ANZEIGE

ANZEIGE

PwC warnt vor Governance-Lücken bei KI-Agenten und Risiken für IT-Sicherheit

Symbolik zu AI und Cyber Security
Foto: Depositphotos

Key takeaways

➟ Laut PwC würden 29 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Agenten eigenständig handeln lassen. Steigende Cyberbudgets treffen auf Defizite bei KI-Governance, industrieller Sicherheit und Notfallplanung. Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Deutsche Unternehmen wollen ihre Investitionen in Cybersicherheit ausbauen und künstlicher Intelligenz mehr operative Verantwortung übertragen. Laut der Studie „Digital Trust Insights 2027“ von PwC rechnen 47 Prozent der befragten Führungskräfte mit einem Anstieg ihrer Cyberbudgets um sechs bis zehn Prozent. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei 36 Prozent.

Besonders im Fokus stehen KI-Anwendungen, die 57 Prozent als Investitionsschwerpunkt nennen. Es folgen Cloud-Sicherheit mit 54 Prozent und extern betriebene Sicherheitsdienstleistungen mit 40 Prozent.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass Unternehmen autonome KI-Systeme schneller einführen wollen, als sie entsprechende Kontrollmechanismen entwickeln.

Fast jedes dritte Unternehmen erlaubt autonome KI-Entscheidungen

29 Prozent der deutschen Befragten würden KI-Agenten vollständig eigenständig handeln lassen. Weitere 42 Prozent befürworten autonome Entscheidungen bei geringem Risiko, während schwerwiegendere Eingriffe eine menschliche Freigabe erfordern sollen.

Nur zwei Prozent schließen den eigenständigen Einsatz solcher Systeme grundsätzlich aus.

Als Einsatzgebiete nennen die Unternehmen insbesondere die Entfernung von Schadsoftware und die Wiederherstellung betroffener Systeme mit 51 Prozent. Weitere 49 Prozent wollen KI-Agenten zur Erkennung und Beseitigung von Phishing-Nachrichten einsetzen.

Jeweils 46 Prozent planen die automatisierte Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen sowie die Schließung von Schwachstellen und Anpassung von Systemkonfigurationen. Auch die Isolation gefährdeter Endgeräte und die Sperrung von Benutzerkonten kommen infrage.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Sicherheitsregeln halten mit KI-Einsatz nicht Schritt

Während operative KI-Anwendungen an Bedeutung gewinnen, erhalten Governance und Compliance vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit.

Nur 30 Prozent der deutschen Unternehmen priorisieren entsprechende Kontrollstrukturen. Weltweit liegt der Anteil bei 42 Prozent.

Die Absicherung von KI-Modellen nennen 27 Prozent als Schwerpunkt, Schutzmechanismen für generative KI lediglich 25 Prozent.

Dagegen wollen 40 Prozent stärker gegen nicht genehmigte KI-Anwendungen innerhalb ihrer Organisation vorgehen.

PwC-Cybersecurity-Experte Moritz Anders sieht insbesondere bei Verantwortlichkeiten und menschlichen Eingriffsmöglichkeiten Klärungsbedarf. Automatisierte Sicherheitsmaßnahmen müssten nachvollziehbar bleiben und eindeutig geregelten Zuständigkeiten unterliegen.

Lieferketten werden stärker abgesichert

Neben KI rückt die Widerstandsfähigkeit digitaler Lieferketten in den Vordergrund.

Jeweils 47 Prozent der Unternehmen wollen ihre Softwareentwicklungsprozesse besser schützen beziehungsweise Lieferanten breiter aufstellen und Ausfallpläne entwickeln.

Weitere 45 Prozent planen eine kontinuierliche Überwachung von Cyberrisiken bei Zulieferern. 41 Prozent beziehen Geschäftspartner in Sicherheits- und Krisenübungen ein. International liegt dieser Anteil bei 29 Prozent.

Damit reagieren Unternehmen auf mögliche Angriffe über externe Dienstleister, Softwarekomponenten und technische Abhängigkeiten.

Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung

Geopolitische Risiken beeinflussen zunehmend die IT-Strategien deutscher Unternehmen.

61 Prozent setzen auf Multi- oder Hybrid-Cloud-Architekturen, um die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu begrenzen. Weltweit verfolgen 54 Prozent diesen Ansatz.

Die Hälfte der deutschen Befragten baut regionale technische Redundanzen auf. Weitere 46 Prozent verlagern Anwendungen zu souveränen oder regional spezialisierten Cloud-Anbietern.

45 Prozent wollen bestimmte IT-Systeme gezielt innerhalb ausgewählter Rechtsräume betreiben.

Lediglich ein Prozent der deutschen Unternehmen sieht angesichts geopolitischer Entwicklungen keinen Anpassungsbedarf bei seiner technologischen Infrastruktur.

Defizite bei Notfallplanung und industrieller Sicherheit

Trotz steigender Investitionen bestehen weiterhin Lücken bei der Cyberresilienz.

Nur 29 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über vollständig ausgearbeitete und integrierte Notfallpläne, die Cyberangriffe berücksichtigen. Bei weiteren 44 Prozent befinden sich solche Konzepte noch in Entwicklung.

Besonders problematisch ist die Absicherung industrieller Betriebstechnik. 42 Prozent berichten von fehlenden Fachkräften und Ressourcen. Weitere 40 Prozent sehen veraltete Systeme, für die keine Sicherheitsupdates verfügbar sind, als wesentliche Herausforderung.

Auch die Absicherung KI-fähiger Zugänge zu Produktionsanlagen und vernetzten Industriegeräten bereitet Schwierigkeiten.

Die PwC-Ergebnisse verdeutlichen damit einen Zielkonflikt: Unternehmen wollen ihre Cyberabwehr durch autonome KI beschleunigen, müssen gleichzeitig aber Kontrollstrukturen, Notfallvorsorge und die Sicherheit bestehender Anlagen weiterentwickeln.

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored