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Die Bundeswehr beteiligt sich erneut mit einer Fregatte an einer EU-Militärmission zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer. Nachdem sich Deutschland bereits im Februar an einer Mission beteiligt hatte, hat nun die Fregatte „Hamburg“ mit rund 240 Besatzungsmitgliedern den größten Stützpunkt der deutschen Marine in Wilhelmshaven verlassen.
Ziel des Einsatzes ist der Schutz der Handelsroute zwischen Europa und Asien vor Angriffen der Huthi-Miliz. Die Mission beginnt im Mittelmeer bei der griechischen Insel Kreta, wo sich die Besatzung durch ein Flugkörperschießen auf den Einsatz vorbereitet. Erst danach ist die Weiterreise ins Rote Meer geplant.
Brisant dabei ist, dass laut einem NDR-Bericht dem Schiff ein spezielles Radargerät fehlt, das ballistische Anti-Schiffs-Raketen orten kann. Dieser Mangel hat unter den Soldaten für Unbehagen gesorgt. In einem vertraulichen Gespräch bezeichnete ein erfahrener Marinesoldat den Einsatz sogar als „Himmelfahrtskommando“.
Marco Thiele, Vorsitzender der Marine beim Bundeswehrverband, bestätigte im NDR Interview das Fehlen des speziellen Radars. Diese Technologie hätte aus Kostengründen nicht nachgerüstet werden können. Thiele sieht dies als Fehler an, betont aber auch, dass die Fregatte im Verbund mit anderen Kriegsschiffen operiere, die über die nötigen Radarsysteme verfügten. Das Verteidigungsministerium betont, dass die Sicherheit der Besatzung oberste Priorität habe und der Einsatz in enger Abstimmung mit Alliierten erfolge. Die Fregatte sei für die Flugabwehr eingerichtet und verfüge über entsprechende Fähigkeiten.
Die Huthi-Miliz greift seit Monaten Handelsschiffe an, um ein Ende der israelischen Militäroperation im Gazastreifen zu erzwingen. Die Angriffe erfolgen auf einer der weltweit wichtigsten Handelsrouten, die Europa mit Asien verbindet. Bereits Anfang des Jahres war die Fregatte „Hessen“ im Rahmen der EU-Militärmission „Aspides“ im Einsatz. Dabei hatte die Besatzung mehrfach Drohnen der Huthi-Miliz abgeschossen und 27 Handelsschiffe sicher eskortiert.



