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Shein unter Druck: Zoll findet zahlreiche Produktverstöße in Frankreich

Mehrere SHEIN Polybags
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Der französische Zoll hat bei einer Großkontrolle festgestellt, dass 25 Prozent der Nicht-Textilartikel von Shein nicht den Vorschriften entsprechen. Die Aktion unterstreicht wachsende Probleme für den chinesischen Onlinehändler.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Bei einer groß angelegten Kontrolle von Shein-Sendungen am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle hat der französische Zoll erhebliche Mängel festgestellt. Wie Le Parisien nun nach AFP-Informationen berichtet, waren laut Angaben der Behörden 25 Prozent der geprüften Nicht-Textilprodukte nicht konform mit geltenden EU- und nationalen Vorschriften. Die Ergebnisse relativieren frühere, deutlich drastischere Schätzungen – unterstreichen aber zugleich die wachsenden regulatorischen Probleme des chinesischen Online-Modegiganten in Europa.

Umfangreiche Kontrolle am Pariser Flughafen

Im Rahmen einer Schwerpunktaktion Anfang November überprüften die französischen Zollbehörden insgesamt 320.474 Pakete des Onlinehändlers Shein am Flughafen Roissy-CDG. Wie der Zoll nun gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, betrafen die Beanstandungen vor allem Nicht-Textilwaren wie Kosmetika, Elektrogeräte und Spielzeug.

Zu den festgestellten Verstößen zählten gefälschte Produkte, fehlende oder unzureichende Kennzeichnungen, mangelhafte Gebrauchsanweisungen sowie Sicherheitsmängel bei bestimmten Spielwaren. Die Ergebnisse bestätigen einen zuvor von Le Parisien veröffentlichten Bericht.

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Korrektur früherer Angaben und politische Debatte

Bemerkenswert ist die deutliche Korrektur früherer offizieller Zahlen. Kurz nach der Aktion hatte die französische Regierung noch erklärt, dass bei rund 200.000 kontrollierten Sendungen etwa 80 Prozent der Produkte nicht konform gewesen seien. Die nun präzisierten Daten zeichnen ein differenzierteres Bild – ohne die grundsätzliche Problematik zu relativieren.

Für Textilwaren, dem Kerngeschäft von Shein, meldeten die Zollbehörden hingegen nur wenige Verstöße. Dies führen sie allerdings auf einen Sonderfaktor zurück: Shein hatte seinen Marktplatz für Drittanbieter in Frankreich bereits am 5. November – einen Tag vor der Zollaktion – vorübergehend geschlossen. Dadurch seien potenziell problematische Angebote im Vorfeld aus dem Verkehr gezogen worden.

Die Kontrolle erfolgte in einem politisch angespannten Umfeld. Einen Tag zuvor hatte die französische Regierung ein Verfahren zur Suspendierung der Plattform eingeleitet, nachdem auf Shein Puppen mit pädophilem Bezug angeboten worden waren. Der Paris Judicial Court lehnte eine vorläufige Sperre jedoch ab und bezeichnete die Maßnahme als unverhältnismäßig, da Shein die beanstandeten Produkte entfernt habe. Gegen diese Entscheidung hat der Staat Berufung eingelegt.

Kleinpaket-Boom verstärkt regulatorischen Druck

Parallel dazu kündigte Shein ein internes Audit an. Künftig sollen europäische Drittanbieter erst nach erfolgreicher interner Prüfung wieder auf dem Marktplatz zugelassen werden.

Der Fall Shein steht exemplarisch für ein strukturelles Problem: Die Zahl der in Frankreich ankommenden Kleinpakete ist explodiert. Laut Zoll stieg sie von 170 Millionen Sendungen im Jahr 2022 auf 773 Millionen im Jahr 2024. Rund 97 Prozent dieser Pakete stammen aus China. Die Zahlen dürften aufgrund der ähnlichen Struktur auch auf Deutschland anwendbar sein.

Vor diesem Hintergrund treiben europäische Staaten regulatorische Gegenmaßnahmen voran. Ab dem 1. Juli 2026 soll auf EU-Ebene eine Abgabe von drei Euro pro Kleinpaket erhoben werden. In Frankreich könnte diese Gebühr – abhängig vom Ausgang der laufenden Haushaltsberatungen im Parlament – sogar auf fünf Euro steigen. Ziel ist es, den massenhaften Import niedrigpreisiger Waren stärker zu regulieren und faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Anbieter zu schaffen.

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