Eine großangelegte Kontrolle von rund 200.000 Paketen der Online-Mode-Plattform Shein hat am Donnerstag am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle begonnen. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, wird die Aktion unter Anwesenheit der Minister Amélie de Montchalin und Serge Papin von den französischen Zoll- und Verbraucherschutzbehörden koordiniert. Ziel ist es, die Einhaltung von Zoll-, Steuer- und Produktsicherheitsvorgaben sicherzustellen.
Verdachtsmomente bei zahlreichen Produkten
Nach Angaben von Amélie de Montchalin seien bei ersten Stichproben nicht nur zahlreiche Produkte gefunden worden, die gegen europäische Vorschriften verstoßen, sondern auch gefährliche und verbotene Waren. Dazu zählen unter anderem nicht zugelassene Kosmetika, als gefährlich eingestufte Spielwaren, Haushaltsgeräte mit technischen Mängeln und Fälschungen bekannter Marken.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Minister zeigen klare Haltung
Begleitet von Kameras und Pressevertretern verfolgten beide Minister die Arbeit der Zollbeamten, die systematisch die typischen weißen Versandbeutel mit dem Shein-Logo öffneten. „In vielen Fällen handelt es sich nicht um einzelne Bestellungen, sondern um Waren in Mengen, die auf eine gewerbliche Nutzung hindeuten“, so Handelsminister Serge Papin. Dies weise auf eine systematische Umgehung von Importvorgaben hin.
Hintergrund: Plattform unter Beschuss
Die Kontrolle folgt nur einen Tag nach der offiziellen Einleitung mehrerer Verfahren gegen Shein, sowohl auf administrativer als auch auf europäischer Ebene. Shein ist aktuell in Frankreich nicht erreichbar. Auslöser war der öffentliche Aufschrei über die Verfügbarkeit von kinderpornografisch anmutenden Puppen und verbotenen Waffen auf der Plattform. Die französischen Behörden hatten daraufhin Schritte zur vorläufigen Aussetzung von Sheins Aktivitäten eingeleitet.
E-Commerce im Fokus der Behörden
Roissy-CDG ist der zweitgrößte Luftfrachtknoten Europas und besonders stark vom Onlinehandel geprägt. Seit 2022 verzeichnet der Flughafen einen massiven Anstieg des Paketaufkommens aus Asien. Nach Angaben des Finanzministeriums stammen rund 95 % der Pakete aus China, die für französische Endkunden bestimmt sind, von diesem Standort. Die aktuelle Maßnahme zielt auch darauf ab, die zunehmende Kommerzialisierung privater Paketlieferungen im E-Commerce stärker zu regulieren.


