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Erster Akzent von John Ternus: Apple startet mit iPhone Duo in den Foldable-Markt

Apple iPhone Duo aufgeklappt
Foto: Apple

Key takeaways

➟ Mit dem iPhone Duo steigt Apple spät, aber offensiv in den Foldable-Markt ein. Der Konzern kombiniert neuen Formfaktor, hohe Preise und enge Softwareintegration und könnte damit das Premiumsegment nachhaltig verändern.

Lesezeit ca. 5 Minuten

Nach dem Samsung Premium-Modell Galaxy Z Fold8 Ultra und dem Trifold von Huawai steigt auch Apple erstmals in den Markt für faltbare Smartphones ein. Mit dem iPhone Duo hat der Konzern am 9. September 2026 ein Gerät vorgestellt, das Smartphone und kleines Tablet verbinden soll. Das Foldable startet bei 1.999 Dollar bzw. 2.299 Euro, bietet aufgeklappt ein 7,6 Zoll großes Display und kommt im Oktober in den Handel. Parallel präsentierte Apple das iPhone 18 Pro und Pro Max, neue Apple Watches und die AirPods 5.

Strategisch ist der von der Fachwelt erwartete Schritt besonders bemerkenswert, weil Apple bewusst spät in ein Segment einsteigt, das Samsung, Huawei und andere Anbieter seit Jahren entwickeln. Foldables machen bislang nur einen kleinen Teil des globalen Smartphone-Marktes aus. Apple versucht nun unter dem neuen CEO John Ternus, aus dieser Nische eine neue Premiumkategorie oberhalb klassischer Smartphones zu formen.

iPhone Duo verbindet Smartphone und Tablet

Geschlossen bietet das iPhone Duo ein 5,4 Zoll großes Außendisplay, aufgeklappt wächst die Fläche auf 7,6 Zoll. Beide Bildschirme unterstützen ProMotion und Always-on-Funktionen und sollen bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit erreichen. Apple verwendet für beide Displays dasselbe Seitenverhältnis, damit Apps beim Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay möglichst konsistent dargestellt werden.

Unter iOS 27 können zwei Anwendungen nebeneinander genutzt, Videos auf einem Teil des Displays fixiert und Bedienelemente auf die größere Fläche verteilt werden. Das System berücksichtigt außerdem, wie weit das Gerät aufgeklappt ist und in welcher Position es genutzt wird.

Später im Jahr soll erstmals auch der Apple Pencil mit einem iPhone kompatibel sein. Er kann laut Apple sowohl auf dem äußeren als auch auf dem inneren Bildschirm des Duo genutzt werden. Damit rückt das Gerät funktional näher an das iPad und erweitert die iPhone-Familie um ein neues Nutzungsszenario.

Apple versucht zugleich, typische Schwächen bisheriger Foldables zu adressieren. Eine spezielle Material- und Klebstoffkonstruktion soll die sichtbare Falte im Innendisplay reduzieren. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Titan und wird intern durch keramische Fasern verstärkt. Trotz Scharnier und flexiblem Display gibt Apple eine IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub an.

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Apple setzt auf Formfaktor statt Maximalausstattung

Trotz des hohen Preises besitzt das Duo nicht die umfangreichste Kameraausstattung der neuen iPhone-Generation. Auf der Rückseite arbeiten zwei 48-Megapixel-Sensoren für Haupt- und Ultraweitwinkelaufnahmen, ein separates Teleobjektiv fehlt.

Auch Face ID ist beim ersten faltbaren iPhone nicht vorhanden. Stattdessen kehrt Touch ID zurück und wird in die Seitentaste integriert. Auf der Innenseite verwendet Apple erstmals eine unter dem Display platzierte Kamera, zusätzlich gibt es eine Frontkamera auf der Außenseite.

Damit wird klar, wofür Käufer den Aufpreis zahlen: nicht für die maximal mögliche Kameraausstattung, sondern vor allem für Display, Scharnier, Formfaktor und neue Nutzungsmöglichkeiten. Das Duo tritt daher nicht unmittelbar an die Stelle des Pro Max, sondern ergänzt die bestehende Premiumklasse.

Im Inneren arbeitet der neue A20 Pro, beim Mobilfunk kommt Apples eigenes C2-Modem zum Einsatz. Zwei Batterien sollen den erhöhten Energiebedarf der beiden Displays abfedern. Apple nennt bis zu 31 Stunden Videowiedergabe. Gleichzeitig soll der A20 Pro stärker auf lokale Funktionen von Apple Intelligence ausgerichtet sein.

