Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist zu Beginn des Jahres 2026 weiter gestiegen. Gleichzeitig zeigen sich bei den betroffenen Schadenssummen sowie bei den Verbraucherinsolvenzen gegenläufige Entwicklungen.
Mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahr
Im Januar 2026 registrierten die deutschen Amtsgerichte laut Destatis insgesamt 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das entspricht einem Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zu beachten ist dabei, dass die statistisch erfassten Fälle zeitlich verzögert eingehen, da sie erst nach der ersten gerichtlichen Entscheidung berücksichtigt werden.
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Forderungen deutlich gesunken
Trotz der gestiegenen Fallzahlen summierten sich die Forderungen der Gläubiger auf rund 3,1 Milliarden Euro und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert von etwa 5,3 Milliarden Euro. Der Rückgang deutet darauf hin, dass im Januar 2026 weniger große und wirtschaftlich bedeutende Unternehmen von Insolvenzen betroffen waren.
Gastgewerbe besonders stark betroffen
Die Insolvenzhäufigkeit lag im Durchschnitt bei 5,4 Fällen je 10.000 Unternehmen. Besonders hoch war sie im Gastgewerbe mit 9,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Ebenfalls überdurchschnittlich betroffen waren die Bereiche Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe.
Verbraucherinsolvenzen leicht rückläufig
Im Gegensatz zu den Unternehmensinsolvenzen ging die Zahl der Verbraucherinsolvenzen leicht zurück. Im Januar 2026 wurden 6.142 Fälle registriert, was einem Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Gemischtes Bild der wirtschaftlichen Lage
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Während Unternehmen weiterhin unter schwierigen Rahmenbedingungen stehen und Insolvenzen zunehmen, scheint sich die finanzielle Lage privater Haushalte leicht zu stabilisieren.
Strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen
Die Entwicklung unterstreicht die anhaltenden Belastungen für viele Branchen. Insbesondere im Dienstleistungssektor und in logistiknahen Bereichen zeigen sich weiterhin strukturelle Schwächen. Gleichzeitig deutet die geringere Schadenssumme darauf hin, dass größere Insolvenzen aktuell seltener auftreten.
Ausblick bleibt verhalten
Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten ist auch in den kommenden Monaten mit einer erhöhten Zahl von Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich von der konjunkturellen Lage sowie von Kostenentwicklungen und Nachfrageimpulsen abhängen.


