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KI-Boom treibt IT-Markt: Gartner prognostiziert 15 Prozent Wachstum für 2027

Server Rack in einem Rechenzentrum
Foto: Unsplash

Key takeaways

➟ Milliardenschwere Investitionen in Rechenzentren und Cloudplattformen verändern den globalen Technologiemarkt. Während KI-Systeme außergewöhnlich stark wachsen, bremsen steigende Speicherpreise die Nachfrage nach Endgeräten.

Lesezeit ca. 4 Minuten

Die weltweiten Ausgaben für Informationstechnologie werden 2027 voraussichtlich erstmals die Marke von sieben Billionen US-Dollar überschreiten. Nach einer aktuellen Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner soll das Marktvolumen auf rund 7,35 Billionen Dollar steigen. Gegenüber 2026 entspricht dies einem Wachstum von 15 Prozent. Wichtigster Treiber sind die anhaltend hohen Investitionen in künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen.

Bereits für 2026 rechnet Gartner mit globalen IT-Ausgaben von 6,39 Billionen Dollar, einem Plus von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose verdeutlicht, wie stark sich die Investitionsschwerpunkte innerhalb der Technologiebranche verschieben. Neben Software und IT-Dienstleistungen gewinnen leistungsfähige Rechenzentren und spezialisierte KI-Hardware zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.

Rechenzentren wachsen deutlich schneller als der IT-Gesamtmarkt

Besonders dynamisch entwickelt sich laut Gartner der Markt für Rechenzentrumssysteme. Nach einem erwarteten Umsatzvolumen von 879 Milliarden Dollar im Jahr 2026 sollen die weltweiten Ausgaben 2027 auf 1,37 Billionen Dollar steigen. Das entspricht einem Wachstum von 55,5 Prozent innerhalb eines Jahres.

Schon 2026 dürfte das Segment gegenüber dem Vorjahr um 73,8 Prozent zulegen. Damit entwickelt sich die Rechenzentrumsinfrastruktur erheblich schneller als andere Bereiche des IT-Marktes. Ausschlaggebend ist vor allem der steigende Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen.

Unternehmen und große Cloudanbieter investieren verstärkt in spezialisierte Server, leistungsfähige Speichertechnik und die technische Infrastruktur für den produktiven Einsatz künstlicher Intelligenz. Gartner erwartet, dass diese Investitionen auch über den aktuellen Prognosezeitraum hinaus eine zentrale Rolle spielen werden.

John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst bei Gartner, sieht darin eine grundlegende Veränderung der digitalen Wirtschaft. Entscheidend sei zunehmend nicht nur die Verbreitung neuer Software, sondern auch die Fähigkeit, umfangreiche KI-Infrastrukturen zu finanzieren, aufzubauen und wirtschaftlich zu nutzen.

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Software und Cloudplattformen profitieren vom KI-Ausbau

Neben Rechenzentren gehört Software zu den wichtigsten Wachstumstreibern. Gartner prognostiziert für 2027 weltweite Softwareausgaben von 1,68 Billionen Dollar. Gegenüber den für 2026 erwarteten 1,46 Billionen Dollar entspricht dies einem Zuwachs von 14,6 Prozent.

Die steigende Nachfrage nach KI-Anwendungen, spezialisierten Softwareplattformen und digitalen Unternehmenslösungen unterstützt diese Entwicklung. Organisationen investieren zunehmend in Technologien, mit denen sich künstliche Intelligenz dauerhaft in betriebliche Prozesse integrieren lässt.

Auch Infrastructure as a Service (IaaS) wächst deutlich. Die Ausgaben für entsprechende Cloud-Infrastrukturdienste sollen von 292 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 367 Milliarden Dollar im Jahr 2027 steigen. Das entspricht einem Plus von 25,7 Prozent.

Gartner betrachtet KI-Infrastruktur und KI-Software als eng miteinander verbundene Investitionsfelder. Während spezialisierte Hardware die notwendige Rechenleistung bereitstellt, ermöglichen Cloudplattformen und Softwarelösungen deren Nutzung in konkreten Geschäftsanwendungen.

Für IT-Dienstleistungen erwartet das Marktforschungsunternehmen dagegen ein moderateres Wachstum. Die weltweiten Ausgaben sollen 2027 um 4,9 Prozent auf 1,63 Billionen Dollar zulegen.

