Die Familie Mulliez, langjährige Eigentümerin der Modemarke Pimkie, prüft Berichten nach rechtliche Schritte gegen den aktuellen Eigentümer wegen einer neuen strategischen Partnerschaft mit dem Online-Händler Shein. Der Vorwurf: Der Zusammenschluss widerspreche den Bedingungen des Verkaufs im Jahr 2023.
Streit um Vertragsbedingungen
Wie Fashionunited berichtet, hatte die Association Familiale Mulliez (AFM) Pimkie damals unter der Voraussetzung verkauft, dass die Marke weiterhin eigenständig agieren und Arbeitsplätze erhalten bleiben. In einer Stellungnahme erklärte die AFM nun, dass die Zusammenarbeit mit Shein diesem Grundsatz widerspreche. Die Familie sieht insbesondere die Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel – rund 140 Millionen Euro – zweckentfremdet und kündigte rechtliche Schritte über ihre Beteiligungsgesellschaft Suramac an.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Pimkie verteidigt sich
Pimkie-Chef Salih Halassi weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. Laut ihm bestehe keine rechtliche Grundlage für eine Klage, da der Übernahmevertrag nicht verletzt worden sei. Im Gegenteil: Die Partnerschaft mit Shein sei ein strategischer Schritt zur Stärkung der Marke und könne sogar neue Arbeitsplätze schaffen.
Kooperation mit Shein stößt auf Widerstand
Die Zusammenarbeit mit Shein hatte das Unternehmen Anfang der Woche öffentlich gemacht. Pimkie soll über das Programm „Shein Xcelerator“ Zugang zu globaler Logistik, On-Demand-Produktion und digitaler Infrastruktur erhalten. Die Produkte der französischen Marke sollen künftig über die Plattform in 160 Ländern vertrieben werden.
Doch nicht nur die Familie Mulliez zeigt sich alarmiert. Auch Branchenverbände reagierten scharf auf die Nachricht. Sie sprechen von einer „Allianz der Schande“ und kritisieren das Signal, das eine französische Marke mit einer der umstrittensten asiatischen Plattformen sendet. Shein steht immer wieder wegen Umweltbelastungen, zweifelhafter Produktqualität und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Kritik.
Forderung nach politischem Handeln
Der französische Verband der Damenmode forderte Pimkie inzwischen auf, die Kooperation zu beenden. Zusätzlich haben mehrere europäische Textil- und Bekleidungsverbände einen Brief an die EU gesendet, in dem sie „Sofortmaßnahmen“ gegen Anbieter von Ultra-Fast-Fashion wie Shein, Temu und AliExpress verlangen. Diese Plattformen würden nicht nur den Markt mit Billigware fluten, sondern auch gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen und den Wettbewerb verzerren.


