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USA: Temu unterliegt in erstem „INFORM-Act-Verfahren“

Abbildung des Temu-Logos auf einem Smartphone
Foto: Rarrarorro / Adobe Stock

Key takeaways

Temu muss wegen Verstößen gegen das US-Verbraucherschutzgesetz INFORM Consumers Act eine Strafe von rund 1,87 Millionen Euro zahlen. Die FTC kritisiert mangelhafte Meldefunktionen und fehlende Transparenz bei Drittanbietern. Es ist der erste Fall dieser Art – mit Signalwirkung für andere Plattformen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Update 11.09.2025, 13:30 Uhr: Der Artikel wurde um eine Stellungnahme von Temu ergänzt.

Temu muss in den USA eine zivilrechtliche Geldstrafe in Höhe von 2 Millionen US-Dollar (rund 1,87 Millionen Euro) zahlen. Grund ist ein Vergleich mit der US-Handelsaufsicht FTC, die dem Betreiber Whaleco Inc. vorwirft, gegen das INFORM Consumers Act verstoßen zu haben. Dieses Gesetz verpflichtet Online-Marktplätze seit 2023 dazu, Mechanismen bereitzustellen, mit denen Verbraucher verdächtige oder potenziell gefährliche Angebote melden und Verkäufer direkt kontaktieren können.

Fehlende Transparenz bei Drittanbietern

Die FTC wirft Temu vor, dass das Unternehmen diese Anforderungen nicht erfüllt habe. So fehlte etwa eine telefonische Meldemöglichkeit für verdächtige Aktivitäten vollständig – oder war nur schwer zugänglich. Auch in sogenannten „gamifizierten“ Einkaufserlebnissen, bei denen Nutzer etwa durch Glücksspiele oder Coupons zum Kauf animiert werden, habe Temu lange keine Meldefunktion angeboten. Erst ab November 2024 sei eine solche Option überhaupt verfügbar gewesen – allerdings nicht wie gesetzlich gefordert deutlich erkennbar.

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Mangelhafte Angaben zu Verkäufern

Darüber hinaus habe Temu es versäumt, die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu Drittanbietern – also Name, Adresse und Kontaktmöglichkeiten – klar und auffällig darzustellen. Insbesondere auf der mobilen Website und in den spielerisch gestalteten Bereichen des Angebots habe es Defizite gegeben.

Gerichtliche Einigung mit Folgen

Mit dem nun veröffentlichten Vergleich reagiert Temu auf die Klage der US-Regierung, die erstmals das INFORM Consumers Act rechtlich durchsetzt. Neben der Zahlung der Geldstrafe muss Temu künftig auf all seinen Plattformen – einschließlich App, mobiler Website und Desktop-Version – klare und leicht zugängliche Hinweise zur Meldung verdächtiger Angebote einbauen. Zudem müssen die Angaben zu Drittanbietern konsistent und für Verbraucher leicht verständlich angezeigt werden.

Signalwirkung für die Branche

Die FTC sieht die Maßnahme als Signal an die gesamte Branche. Online-Marktplätze seien verpflichtet, die Transparenz gegenüber den Käufern sicherzustellen. Wer dies unterlässt, müsse mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Zustimmung des zuständigen Gerichts zum Vergleich steht noch aus – Temu muss die Strafe allerdings binnen sieben Tagen nach dessen Bestätigung zahlen.

Temu äußert sich zum Verfahren

In einer RETAIL-NEWS vorliegenden Stellungnahme äußert ein Temu-Sprecher sich zu dem Verfahren: „Während der Untersuchung durch die FTC haben wir eng mit der Behörde zusammengearbeitet, ihre Rückmeldungen sorgfältig geprüft und erhebliche Anstrengungen unternommen, um die festgestellten Vorfälle zu beheben“ Man sei zudem überzeugt, „“ Es war ein anspruchsvolles Verfahren, aber wir sind überzeugt, „dass eine solche Prüfung und der Dialog für unsere langfristige Entwicklung von Vorteil sind..“

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