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Snipes-Gründer Sven Voth und Investor übernehmen Sporthändler Hervis

Eingang einer Hervis Sports Filiale
Foto: SPAR / Werner Krug

Key takeaways

Sven Voth und Investor Udo Schloemer übernehmen die Sportartikelkette Hervis von der Spar-Gruppe. Mit dem Eigentümerwechsel beginnt eine Neuausrichtung: Filialen und Belegschaft bleiben erhalten, während eine Evaluierung der künftigen Positionierung im digitalisierten Sporthandel vorbereitet wird.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die österreichische Sportartikelkette Hervis steht vor einem umfassenden Neustart. Die bisherige Muttergesellschaft Spar Österreichische Warenhandels-AG hat die Hervis GesmbH verkauft. Neue Eigentümer sind Sven Voth, Gründer des Sneaker- und Sportswear-Händlers Snipes, sowie Unternehmer Udo Schloemer. Mit der am 23. Januar abgeschlossenen Transaktion bestätigt Spar heute entsprechende Medienberichte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, wie das Unternehmen mitteilt.

Der Verkauf beendet eine über fünf Jahrzehnte andauernde Konzernzugehörigkeit und leitet eine strategische Neuausrichtung eines der bekanntesten Sporthändler im deutschsprachigen Raum ein.

Vollständiger Übergang mit allen Standorten und Mitarbeitenden

Laut Spar umfasst die Transaktion sämtliche 134 Hervis-Filialen in Österreich, Slowenien, Kroatien – und die vier Stores in Bayern. Auch die gesamte Belegschaft wird übernommen. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst unverändert weiter, um Stabilität während der Übergangsphase zu gewährleisten.

Hervis bleibt damit einer der flächendeckendsten Sportartikelhändler in Mitteleuropa – ein bedeutender Ausgangspunkt für die geplanten Veränderungen.

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Strategische Neupositionierung angekündigt

Sven Voth, der erst vor wenigen Wochen mit der Insolvenz von Higgins einen herben Rückschlag erleiden musste, betont, dass der Status quo nicht ausreicht, um im zunehmend digitalen und fragmentierten Sportmarkt zu bestehen. Ziel sei es, Hervis „im ersten Schritt ins Jahr 2026 zu führen“ und das Geschäftsmodell grundlegend zu erneuern. Die Marke soll bestehen bleiben, das Leistungsversprechen jedoch stärker an die Erwartungen heutiger Kunden angepasst werden.

Im Mittelpunkt der Strategie stehen laut Unternehmensangaben die langfristige Zukunftsfähigkeit stationärer Sporthandelskonzepte, eine konsequente Nutzung digitaler Potenziale sowie die Frage, welche Sortimente, Marken und Sportarten künftig für eine neue Konsumentengeneration relevant sind. Die Neuausrichtung erfolgt gemeinsam mit dem bestehenden Management und den Mitarbeitenden. Aktuell läuft eine Evaluierungsphase, deren Ergebnisse in den kommenden Monaten vorgestellt werden sollen.

Hervis zwischen Tradition und Erneuerungsdruck

Seit dem Aufbau durch Spar ab 1970 entwickelte sich Hervis zu einer führenden Sporthandelskette in Österreich. Die Expansion in weitere europäische Märkte folgte. Doch wie viele klassische Händler geriet auch Hervis unter Druck: Online-Konkurrenz, spezialisierte Markenstores und verändertes Kaufverhalten belasten Margen und Kundenfrequenz.

Mit Sven Voth und Udo Schloemer übernehmen zwei Unternehmer mit komplementären Erfahrungen: Voth steht für ein urbanes, Lifestyle-orientiertes Retailmodell, Schloemer für Transformation und Strukturentwicklung. Diese Kombination könnte neue Impulse für die Balance zwischen Performance-Sport, Freizeit und Lifestyle setzen.

Spar richtet Fokus neu aus

Mit dem Verkauf vollzieht Spar den endgültigen Rückzug aus dem Sporthandel. Bereits im Herbst waren die Hervis-Gesellschaften in Ungarn und Rumänien an die Frasers Group veräußert worden. Spar begründet die Entscheidung mit dem strategischen Fokus auf den Ausbau des Lebensmittelgeschäfts in Österreich und Zentraleuropa.

Der Schritt reiht sich ein in einen breiteren Trend: Handelskonzerne konzentrieren sich zunehmend auf ihr Kerngeschäft und trennen sich von randständigen Beteiligungen.

Chancen und Herausforderungen im Blick

Ob den neuen Eigentümern die nachhaltige Neupositionierung von Hervis gelingt, hängt entscheidend von Tempo und Konsequenz der Umsetzung ab. Die Kombination aus regionaler Stärke, etablierter Marke und unternehmerischem Antrieb bietet Potenzial – stellt aber auch hohe Anforderungen angesichts der strukturellen Marktveränderungen.

Die kommenden Monate werden zur Bewährungsprobe – nicht nur für Hervis, sondern für den stationären Sporthandel insgesamt.

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