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ABF spaltet Primark ab: Strategischer Neustart mit Signalwirkung

Foto des Primark Stores in Prag
Foto: Primark

Key takeaways

Assocciated Britisch Foods trennt Primark ab und setzt auf zwei fokussierte Unternehmen mit klarer Marktstrategie und eigenständigem Wachstumskurs. Das Demerging soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der britische Handelskonzern Associated British Foods (ABF) vollzieht einen tiefgreifenden strategischen Umbau und trennt das Modegeschäft rund um Primark vom Lebensmittelbereich. Dies gab das in London notierte Unternehmen heute bekannt. Ziel ist die Schaffung zweier unabhängiger, börsennotierter Unternehmen mit klar abgegrenzten Geschäftsmodellen, eigenständiger Führung und direktem Zugang zum Kapitalmarkt.

Die Umsetzung der Abspaltung ist bis Ende 2027 geplant. Aktionäre werden künftig Beteiligungen an beiden Gesellschaften halten – einem fokussierten Modehändler sowie einem global tätigen Lebensmittelproduzenten.

Strategische Neuausrichtung mit Fokus

Über Jahrzehnte hinweg galt ABF als klassisches Konglomerat mit breit diversifiziertem Portfolio – von Zucker und Backzutaten bis hin zu internationalen Markenlebensmitteln und dem Modeanbieter Primark. Diese Vielfalt entwickelte sich jedoch zunehmend zur strukturellen Herausforderung. Unterschiedliche Geschäftslogiken erschwerten die Bewertung durch Investoren und bremsten die strategische Klarheit.

Mit der Aufspaltung reagiert das Unternehmen auf anhaltenden Druck aus dem Kapitalmarkt. Während der Modehandel von schnellen Zyklen, hoher Flächenproduktivität und Expansion geprägt ist, zeigt sich das Lebensmittelgeschäft stabiler, jedoch margenschwächer. Künftig sollen beide Bereiche unabhängig voneinander agieren und ihre jeweilige Marktposition gezielter ausbauen.

Unterstützung erhält dieser Schritt vom Großaktionär Wittington Investments, der auch nach der Trennung signifikante Anteile an beiden Unternehmen halten will. Dies unterstreicht die langfristige Perspektive der Neuausrichtung.

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Primark setzt auf Wachstum und Internationalisierung

Primark hat sich zu einem der führenden Akteure im europäischen Modeeinzelhandel entwickelt. Mit Hunderten Filialen in zahlreichen Ländern und einem Milliardenumsatz basiert der Erfolg auf konsequenter Preisstrategie kombiniert mit trendbewussten Kollektionen. Die vertikale Integration – von Design über Beschaffung bis zur Qualitätskontrolle – ermöglicht eine effiziente Kostenstruktur.

Als eigenständiges Unternehmen dürfte Primark seine Expansionsstrategie weiter beschleunigen. Neue Märkte, Franchise-Modelle und eine stärkere lokale Anpassung stehen im Fokus. Die Unabhängigkeit schafft zudem mehr Flexibilität bei Investitionsentscheidungen und Unternehmensführung.

FoodCo: Klare Positionierung im Lebensmittelmarkt

Das verbleibende Lebensmittelgeschäft wird künftig eigenständig unter dem Namen ABF beziehungsweise „FoodCo“ firmieren. Mit einem breit diversifizierten Portfolio entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Rohstoffen über Zutaten bis zu Markenprodukten – bleibt das Unternehmen global präsent.

Die Stärke liegt in stabilen Erträgen, soliden Cashflows und einer integrierten Struktur. Als eigenständiger Player kann FoodCo künftig klarer mit internationalen Wettbewerbern verglichen werden, was zusätzliche Bewertungspotenziale eröffnen dürfte.

Trennung mit überschaubaren Kosten

Die Aufspaltung bringt auch finanzielle Belastungen mit sich. Erwartete jährliche Nachteile durch den Wegfall von Synergien liegen im moderaten Bereich. Hinzu kommen einmalige Kosten für die organisatorische und rechtliche Trennung.

Beide Unternehmen sollen weiterhin an der Londoner Börse gelistet bleiben und voraussichtlich im Leitindex vertreten sein. Die Umsetzung erfolgt über eine Dividend-Demerger-Struktur und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben.

Führungsseitig ist Kontinuität geplant: George Weston soll das Lebensmittelgeschäft leiten, während Eoin Tonge an die Spitze von Primark rückt. Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende bleibt bis zum Abschluss der Transaktion im Amt.

Signalwirkung für den Kapitalmarkt

Die Entscheidung reiht sich in einen breiteren Trend ein: Große Mischkonzerne trennen sich zunehmend von heterogenen Geschäftsbereichen zugunsten klar fokussierter Einheiten. Investoren bevorzugen transparente Geschäftsmodelle, die sich präziser bewerten lassen.

Für Primark eröffnet sich die Chance, als reiner Modekonzern dynamischer zu wachsen. FoodCo kann sich hingegen als stabiler, globaler Lebensmittelanbieter positionieren. Ob sich daraus ein höherer Unternehmenswert ergibt, wird sich nach der vollständigen Trennung zeigen. Strategisch markiert der Schritt jedoch einen Wendepunkt in der Entwicklung von ABF.

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