Immer mehr Kinder in Deutschland besitzen bereits in jungen Jahren ein eigenes Smartphone – häufig mit Zustimmung der Eltern. Laut der aktuellen Postbank Digitalstudie 2025 verfügen bereits 44 Prozent der Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit über ein eigenes Gerät. Besonders häufig befürworten jüngere Eltern unter 40 Jahren die frühe Smartphone-Nutzung (49 Prozent), während ältere Eltern (über 40) zurückhaltender sind (38 Prozent). Ein wesentlicher Grund für diese Offenheit: 85 Prozent der Eltern sehen sich selbst als positives Vorbild im Umgang mit digitalen Medien – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
Klare Regeln trotz früher Nutzung
Eltern, die ein Smartphone früh erlauben, setzen gleichzeitig auf feste Regeln. So begrenzt mehr als die Hälfte der Eltern die tägliche Nutzungsdauer auf maximal zwei Stunden, und fast ebenso viele sperren gezielt bestimmte Apps und Webseiten. Auch die Social-Media-Aktivitäten der Kinder werden von 80 Prozent zumindest gelegentlich überprüft. Besonders beim Lernen oder während der Schulzeit ziehen viele Eltern klare Grenzen: In der Hälfte aller Haushalte ist die Nutzung während schulischer Aktivitäten untersagt.
Bemerkenswert ist, dass jüngere Eltern deutlich häufiger zeitliche und situationsbezogene Einschränkungen vorgeben: 40 Prozent erlauben die Nutzung nur zu bestimmten Tageszeiten, und 36 Prozent untersagen den Gebrauch abends vor dem Schlafengehen. Beim gemeinsamen Essen zeigt sich ein umgekehrter Trend: Hier setzen ältere Eltern (54 Prozent) häufiger eine klare Grenze als die unter 40-Jährigen (46 Prozent). Für Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank, ist das kein Widerspruch: „Das Smartphone gehört zum Alltag, aber eben nicht immer und überall.“
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Schulverbot trifft breite Zustimmung
Unabhängig vom Alter der Eltern herrscht große Einigkeit beim Thema Schule: 81 Prozent befürworten ein generelles Handyverbot im Unterricht. Fast die Hälfte sieht in der Smartphone-Nutzung eine konkrete Störquelle für die Konzentration. Knapp ein Drittel spricht sich zwar ebenfalls für ein Verbot aus, fordert jedoch Ausnahmen für spezielle Situationen. Zudem wünschen sich viele Eltern (60 Prozent) verbindliche Altersgrenzen für Social-Media-Plattformen – unabhängig vom Anbieter.
Über die Studie
Die „Postbank Digitalstudie 2025 – Die digitalen Deutschen“ basiert auf einer Befragung von 3.050 Personen im Mai und Juni 2025, davon 805 mit Kindern im Haushalt. Die Ergebnisse wurden bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet. Bereits zum elften Mal untersucht die Studie den Einfluss der Digitalisierung auf verschiedene Lebensbereiche – unter anderem auch auf das Familienleben.


