ANZEIGE

ANZEIGE

OpenAI will Deutschland-Business mit neuem Standort in Berlin stärken

Sam Altman neben OpenAI Logo
Foto: Depositphotos

Key takeaways

OpenAI erweitert seine deutsche Präsenz um ein Büro in Berlin und richtet den Blick verstärkt auf B2B-Kunden. Zugleich wirbt Sam Altman für zusätzliche Rechenzentren, während Energieversorgung und regulatorische Anforderungen über künftige Investitionen mitentscheiden.

Lesezeit ca. 4 Minuten

Das KI-Unternehmen OpenAI, das erst diese Woche eine neue Consulting-Partner mit IBM angekündigt hatte, baut seine Präsenz in Deutschland aus und plant nach München einen zweiten Standort in Berlin. Unternehmenschef Sam Altman kündigte das Vorhaben gegenüber dem „Handelsblatt“ in einem Interview an. Einen festen Eröffnungstermin gibt es noch nicht, nach seinen Angaben soll das neue Büro jedoch in absehbarer Zeit starten. Damit unterstreicht der US-KI-Anbieter die wachsende Bedeutung Deutschlands für sein Europa-Geschäft.

Das erste deutsche Büro hatte OpenAI im Mai 2025 in München eröffnet. Während dort die Nähe zu Industriekonzernen und dem süddeutschen Technologieumfeld eine wichtige Rolle spielt, bietet Berlin Zugang zu Bundesregierung, Verbänden, Start-ups und wichtigen Unternehmen der Digitalwirtschaft. Die Standortwahl erweitert damit nicht nur die geografische Präsenz, sondern stärkt auch die politische und wirtschaftliche Vernetzung des Unternehmens.

Deutschland zählt zu den wichtigsten OpenAI-Märkten

Deutschland, als größter europäischer Markt, gehört nach Angaben des Unternehmens zu den bedeutendsten Märkten außerhalb der USA. In Europa weist die Bundesrepublik demnach besonders viele ChatGPT-Nutzer auf und liegt bei der Zahl zahlender Kunden sogar unter den drei größten Märkten weltweit. Bereits die Eröffnung des Münchner Standorts hatte OpenAI mit der hohen Nachfrage in Deutschland begründet.

Die Expansion nach Berlin fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb der KI-Anbieter stärker auf lokale Unternehmenskunden verlagert. Leistungsfähige Modelle allein reichen dabei zunehmend nicht aus: Konzerne erwarten Ansprechpartner vor Ort, branchenspezifische Expertise sowie Unterstützung bei regulatorischen, datenschutzrechtlichen und organisatorischen Fragen.

Ein wichtiges Beispiel für diese Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Ende 2025 kündigten beide Unternehmen eine Kooperation an, die unter anderem die Einführung von ChatGPT Enterprise innerhalb des Konzerns sowie die Entwicklung neuer KI-Anwendungen für den europäischen Markt umfasst.

Nach Angaben von OpenAI greifen inzwischen monatlich mehr als 50.000 Telekom-Beschäftigte auf ChatGPT oder Anwendungen zurück, die OpenAI-Schnittstellen verwenden. Seit Jahresbeginn 2026 soll die Nutzung solcher Werkzeuge innerhalb des Konzerns um 546 Prozent gewachsen sein. Erprobt werden unter anderem Übersetzungen in Echtzeit, Assistenzfunktionen bei Telefongesprächen und automatisierte Zusammenfassungen.

Für OpenAI sind solche Großkunden entscheidend, weil sich das weitere Wachstum generativer KI zunehmend in betrieblichen Anwendungen entscheidet. Maßgeblich ist nicht mehr allein die Reichweite bei Verbrauchern, sondern die dauerhafte Integration der Technologie in Kundenservice, Softwareentwicklung, Wissensmanagement und andere Geschäftsprozesse.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Altman bringt zusätzliche Rechenzentren ins Gespräch

Parallel zur personellen Expansion wirbt Altman für mehr KI-Infrastruktur in Deutschland. Nach seinen Angaben fanden in Berlin bereits Gespräche mit Regierungsvertretern über mögliche Rechenzentren statt. Eine konkrete Vereinbarung oder Investitionsentscheidung gibt es bislang allerdings nicht.

Der Aufbau solcher Kapazitäten gewinnt wirtschaftspolitisch an Gewicht, weil moderne KI-Systeme große Mengen an Rechenleistung benötigen. Neben leistungsfähigen Chips werden dadurch Stromversorgung, Netzanschlüsse, verfügbare Flächen und schnelle Genehmigungsverfahren zu entscheidenden Standortfaktoren.

