Delivery Hero hat im dritten Quartal 2026 erstmals mehr als eine Milliarde Bestellungen abgewickelt. Der Berliner Lieferdienstkonzern steigerte seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis um 22 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro und erhöhte erneut seine Jahresprognose.
Der Bruttowarenwert (GMV) wuchs um 13,6 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Besonders das Geschäft mit Schnelllieferungen und die zunehmende Nutzung von Abonnementprogrammen stärkten die Entwicklung.
Delivery Hero erreicht erstmals eine Milliarde Bestellungen
Mit 1,001 Milliarden Bestellungen übertraf Delivery Hero den Vorjahreswert um 11,5 Prozent. Das Wachstum beschleunigte sich gegenüber dem zweiten Quartal, als der Bruttowarenwert um 11,3 Prozent und der Umsatz um 17,7 Prozent gestiegen waren.
Die Everyday-App-Strategie soll Kunden dazu bewegen, neben Restaurantgerichten häufiger Lebensmittel und andere Alltagsprodukte zu bestellen. Verbesserungen bei Sortiment, Preisen und Lieferqualität unterstützen diesen Ansatz.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Abonnenten generieren 51 Prozent des Warenwerts
Abonnementkunden erwirtschafteten im dritten Quartal 51 Prozent des Konzern-GMV. Ihr Anteil stieg damit innerhalb eines Jahres um 13 Prozentpunkte.
Gleichzeitig entfielen 62 Prozent des Bruttowarenwerts auf Kunden, die mehrere Angebotskategorien nutzen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um sechs Prozentpunkte.
Quick Commerce wächst um 39 Prozent
Das Geschäft mit besonders schnellen Lieferungen entwickelte sich zum wichtigsten Wachstumstreiber. Der Quick-Commerce-GMV erhöhte sich um 39 Prozent und erreichte einen Anteil von 19 Prozent am gesamten Warenwert.
Delivery Hero baut dafür sein Netz kleiner Warenlager aus. Im laufenden Jahr kamen knapp 90 sogenannte Dmarts hinzu, sodass inzwischen rund 900 Standorte betrieben werden.
Der Geschäftsbereich Integrated Verticals, zu dem hauptsächlich diese Lager gehören, steigerte seinen Bruttowarenwert um 40 Prozent. Damit wächst das Segment deutlich schneller als das klassische Liefergeschäft.
Europa und Nahost legen zu
In Europa beschleunigte sich das Wachstum insbesondere in wichtigen Märkten der Tochtergesellschaft Glovo. In Saudi-Arabien stieg die Bestellzahl so stark, dass das Land erstmals zum größten Markt der Region Nahost und Nordafrika wurde.
Auch in Südkorea entwickelte sich das Geschäft positiv. Die Region Amerika blieb der wachstumsstärkste Konzernbereich, unterstützt durch Quick Commerce und das Kundenbindungsprogramm PedidosYa Plus.
Delivery Hero hebt Finanzziele für 2026 an
Für das Gesamtjahr erwartet Delivery Hero nun ein vergleichbares GMV-Wachstum von zehn bis zwölf Prozent. Bisher lag die Prognose bei neun bis elf Prozent.
Die Umsatzerwartung steigt von 17 bis 19 Prozent auf 18 bis 20 Prozent Wachstum. Beim bereinigten EBITDA rechnet der Konzern mit 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro statt bisher 960 Millionen bis eine Milliarde Euro.
Auch die Cashflow-Prognose verbessert sich. Der freie Cashflow soll nun mehr als 300 Millionen Euro erreichen, nachdem zuvor mehr als 250 Millionen Euro erwartet worden waren.
Refinanzierung verbessert Liquiditätsposition
Im September vereinbarte Delivery Hero günstigere Konditionen für einen Kredit über 1,332 Milliarden US-Dollar. Die Zinsmarge wurde um 150 Basispunkte gesenkt, wodurch jährlich rund 20 Millionen Dollar eingespart werden sollen.
Zum Ende des dritten Quartals verfügte der Konzern über liquide Mittel von 2,6 Milliarden Euro. Die verbesserte Finanzierung verschafft Delivery Hero zusätzlichen Spielraum für Investitionen.
Uber-Übernahmeangebot läuft bis 5. November
Aktionäre können das freiwillige Übernahmeangebot von Uber über 41,50 Euro je Aktie noch bis zum 5. November 2026 annehmen. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Bis dahin bleiben beide Unternehmen operativ unabhängig. Delivery Hero setzt seine Wachstumsstrategie während des Übernahmeprozesses fort.
Verkauf von foodpanda Taiwan nicht genehmigt
Die taiwanische Wettbewerbsbehörde hat den geplanten Verkauf von foodpanda Taiwan an Grab abgelehnt. Delivery Hero bestätigte die Entscheidung am 21. Oktober und verweist auf vertragliche Absicherungen einschließlich einer möglichen Vertragsauflösungszahlung.
Das Geschäft in Taiwan läuft unverändert weiter. Nach Unternehmensangaben entwickelt sich die dortige Plattform operativ weiterhin solide.



