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American Express steigert Quartalsgewinn und hebt Jahresprognose an

Nahaufnahme einer American Express Kreditkarte
Foto: rickdeacon / depositphotos.com

Key takeaways

➟ Höhere Kartenausgaben, steigende Gebühreneinnahmen und eine stabile Kreditqualität stärken das Geschäft des US-Zahlungsdienstleisters. Nach einem erfolgreichen dritten Quartal erwartet das Unternehmen nun einen höheren Jahresgewinn.

Lesezeit ca. 3 Minuten

American Express hat im dritten Quartal 2026 einen neuen Umsatzrekord erzielt und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der US-amerikanische Zahlungsdienstleister steigerte seine Erträge nach Zinsaufwendungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 20,1 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um 28 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Neben höheren Kartenausgaben trugen steigende Zinserträge und Kartengebühren zur positiven Entwicklung bei.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 31 Prozent auf 5,42 Dollar. Bereinigt um den Verkauf einer Unternehmensbeteiligung und damit verbundene Restrukturierungskosten erreichte es 4,68 Dollar, ein Zuwachs von 13 Prozent. Konzernchef Stephen Squeri sieht das Unternehmen angesichts der Geschäftsentwicklung auf Kurs für ein weiteres Jahr mit zweistelligem Umsatzwachstum.

Kartenausgaben steigen auf 454 Milliarden Dollar

Das über American-Express-Karten abgerechnete Zahlungsvolumen erreichte im dritten Quartal 454 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um acht Prozent. Auch währungsbereinigt lag das Wachstum bei acht Prozent.

Zusätzliche Einnahmen erzielte das Unternehmen durch höhere ausstehende Kartenforderungen und steigende Gebühreneinnahmen. American Express verweist außerdem auf eine anhaltend starke Kundengewinnung und hohe Kundenbindung.

Die Risikovorsorge für Kreditausfälle verringerte sich von 1,3 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf eine Milliarde Dollar. Die Nettoabschreibungsquote bei Verbraucher- und kleineren Geschäftskunden sank von 1,9 auf 1,8 Prozent.

Die Konzernausgaben stiegen unterdessen um neun Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kosten für Kundenbindungsprogramme und die Überarbeitung der amerikanischen Platinum Card. Der Beteiligungsverkauf entlastete dagegen die ausgewiesenen Betriebskosten.

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Beteiligungsverkauf erhöht ausgewiesenen Gewinn

Das Quartalsergebnis wurde durch den Verkauf der Beteiligung an der Global Business Travel Group (GBTG) beeinflusst. American Express verbuchte daraus einen Gewinn vor Steuern von 982 Millionen Dollar.

Nach Berücksichtigung des Veräußerungsgewinns und damit verbundener Restrukturierungskosten lag der bereinigte Nettogewinn bei 3,2 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einem Anstieg um elf Prozent.

Auch in den ersten neun Monaten des Jahres entwickelte sich das Geschäft positiv. Die Erträge nach Zinsaufwendungen stiegen um zehn Prozent auf 58,6 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene Nettogewinn erreichte 9,8 Milliarden Dollar und lag damit 17 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

American Express erhöht Gewinnprognose

Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung hebt American Express seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Das Unternehmen erwartet nun ein verwässertes Ergebnis je Aktie zwischen 18,30 und 18,60 Dollar.

Bereinigt um den Beteiligungsverkauf und die Restrukturierungskosten soll das Ergebnis je Aktie zwischen 17,60 und 17,90 Dollar liegen. Dies entspräche einem bereinigten Wachstum von 14 bis 16 Prozent gegenüber 2025.

Auch beim Umsatz bleibt das Management optimistisch. Für das Gesamtjahr strebt American Express weiterhin ein Wachstum von rund zehn Prozent an.

Neue Angebote für Geschäftskunden und Reisende

Parallel zum Wachstum erweitert American Express sein Angebot für Privat- und Geschäftskunden. Mit einer neuen Generation von Amex Corporate führt das Unternehmen integrierte Software für das Ausgabenmanagement, eine mobile Anwendung und zusätzliche Firmenkarten mit Cashback-Funktion ein.

Darüber hinaus wurde das Geschäftskundenangebot um ein neues Sparkonto ergänzt. Im Reisegeschäft verlängerte American Express seine strategische Zusammenarbeit mit Marriott International und vereinbarte eine Partnerschaft mit Airbnb.

Durch die Airbnb-Kooperation sollen mehr als eine Million Unterkünfte weltweit über Amex Travel zugänglich werden. Zusätzlich baut das Unternehmen seine digitalen Dienstleistungen aus, unter anderem durch neue Integrationen für die Restaurantplattform Resy und Anwendungen im KI-gestützten Handel.

Kartennetzwerk erreicht mehr als 190 Millionen Akzeptanzstellen

American Express erweitert zugleich die internationale Reichweite seines Zahlungsnetzwerks. Nach Unternehmensangaben werden die Karten inzwischen an mehr als 190 Millionen Händlerstandorten weltweit akzeptiert. Außerhalb der USA hat sich die Zahl der Akzeptanzstellen innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt.

Auch das Premium-Reiseangebot wächst weiter. Mit einer neuen Centurion Lounge am Flughafen Amsterdam-Schiphol steigt die Zahl der entsprechenden Standorte auf 33. Weitere Erweiterungen sind geplant, darunter eine besonders große Lounge am Flughafen Newark.

Für die weitere Geschäftsentwicklung setzt American Express auf steigende Kartennutzung, zusätzliche Akzeptanzstellen und den Ausbau seiner Premiumleistungen. Die angehobene Jahresprognose unterstreicht die Zuversicht des Managements, das Wachstum trotz höherer Ausgaben für Kundenprogramme fortzusetzen.

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