OpenAI selbst plant außergewöhnlich hohe Infrastrukturaufwendungen. Nach im Februar 2026 bekannt gewordenen Planungen kalkuliert das Unternehmen bis 2030 mit rund 600 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazitäten. Langfristig hat Altman darüber hinaus noch umfangreichere Investitionen in die technische Basis für künstliche Intelligenz thematisiert.

Für Deutschland stellt sich damit die Frage, welcher Anteil der künftig benötigten KI-Rechenleistung im eigenen Land oder zumindest innerhalb Europas entstehen soll. Altman spricht sich dafür aus, zusätzliche Kapazitäten vor Ort aufzubauen. Ein eigenes OpenAI-Rechenzentrum in Deutschland wurde bislang jedoch weder verbindlich angekündigt noch mit Standort oder Zeitplan konkretisiert.

Die Ansiedlung großer Rechenzentren hätte eine andere wirtschaftliche Dimension als die Eröffnung eines Büros. Neben Investitionen und Arbeitsplätzen betrifft sie Energiepolitik und digitale Souveränität. Je stärker künstliche Intelligenz in Industrie, Forschung, Verwaltung und kritische Prozesse einzieht, desto strategischer wird der physische Zugang zu ausreichender Rechenleistung.

Datenschutz entscheidet über den Erfolg bei Unternehmen

Neben Infrastruktur bleibt Datenschutz eine zentrale Voraussetzung für die Expansion im Unternehmensgeschäft. Gerade Mittelständler, Händler und Industriekonzerne müssen sicherstellen, dass vertrauliche Informationen, Kundendaten und interne Unterlagen beim Einsatz externer KI-Dienste angemessen geschützt werden.

OpenAI grenzt seine professionellen Angebote deshalb von den Verbraucherprodukten ab. Bei ChatGPT Business, Enterprise und Edu sowie bei der API-Plattform werden Ein- und Ausgaben nach Unternehmensangaben standardmäßig nicht zum Training beziehungsweise zur Verbesserung der Modelle eingesetzt.

Für bestimmte API-Kunden bietet OpenAI zusätzlich Optionen zur sogenannten Zero Data Retention. Geeignete Schnittstellen können dabei so eingerichtet werden, dass entsprechende Inhalte nicht dauerhaft gespeichert werden. Die Funktion unterliegt allerdings technischen Voraussetzungen und steht nicht für sämtliche Einsatzmöglichkeiten gleichermaßen zur Verfügung.

Zudem hat das Unternehmen seine europäischen Möglichkeiten zur Datenhaltung erweitert. Berechtigte Geschäftskunden können Inhalte innerhalb Europas speichern lassen; für ausgewählte Angebote steht auch regionale GPU-Inferenz zur Verfügung. Solche Funktionen dürften besonders dort relevant sein, wo Datenschutz, Compliance und interne Sicherheitsvorgaben über die Einführung generativer KI entscheiden.

Wettbewerb um deutsche Unternehmenskunden nimmt zu

Mit der stärkeren Präsenz in Deutschland reagiert OpenAI auf einen KI-Markt, dessen Schwerpunkt sich zunehmend vom Verbraucher zum professionellen Einsatz verschiebt. Neben Angeboten großer Cloud-Konzerne konkurriert das Unternehmen unter anderem mit Anthropic und einer wachsenden Auswahl leistungsfähiger Open-Weight-Modelle.

Das Geschäft mit Unternehmen gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil Entwicklung und Betrieb moderner KI-Systeme enorme Investitionen erfordern. OpenAI erzielte 2025 laut Reuters rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz, während zugleich Ausgaben für Recheninfrastruktur in historischer Größenordnung geplant sind. Verlässliche Erlöse mit großen Organisationen werden dadurch zu einem wesentlichen Bestandteil der Wachstumsstrategie.

Deutschland bietet dafür günstige Voraussetzungen: eine breite industrielle Basis, international tätige Konzerne und einen starken Mittelstand mit zahlreichen potenziellen KI-Anwendungen. Gleichzeitig müssen Anbieter hohe Anforderungen bei Datenschutz, IT-Sicherheit, Mitbestimmung und regulatorischer Compliance erfüllen. Lokale Präsenz kann deshalb gerade im Geschäft mit großen Organisationen zum Wettbewerbsvorteil werden.

Das geplante Berliner Büro ist vor diesem Hintergrund mehr als eine weitere Niederlassung. OpenAI hat in Deutschland bereits eine hohe Bekanntheit und Nutzung erreicht. Die nächste Phase besteht darin, diese Position in dauerhaftes Unternehmensgeschäft zu übersetzen und zugleich die Debatte über die dafür erforderliche KI-Infrastruktur mitzugestalten.

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored