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Jeder vierte Deutsche verzichtet dauerhaft auf zugesetzten Zucker

Coke Zero Coladose mit Strohhalm
Foto: Shraga Kopstein / Pexels

Key takeaways

➟ Ältere Verbraucher stellen ihre Ernährung häufiger langfristig um, jüngere bevorzugen begrenzte Verzichtsphasen. Eine aktuelle Befragung zeigt zudem, dass speziell vermarktete Ersatzprodukte für viele Menschen keine notwendige Alternative darstellen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Ein Viertel der Verbraucher in Deutschland verzichtet nach eigenen Angaben dauerhaft auf Lebensmittel und Getränke mit industriell zugesetztem Zucker. Weitere 37 Prozent haben ihre Ernährung zumindest zeitweise entsprechend umgestellt. Das zeigt eine aktuelle Befragung von YouGov. Produkte mit der Kennzeichnung „Zero Sugar“ spielen dabei eine unterschiedliche Rolle: Während sie etwa der Hälfte der Zuckerverzichtenden helfen, kommen viele andere ohne solche Alternativen aus.

Besonders deutlich unterscheiden sich die Ernährungsgewohnheiten zwischen den Generationen. Ältere Verbraucher verzichten häufiger langfristig auf zugesetzten Zucker, während jüngere Menschen eher zeitlich begrenzte Ernährungsumstellungen bevorzugen.

Ältere Verbraucher verzichten häufiger dauerhaft

Laut YouGov geben 25 Prozent der Befragten an, dauerhaft keine Produkte mit industriellem Zusatzzucker zu konsumieren. Weitere 37 Prozent haben einen solchen Verzicht bereits zeitweise praktiziert. Dagegen haben 36 Prozent bislang noch nie bewusst auf entsprechende Lebensmittel oder Getränke verzichtet.

Unter den Babyboomern liegt der Anteil dauerhaft Verzichtender bei 36 Prozent. In der Generation Z sind es 17 Prozent, bei den Millennials lediglich 15 Prozent. Jüngere Verbraucher entscheiden sich dagegen häufiger für begrenzte Phasen ohne zugesetzten Zucker: 51 Prozent der Generation Z und 47 Prozent der Millennials berichten von entsprechenden Erfahrungen.

In der Generation X ist der Anteil derjenigen, die noch nie bewusst auf industriellen Zusatzzucker verzichtet haben, mit 39 Prozent am höchsten. Zwischen Männern und Frauen bestehen beim grundsätzlichen Verzichtverhalten hingegen keine Unterschiede.

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Zeitweiser Zuckerverzicht dauert meist wenige Wochen

Bei Verbrauchern, die ihren Zuckerkonsum bewusst für einen bestimmten Zeitraum eingeschränkt haben, überwiegen kürzere Phasen. Insgesamt 54 Prozent dieser Gruppe verzichteten zuletzt höchstens vier Wochen auf Produkte mit zugesetztem Industriezucker.

Davon entfielen 20 Prozent auf ein bis zwei Wochen, 19 Prozent auf drei bis vier Wochen und 15 Prozent auf weniger als sieben Tage. Allerdings berichten 35 Prozent von deutlich längeren Verzichtsphasen. Rund jeder Fünfte hielt die Ernährungsumstellung zwischen einem und sechs Monaten durch, weitere 16 Prozent sogar länger als ein halbes Jahr.

Die Ergebnisse zeigen, dass bewusster Zuckerverzicht sowohl kurzfristig als auch über längere Zeiträume praktiziert wird. Welche persönlichen Motive dahinterstehen, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen nicht ableiten.

Zero-Sugar-Produkte helfen nur jedem Zweiten

Zuckerfreie Alternativen zu herkömmlichen Lebensmitteln und Getränken enthalten häufig Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe. Sie ermöglichen einen süßen Geschmack, ohne dafür die üblichen Mengen Zucker einzusetzen.

Für 50 Prozent der Befragten, die dauerhaft oder zeitweise auf industriell zugesetzten Zucker verzichten beziehungsweise verzichtet haben, sind solche Produkte eine hilfreiche Unterstützung. Die andere Hälfte bewertet ihre Bedeutung jedoch zurückhaltender.

Insgesamt 34 Prozent der Zuckerverzichtenden konsumierten während ihrer Ernährungsumstellung keine Zero-Sugar-Produkte oder verzichten grundsätzlich darauf. Weitere zwölf Prozent erklären, dass ihnen entsprechende Alternativen nicht helfen.

Damit spielen diese Produkte für insgesamt 46 Prozent der betreffenden Verbraucher entweder keine Rolle oder bieten keinen erkennbaren Nutzen. Ein bewusster Verzicht auf zugesetzten Zucker führt somit nicht automatisch zum Kauf speziell vermarkteter Ersatzprodukte.

Dauerhaft Verzichtende nutzen seltener Ersatzprodukte

Besonders deutlich wird dieser Unterschied bei Menschen, die langfristig auf zugesetzten Zucker verzichten. Von ihnen konsumieren 33 Prozent grundsätzlich keine Zero-Sugar-Produkte. Unter den zeitweise Verzichtenden beträgt dieser Anteil lediglich zwölf Prozent.

Auch beim Geschlechtervergleich zeigen sich Unterschiede. Während 56 Prozent der männlichen Zuckerverzichtenden entsprechende Alternativen als hilfreich bewerten, sind es bei den Frauen 44 Prozent.

Zugleich geben 26 Prozent der weiblichen Befragten an, grundsätzlich keine Zero-Sugar-Produkte zu konsumieren. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 15 Prozent.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Verbraucher unterschiedliche Strategien verfolgen. Manche ersetzen zuckerhaltige Lebensmittel durch speziell gekennzeichnete Alternativen, andere verzichten auf solche Produkte vollständig.

Bedeutung für Lebensmittelhandel und Hersteller

Für Lebensmittelhersteller und Händler zeigen die Ergebnisse, dass zuckerbewusste Verbraucher keine einheitliche Zielgruppe bilden. Eine bewusste Ernährungsumstellung bedeutet nicht zwangsläufig, dass verstärkt zu Zero-Sugar-Angeboten gegriffen wird.

Neben entsprechend gekennzeichneten Ersatzprodukten können deshalb auch Lebensmittel ohne zusätzliche Süßung für die Sortimentsgestaltung relevant sein. Entscheidend ist, welche Ernährungsgewohnheiten und Produktpräferenzen die jeweiligen Kundengruppen mitbringen.

Die YouGov-Befragung macht deutlich, dass der Verzicht auf industriell zugesetzten Zucker in Deutschland verbreitet ist. Dabei unterscheiden sich nicht nur Dauer und Häufigkeit, sondern auch die Rolle zuckerfreier Alternativen im täglichen Konsum.

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