China und die USA haben bei einem Treffen von Präsident Donald Trump und Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels in Südkorea eine vorläufige Einigung im Handelsstreit erzielt. Im Zentrum stand die chinesische Kontrolle über Seltene Erden, die zuletzt durch neue Exportregeln vom 9. Oktober eskaliert war. China sagte nun zu, diese Maßnahmen für ein Jahr auszusetzen. Die USA wiederum reduzierten im Gegenzug die Sonderzölle auf fentanylbezogene Importe aus China von 20 auf 10 Prozent.
Ein Jahr Aufschub im Rohstoffkonflikt
Donald Trump sprach im Nachgang auf der Platform Truth Social von einem „great meeting“ und lobte die Verhandlung mit Xi. Die Vereinbarung über Seltene Erden soll laut Trump jährlich neu verhandelt, aber routinemäßig verlängert werden. Die Abhängigkeit der USA von China bei diesen strategischen Rohstoffen, die unter anderem in der Rüstungsindustrie und bei Halbleitern benötigt werden, hatte Peking eine starke Verhandlungsposition verschafft.
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Weitere Zugeständnisse beider Seiten
Neben dem Stopp der Exportkontrollen wurden auch weitere Maßnahmen ausgesetzt: So verzichtet Washington vorerst auf die Umsetzung einer Regelung vom 29. September, die chinesische Staatsunternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt hätte. Auch Hafengebühren für Schiffe aus dem jeweils anderen Land sollen für ein Jahr entfallen.
Landwirtschafts- und Energiemarkt als Verhandlungsmasse
Während Trump von einer chinesischen Zusage sprach, künftig jährlich 25 Millionen Tonnen US-Sojabohnen zu importieren, blieb die chinesische Handelsbehörde vage und sprach lediglich von einer Ausweitung der Agrarimporte. Auch ein möglicher Deal über Energieimporte – insbesondere Öl und Gas aus Alaska – steht laut Trump zur Diskussion. Konkrete Vereinbarungen liegen aber noch nicht vor.
Technologie, TikTok und offene Fragen
Weitere Gespräche betrafen den Export von Nvidia-Chips. Dabei betonte Trump, dass es sich um eine Angelegenheit zwischen dem Unternehmen und China handle – die US-Regierung sehe sich lediglich als „Schiedsrichter“. In Bezug auf TikTok wurde lediglich angekündigt, dass beide Seiten an einer Lösung arbeiten wollen. Details wurden nicht genannt, obwohl die Trump-Administration vorab Hoffnungen auf einen finalen Deal schürte.
Fazit: Brückendeal statt Durchbruch
Ehemalige US-Diplomaten wie Nicholas Burns sprechen laut CNBC von einem „unsicheren Waffenstillstand“ in einem langfristigen Handelskonflikt. Die Abmachungen erscheinen zwar als Deeskalation, bleiben aber in vielen Bereichen vage. Vor allem der noch offene TikTok-Deal bleibt offenbar ein heißes Eisen in weiteren Verhandlungen.


