Adventskalender bleiben auch 2026 ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Allerdings prüfen Verbraucher zunehmend, ob die enthaltenen Produkte ihren Preis rechtfertigen. Laut einer Befragung des ECC KÖLN und der Amazon-Agentur REVOIC planen 44 Prozent der Befragten, einen Adventskalender für sich selbst zu kaufen, während 57 Prozent einen verschenken möchten. Gleichzeitig halten 66 Prozent den tatsächlichen Produktnutzen vieler Kalender für zu gering im Verhältnis zum Verkaufspreis.
Schokolade bleibt beliebteste Adventskalender-Kategorie
Trotz wachsender Preissensibilität ist die emotionale Bedeutung von Adventskalendern weiterhin hoch. Unter den Käufern verbinden 36 Prozent das tägliche Öffnen mit Vorfreude, während jeweils 34 Prozent Überraschung und Spannung als wichtige Gefühle nennen.
Für viele Verbraucher spielt außerdem die persönliche Belohnung eine Rolle. Von denjenigen, die einen Kalender für sich selbst erwerben, betrachten 55 Prozent den Kauf als kleine Auszeit oder bewussten Wohlfühlmoment im Alltag.
Bei den Produktkategorien liegen klassische Schokoladen- und Süßwarenkalender mit 60 Prozent deutlich vorn. Beauty- und Pflegeprodukte sowie Spielzeug- und Hobbykalender folgen mit jeweils 22 Prozent.
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Zwei Drittel zweifeln am Gegenwert
Die wachsende Produktvielfalt wird grundsätzlich positiv bewertet. 57 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass inzwischen für nahezu jede Altersgruppe und zahlreiche Interessen passende Adventskalender angeboten werden.
Allerdings sehen viele Verbraucher deutliche Schwächen beim tatsächlichen Nutzen. 66 Prozent halten zahlreiche Kalender gemessen am Inhalt für überteuert, während 64 Prozent kritisieren, dass häufig Produkte enthalten sind, die später nicht verwendet werden.
Für Hersteller und Händler ergibt sich daraus eine klare Herausforderung. Neben einer attraktiven Gestaltung müssen die enthaltenen Produkte einen nachvollziehbaren Mehrwert bieten, damit der Kalender als lohnender Kauf wahrgenommen wird.
Adventskalender fördern das Kennenlernen neuer Marken
Neben ihrer Funktion als Geschenk oder Vorweihnachtsritual können Adventskalender auch zur Produktentdeckung beitragen. 42 Prozent der Befragten sehen darin eine Möglichkeit, höherwertige Markenartikel zu einem günstigeren Preis auszuprobieren.
Bereits 28 Prozent haben durch einen Adventskalender Produkte oder Marken kennengelernt, die sie anschließend häufiger gekauft haben. Bei den 18- bis 29-Jährigen erreicht dieser Anteil sogar 43 Prozent.
Die Werbewirkung wird jedoch nicht uneingeschränkt positiv beurteilt. 53 Prozent stören sich daran, wenn Adventskalender hauptsächlich zur Vermarktung neuer Produkte eingesetzt werden. Zusätzlich betrachten 63 Prozent den entstehenden Verpackungsmüll als problematisch.
Preisbewusstsein beeinflusst Kaufentscheidung
Der Verkaufspreis zählt zu den wichtigsten Gründen, auf einen Adventskalender zu verzichten. Unter den Personen ohne Kaufabsicht nennen 46 Prozent die Kosten als Hindernis, während 41 Prozent die enthaltenen Produkte für unnötig halten.
Auch bei grundsätzlich kaufbereiten Verbrauchern spielt das verfügbare Budget eine entscheidende Rolle. Sollten sie ihre Ausgaben reduzieren müssen, würden 44 Prozent einen günstigeren Kalender wählen. Weitere 19 Prozent würden ihre Kaufentscheidung überdenken, während zehn Prozent vollständig verzichten würden.
Immerhin 28 Prozent würden auch unter finanziellem Druck an ihrem ursprünglich gewünschten Adventskalender festhalten. Besonders preisbewusst reagieren jüngere Verbraucher: Unter den 18- bis 29-Jährigen würden 64 Prozent auf eine günstigere Alternative ausweichen.
Händler müssen Nutzen und Preis in Einklang bringen
Die Untersuchung zeigt, dass Adventskalender weiterhin attraktive Verkaufs- und Marketingmöglichkeiten bieten. Insbesondere jüngere Zielgruppen nutzen das Format nicht nur zur Selbstbelohnung, sondern auch zum Entdecken neuer Marken und Produkte.
Für Anbieter gewinnt damit die Zusammenstellung des Inhalts an Bedeutung. Eine große Produktauswahl allein reicht nicht aus, wenn Verbraucher den Gegenwert anzweifeln oder unnötige Verpackungen kritisieren.