Steigende Speicherpreise belasten Hardwaremärkte

Der Ausbau der Rechenzentren wirkt sich zunehmend auf die Preise für Hardwarekomponenten aus. Nach Angaben von Gartner hat die starke Nachfrage innerhalb der vergangenen zwölf Monate dazu beigetragen, dass sich Speicherpreise mehr als verdoppelt haben.

Die höheren Kosten betreffen nicht nur Rechenzentren. Sie wirken sich entlang der Lieferketten auch auf Server, Speichersysteme, Netzwerktechnik, PCs und andere Endgeräte aus. Gartner bezeichnet diesen inflationären Effekt bei Speicherkomponenten als „Memflation“.

Die Analysten erwarten, dass der Preisdruck bis 2027 anhält, bevor sich die Hardwarepreise allmählich stabilisieren. Höhere durchschnittliche Verkaufspreise erhöhen zwar das ausgewiesene Marktvolumen, können zugleich aber die Nachfrage von Unternehmen und privaten Endkunden begrenzen.

Für den weltweiten Gerätemarkt prognostiziert Gartner 2027 Ausgaben von 916 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 8,1 Prozent gegenüber den erwarteten 847 Milliarden Dollar im Jahr 2026.

Damit bleibt die Entwicklung bei PCs und anderen Endgeräten deutlich hinter dem Wachstum der Rechenzentrumsinfrastruktur zurück. Die Prognose zeigt zugleich, dass steigende IT-Ausgaben nicht in allen Marktsegmenten mit entsprechend höheren Absatzmengen gleichzusetzen sind.

Kommunikationsdienste wachsen vergleichsweise langsam

Während KI-bezogene Investitionen hohe Wachstumsraten erreichen, entwickeln sich andere Bereiche des IT-Marktes wesentlich verhaltener. Für Kommunikationsdienste erwartet Gartner 2027 weltweite Ausgaben von 1,39 Billionen Dollar, nach 1,35 Billionen Dollar im laufenden Jahr.

Das prognostizierte Wachstum beträgt lediglich 2,9 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt des gesamten IT-Marktes. Bereits 2026 dürfte dieses Segment mit einem Plus von 4,1 Prozent vergleichsweise langsam expandieren.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Marktbereichen verdeutlichen die zunehmende Konzentration neuer Investitionen auf KI-relevante Technologien. Während etablierte IT-Dienstleistungen und Kommunikationsangebote moderat wachsen, fließen erhebliche zusätzliche Mittel in spezialisierte Infrastruktur und Softwareplattformen.

Insgesamt sollen die globalen IT-Ausgaben von 2026 bis 2027 um rund 961 Milliarden Dollar steigen. Einen besonders großen Anteil an diesem zusätzlichen Marktvolumen haben nach der Gartner-Prognose Rechenzentrumssysteme.

KI-Infrastruktur entwickelt sich zur strategischen Anlageklasse

Gartner erwartet, dass der Ausbau künstlicher Intelligenz die Investitionsstrukturen der Technologiebranche langfristig verändert. Während technische Infrastruktur in früheren Entwicklungsphasen vor allem als Voraussetzung für Softwareangebote betrachtet wurde, gewinnt sie inzwischen selbst den Charakter eines strategischen Investitionsguts.

Die Finanzierung erfolgt dabei zunehmend über unterschiedliche Kapitalquellen. Neben den Investitionsbudgets großer Cloudanbieter spielen privates Kapital, spezielle Finanzierungsmodelle und teilweise auch die Technologieanbieter selbst eine Rolle.

Dadurch entstehen umfangreiche Investitionsprogramme für Rechenzentren, KI-optimierte Server und Cloudplattformen. Gartner geht davon aus, dass diese Entwicklung die Nachfrage nach entsprechender Technologie auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau halten wird.

Die Prognose basiert auf einer umfassenden Analyse der Umsätze von mehr als 1.000 Technologieanbietern sowie ergänzenden Primär- und Sekundärdaten. Gartner stellte die Ergebnisse im Rahmen des IT Symposium/Xpo in Orlando vor.

Für Technologieunternehmen, Cloudanbieter und IT-Investoren deutet die Entwicklung auf eine weitere Verschiebung der Wachstumsschwerpunkte hin. Die wirtschaftliche Bedeutung von KI wird zunehmend davon abhängen, wie effizient die dafür erforderliche Infrastruktur aufgebaut, finanziert und ausgelastet werden kann.

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