Apple macht Foldables zur Luxusklasse

Mit einem Einstiegspreis von 1.999 Dollar bzw. 2.299 Euro positioniert Apple das Duo klar oberhalb klassischer Premium-Smartphones. Angeboten werden zunächst Speichergrößen ab 256 GB bis zu 2 TB. Vorbestellungen beginnen am 16. Oktober, der Verkaufsstart folgt laut der Landingpage des iPhone Duo am 23. Oktober 2026.

Für den Handel eröffnet die hohe Preisposition zusätzliche Umsatzpotenziale bei Zubehör, Finanzierung, Trade-in, AppleCare und perspektivisch auch beim Apple Pencil. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf erheblich: Kunden müssen einen nachvollziehbaren Mehrwert darin erkennen, für ein Smartphone annähernd so viel wie für ein leistungsfähiges Notebook auszugeben.

Genau hier könnte Apple den Foldable-Markt stärker verändern, als es die anfänglichen Stückzahlen vermuten lassen. Nach Angaben von Counterpoint Research liegt der Anteil faltbarer Smartphones bislang bei rund zwei Prozent des Gesamtmarktes. Bis Ende 2026 sollen die kumulierten weltweiten Foldable-Auslieferungen erstmals 100 Millionen Geräte überschreiten, für 2027 wird ein kräftiges Marktwachstum erwartet.

Apples größter Hebel liegt dabei weniger im Abwerben bestehender Samsung- oder Huawei-Kunden. Der Konzern erreicht vielmehr Millionen iPhone-Nutzer, für die ein Android-Foldable bislang grundsätzlich nicht infrage kam. Erst dadurch könnte sich die Gerätekategorie vom Spezialsegment zu einem relevanten Teil des Premium-Smartphone-Marktes entwickeln.

Pro-iPhones bleiben Kamera- und Akkuspitze

Parallel zum Duo hält Apple an klassischen Spitzenmodellen fest. Das iPhone 18 Pro startet laut Apple bei 1.449 Euro, das Pro Max bei 1.599 Euro. Beide verwenden ebenfalls den A20 Pro, setzen aber andere Schwerpunkte.

Die 48-Megapixel-Hauptkamera erhält erstmals eine variable Blende, zusätzlich führt Apple neue Pro-Steuerungen für Foto und Video ein. Ein verkleinertes Dynamic Island und eine größere Vapor-Chamber-Kühlung sollen Leistung und Bedienung verbessern.

Bei der Akkulaufzeit bleiben die klassischen Pro-Geräte vorn. Apple nennt bis zu 36 Stunden Videowiedergabe für das iPhone 18 Pro und bis zu 45 Stunden für das Pro Max. Damit differenziert der Konzern seine Spitzenmodelle deutlich: Das Duo steht für den neuen Formfaktor, die Pro-Reihe für Kamera, Akkulaufzeit und vertraute Smartphone-Nutzung.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Apple zunächst kein reguläres iPhone 18 vorgestellt hat. Damit verschiebt sich der Produktzyklus stärker in Richtung mehrerer Verkaufsfenster. Für Händler könnte das bedeuten, dass Neuheiten künftig nicht mehr hauptsächlich in einem einzigen Herbsttermin gebündelt werden.

Watch und AirPods stärken Gesundheits- und KI-Strategie

Mit der Apple Watch Series 12 und Ultra 4 erweitert Apple zugleich seinen Gesundheitsfokus. Ein neues Health Sensing System misst Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität häufiger und bündelt Aktivität, Schlaf und Vitaldaten in einem Readiness Score.

Die Ultra 4 soll im normalen Betrieb bis zu 50 Stunden und im Stromsparmodus bis zu 84 Stunden durchhalten. Später im Jahr soll außerdem eine Health-Age-Funktion bestimmte Gesundheits- und Fitnessdaten mit dem biologischen beziehungsweise tatsächlichen Alter vergleichen.

Auch die AirPods 5 erhalten ein größeres Update. Aktives Noise Cancelling kommt stärker in die offene Bauform, ergänzt um Adaptive EQ, Live Translation und eine engere Verzahnung mit Siri AI. Die Preise starten in den USA bei 129 Dollar.

Über der Präsentation steht zugleich ein Führungswechsel. Seit dem 1. September 2026 ist John Ternus CEO von Apple, während Tim Cook zum Executive Chairman wechselte. Ternus kommt aus dem Hardware Engineering, und das iPhone Duo wird damit zum sichtbarsten Symbol seiner ersten großen Produktphase.

Für Apple ist das Foldable kein Rettungsprojekt, sondern eine strategische Erweiterung aus einer Position finanzieller Stärke. Gelingt es dem Konzern, Multitasking, Mediennutzung, Pencil-Support und KI-Funktionen überzeugend miteinander zu verbinden, könnte oberhalb der klassischen Premiumklasse eine neue Gerätekategorie entstehen. Scheitert dieser Mehrwert, bleibt das Duo vorerst ein teures Halo-Produkt für Early Adopters.

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