maßnahme zurückging. Damals setzte diese Entwicklung allerdings erst gegen Ende des Beobachtungszeitraums ein.

Beim aktuellen Tankrabatt zeigt sich der Rückgang nach Angaben des Instituts bereits innerhalb der ersten beiden Wochen. Ob sich dieser Trend fortsetzt oder die Entlastung wieder stärker bei den Verbrauchern ankommt, lässt sich aus den bisherigen Daten noch nicht abschließend beurteilen.

Weitere Preisentwicklung bleibt entscheidend

Für Verbraucher ist ausschlaggebend, wie stark die Steuerermäßigung die tatsächlichen Kraftstoffpreise reduziert. Die DIW-Auswertung verdeutlicht, dass eine steuerliche Entlastung nicht zwangsläufig vollständig an den Zapfsäulen ankommt.

Der Tankrabatt-Monitor erfasst die Preisentwicklung weiterhin täglich. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die bisherige Weitergabequote stabilisiert und welche Rolle die Wettbewerbsbedingungen im Kraftstoffmarkt dabei spielen.

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