Amazon hat im dritten Quartal 2025 ein Umsatzwachstum von 13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt und damit Einnahmen in Höhe von 180,2 Milliarden US-Dollar (rund 170 Mrd. Euro) generiert. Das starke Ergebnis ist maßgeblich auf die Entwicklung im Cloudgeschäft AWS und die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz in nahezu alle Geschäftsbereiche zurückzuführen.
Amazon-CEO Andy Jassy zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: „Wir erleben weiterhin starke Dynamik und Wachstum in allen Bereichen unseres Unternehmens, da KI überall für spürbare Verbesserungen sorgt.“
Starkes Wachstum bei AWS und im internationalen Geschäft
Das Cloud-Segment AWS konnte seine Umsätze im Jahresvergleich um 20 % auf 33 Milliarden Dollar (etwa 31 Mrd. Euro) steigern. Damit wächst die Sparte so dynamisch wie zuletzt im Jahr 2022. Der Bereich verzeichnete ein operatives Ergebnis von 11,4 Milliarden Dollar, was einer Marge von über 34 % entspricht. Auch das internationale Geschäft legte zu: Die Umsätze stiegen um 14 % auf 40,9 Milliarden Dollar (etwa 38,7 Mrd. Euro).
Amazon unaufhaltsam
US-Geschäft unter Druck durch Sonderbelastungen
Das Nordamerika-Geschäft erzielte mit 106,3 Milliarden Dollar (ca. 100,6 Mrd. Euro) ein Umsatzplus von 11 %. Dennoch sank das operative Ergebnis in der Region auf 4,8 Milliarden Dollar, da ein einmaliger Aufwand von 2,5 Milliarden Dollar für einen Vergleich mit der US-Wettbewerbsbehörde FTC verbucht wurde. Ohne diese Belastung hätte der operative Gewinn bei 7,3 Milliarden Dollar gelegen.
Nettoergebnis steigt deutlich – KI-Investments zahlen sich aus
Trotz der Sonderbelastungen stieg der Nettogewinn von 15,3 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 21,2 Milliarden Dollar (ca. 20 Mrd. Euro). Ein großer Anteil stammt aus einem nicht-operativen Gewinn von 9,5 Milliarden Dollar durch Investments in das KI-Unternehmen Anthropic. Insgesamt flossen 130,7 Milliarden Dollar aus dem operativen Geschäft in die Kasse – ein Plus von 16 %.
KI-Produkte und Infrastruktur massiv ausgebaut
Amazon investiert weiterhin stark in KI-Infrastruktur. Mit Project Rainier wurde ein neuer Rechencluster mit 500.000 Trainium2-Chips für Anthropic aufgebaut. Neue Cloud-Instanzen mit Chips von Nvidia, Intel, AMD und Apple sollen die Plattform für unterschiedlichste Anwendungen attraktiver machen. Im Rahmen des Angebots Quick Suite präsentiert Amazon erstmals eine eigene agentenbasierte KI-App für Unternehmen, die Arbeitsprozesse beschleunigen und Kosten senken soll.
Prime-Angebote und Alexa+ treiben Endkundengeschäft
Auch im Handelsgeschäft verzeichnete Amazon Fortschritte. Die Same-Day- und Next-Day-Lieferung wurde auf über 2.300 ländliche Gemeinden in den USA ausgeweitet. Zudem wird die Zustellung von Frischwaren im selben Tag auf über 2.300 Orte ausgeweitet. Die KI-gestützte Produktsuche „Rufus“ nutzten bereits 250 Millionen Kunden – Nutzer schließen 60 % häufiger einen Kauf ab.
Neue Verträge und Expansionspläne
Amazon kündigte neue Partnerschaften im Cloudbereich an, u.a. mit Delta Air Lines, Volkswagen, SAP und dem US-General Services Administration. Zudem wurden neue Regionen und Verfügbarkeitszonen für AWS erschlossen, etwa in Neuseeland. In der Robotaxi-Sparte begann der Dienst Zoox in Las Vegas mit dem operativen Betrieb.
Ausblick: Weiteres Wachstum erwartet
Für das vierte Quartal prognostiziert Amazon Umsätze zwischen 206 und 213 Milliarden Dollar – ein erwartetes Plus von bis zu 13 % gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis soll auf bis zu 26 Milliarden Dollar steigen. Der Fokus liegt weiterhin auf Investitionen in KI, Logistik und Cloud-Infrastruktur.


